Die ungarische Vignette, die e-Matrica, ist reine Datenbanksache. Sie hängt an Ihrem Kennzeichen, geführt wird sie vom staatlichen Betreiber NÚSZ, und es gibt nichts zum Ankleben und nichts zum Vorzeigen hinter der Scheibe.
Ungarn betreibt zwei getrennte Systeme, und das erklärt die meisten Missverständnisse. Leichte Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zahlen die zeitbasierte Vignette. Lkw und Busse über 3,5 Tonnen zahlen stattdessen die streckenabhängige Maut HU-GO, also pro Kilometer. Wer mit Pkw, Wohnmobil oder Transporter unterwegs ist, braucht deshalb eine Vignette und kein Mautgerät. Ist das Vignettenkonzept neu für Sie? Unser Vignetten-Grundlagenartikel erklärt es in zwei Minuten.
Für deutsche Fahrer ist Ungarn meist ein Transitland. Die M1 führt von der österreichischen Grenze nach Budapest, die M5 weiter nach Südosten Richtung Balkan und Türkei, die M7 zum Balaton und an die kroatische Grenze. Kaufen Sie vor der Abfahrt, dann ist die Sache erledigt, bevor Sie die Grenze erreichen.
Das ungarische System in einem Absatz
Ihr Kennzeichen wird registriert, eine Plakette existiert nicht. Die Kategorie richtet sich nach der Fahrzeugklasse: D1 für Pkw, D1M für Motorräder, D2 für Kleinbusse, Wohnmobile und leichte Transporter, U für Anhänger von D2-Fahrzeugen. Die Laufzeiten zählen in Kalendertagen, nicht in rollierenden 24-Stunden-Zeiträumen. Kontrolliert wird über Kameras, und die Haftung liegt beim Halter. Wer ohne gültige Vignette auffährt, kauft sie innerhalb von 60 Minuten nach; danach greift der Zuschlag (pótdíj).
Welche Vignettenkategorie brauchen Sie?
Vignettenpflichtig ist jedes Fahrzeug, das die ungarischen Autobahnen und Schnellstraßen nutzt. Die teure Entscheidung ist aber nicht das Ob, sondern die Kategorie. Ungarn sortiert nach Fahrzeugklasse, Sitzzahl und zulässiger Gesamtmasse, nicht danach, wie Sie das Fahrzeug nutzen. Eine zu niedrige Kategorie fällt den Kameras genauso auf wie eine fehlende Vignette.
Höchstens 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse und höchstens sieben Sitzplätze. Das ist der Normalfall für Limousine, Kombi und die meisten SUV.
Jedes Motorrad fällt in diese Kategorie. Wichtig: Für D1M gibt es keine Jahresvignette, sondern nur die kürzeren Laufzeiten.
Kleinbusse, Wohnmobile und leichte Kastenwagen fallen in diese Kategorie. Seit dem 1. Februar 2024 gehören auch Kleinbusse der Fahrzeugklasse M2 bis 3,5 Tonnen dazu.
Die Kategorie U gilt für Anhänger von Fahrzeugen der Kategorie D2. Für den Anhänger hinter einem Pkw der Kategorie D1 sieht das System keine eigene Vignette vor.
Die alte Buskategorie B2 wurde am 1. Februar 2024 abgeschafft. Busse und Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen zahlen die Streckenmaut HU-GO. Eine Vignettenkategorie über 3,5 Tonnen existiert nicht.
Feld J im Fahrzeugschein entscheidet, nicht der Verwendungszweck
In der Zulassungsbescheinigung Teil I steht im Feld J die Fahrzeugklasse, und die ist der Ausgangspunkt für die ungarische Kategorie. Ein Kleinbus der Klasse M2 bis 3,5 Tonnen gehört seit Februar 2024 zu D2, ein leichtes Nutzfahrzeug ebenso. Dass Sie den Kastenwagen privat als Familienauto fahren, ändert daran nichts.
Prüfen Sie das Feld, bevor Sie bezahlen. Für eine zu niedrige Kategorie erhebt NÚSZ einen Differenz-Zuschlag von 15.530 Forint (rund 39 Euro) innerhalb von 60 Tagen und 49.190 Forint (rund 125 Euro) danach. Im Zweifel wählen Sie D2: Die höhere Kategorie bleibt deutlich günstiger als der Zuschlag.
Über 3,5 Tonnen: die streckenabhängige Maut HU-GO
Schwere Fahrzeuge kaufen in Ungarn überhaupt keine Vignette. Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen und Busse über 3,5 Tonnen fallen unter HU-GO und zahlen nach gefahrener Strecke, entweder über ein Fahrzeuggerät oder über vorab gekaufte Streckentickets. Regeln Sie diese Anmeldung vor der Reise, denn keine Vignettenkategorie deckt diese Gewichtsklasse ab.
Wer ist von der Vignettenpflicht befreit?
Die veröffentlichte Befreiung ist schmal, und für Besucher läuft sie praktisch ins Leere:
Ungarische grüne Kennzeichen
Mautfrei sind Fahrzeuge mit ungarischem Umweltkennzeichen (környezetkímélő), also dafür zugelassene Elektro- und Plug-in-Fahrzeuge mit ungarischer Zulassung.
Ausländische Elektroautos
Keine Befreiung. Ohne ungarisches grünes Kennzeichen gilt die vollständige Vignettenpflicht, unabhängig vom Antrieb. In Tschechien gibt es dafür einen Antragsweg, in Ungarn nicht. In der Slowakei übrigens auch nicht: Dort zahlt jedes Fahrzeug, unabhängig vom Antrieb.
Motorräder
Ebenfalls nicht befreit. Sie haben mit D1M ihre eigene Kategorie.
Für Besucher öffnet die veröffentlichte Liste keinen weiteren Weg. Nehmen Sie also keine Befreiung an, die dort nicht steht: Wer mit ausländischem Kennzeichen fährt, plant die Vignette ein.
Welche Straßen sind vignettenpflichtig?
Betroffen ist praktisch das gesamte Netz aus Autobahnen (autópálya, gekennzeichnet mit M) und Schnellstraßen (autóút, grün beschildert und auf 110 km/h begrenzt). Kontrolliert wird über Kameras, die Ihr Kennzeichen mit der Mautdatenbank abgleichen.
- M1174 km
Budapest - Győr - Austrian border
- M3231 km
Budapest - Miskolc - Ukrainian border
- M5174 km
Budapest - Kecskemét - Szeged - Serbian border
- M7234 km
Budapest - Lake Balaton - Croatian border
Vier Achsen tragen den Verkehr aus Deutschland. Die M1 ist die Hauptroute aus Österreich nach Budapest. Die M7 führt zum Balaton und weiter zur kroatischen Grenze, die M70 von dort an die slowenische. Die M5 ist die Transitachse nach Südosten, und von der M3 im Osten zweigt die M30 nach Miskolc ab.
Welche Abschnitte mautfrei sind
Drei Abschnitte sind ausdrücklich frei, und sie sind die Ausnahme, nicht die Regel:
- M0, der Budapester Ring: zwischen der M1 und der M5, zwischen der M4 und der M3 sowie auf der Megyeri-Brücke
- M4: von Vecsés zum Flughafen Budapest Liszt Ferenc, die Anfahrt zum Flughafen kostet also nichts
- M30: zwischen Miskolc-Süd und Miskolc-Nord
Der größte Teil des Rings M0 ist mautpflichtig
Die freien Segmente oben sind einzeln benannte Ausnahmen. Wer auf den Ring auffährt, weil eine Umgehung doch frei sein müsste, landet schnell auf einem mautpflichtigen Stück. Für die Umfahrung von Budapest brauchen Sie deshalb eine gültige Vignette.
Zudem gehen die Listen der Ratgeberseiten auseinander: Einige führen zusätzlich Abschnitte der M8, M31, M80, M9 und M60 als frei. Verbindlich ist allein die amtliche Mautkarte von NÚSZ, und die Abschnitte verschieben sich, sobald Bauarbeiten fertig werden.
Vignettenpreise und Laufzeiten für Ungarn
Für Pkw, Transporter und Anhänger stehen vier Laufzeiten zur Wahl: Tag, zehn Tage, Monat und Kalenderjahr. Motorräder haben drei davon, ohne die Jahresvignette. Die Preise unten kommen live aus unserem Katalog: Was Sie sehen, ist der Endpreis.
Motorrad
Beifahrerwagen bis zu 7 Sitze
Von 0-3.5t
Trailer 0-3.5t
Die angezeigten Preise entsprechen dem Gesamtbetrag inklusive Straßenabgabe und Registrierungsgebühr.
Welche Laufzeit sollten Sie wählen?
Tagesvignette
Gilt für einen gewählten Kalendertag von 0:00 bis 24:00 Uhr. Kaufen Sie sie mittags, deckt sie den Rest des Tages bis 23:59 Uhr ab, nicht volle 24 Stunden.
10 Tage
Zehn Kalendertage. Die übliche Wahl auf dem Korridor von Österreich nach Rumänien und für einen kurzen Urlaub mit Rückfahrt.
Monatsvignette
Gilt bis 24:00 Uhr am gleichen Kalendertag des Folgemonats. Fehlt dieser Tag dort, endet sie mit dem Monat: Ein Start am 31. Januar deckt den ganzen Februar ab.
Jahresvignette
Das Vignettenjahr läuft vom 1. Januar bis zum 31. Januar des Folgejahres. Die Vignette für 2026 gilt also vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Januar 2027, und der Vorverkauf begann am 8. Dezember 2025. Für Motorräder gibt es diese Laufzeit nicht.
Ungarn rechnet in Kalendertagen, nicht in 24-Stunden-Zeiträumen
Daran scheitern die meisten Kurzentschlossenen. Eine um 18:00 Uhr gekaufte Tagesvignette endet um Mitternacht desselben Tages, nicht am nächsten Abend. Wer nachts über die Grenze fährt und morgens ankommt, braucht deshalb zwei Tagesvignetten oder die Zehntagesvignette.
Landesvignette, Komitatsvignette und die neue M1-Regionalvignette
Die Landesvignette (országos) deckt das gesamte mautpflichtige Netz ab. Daneben verkauft der Staat die Komitatsvignette (vármegyei) für ein einzelnes Komitat, wobei Ungarn 19 Komitate und Budapest zählt. Sie gibt es nur als Jahresvignette, und sie gilt nur bis zur ersten Anschlussstelle hinter der Komitatsgrenze (Verordnung 45/2020 ITM). Neu für 2026 ist eine Regionalvignette für die vier Komitate entlang der M1: Pest, Fejér, Komárom-Esztergom und Győr-Moson-Sopron.
Für den Transit passt die Komitatsvignette nicht, denn fast jede Durchfahrt kreuzt mehrere Komitatsgrenzen, und hinter der Grenze fahren Sie ohne Deckung. Die Regionalvignette deckt dagegen genau den Wiener Korridor entlang der M1 ab; wer weiter nach Osten oder Süden fährt, verlässt auch sie. Hier bekommen Sie deshalb die Landesvignette; die Komitats- und die M1-Vignette verkauft das Staatsportal.
Wo können Sie die ungarische Vignette kaufen?
Jeder offizielle Kanal registriert dieselbe e-Matrica in derselben Datenbank von NÚSZ. Die Vignette ist also überall identisch. Der Unterschied liegt in Komfort, Sprache und darin, wie schnell Sie in der Grenzschlange noch reagieren können.
Der Kauf dauert keine drei Minuten, auf Deutsch, mit einem einzigen Gesamtbetrag in Euro. Ihr Kennzeichen wird nach dem Zahlungseingang im staatlichen System hinterlegt. Das ist der Weg, der am besten zur Regel „vor dem Grenzübertritt kaufen“ passt.
Derselbe Kauf vom Handy aus, für iOS und Android. Praktisch, solange Sie noch in Österreich stehen oder in der Warteschlange am Grenzübergang warten.
Der amtliche Webshop ist ematrica.nemzetiutdij.hu, betrieben von NÚSZ. Er verkauft zum gesetzlichen Forint-Tarif und führt auch die Komitats- und die M1-Regionalvignette.
Tankstellen und Geschäfte in Grenznähe verkaufen die e-Matrica am Schalter; außerdem verkaufen die Apps der Vertragshändler sie. Der Haken: Sie müssen dafür anhalten, und die Vignette muss gültig sein, bevor Ihre Räder die Autobahn berühren.
So kaufen Sie die ungarische Vignette online
Fahrzeugkategorie wählen
Gleichen Sie sie mit dem Feld J im Fahrzeugschein ab. Pkw bis 3,5 Tonnen mit höchstens sieben Sitzplätzen gehören zu D1, Kleinbusse, Wohnmobile und leichte Transporter zu D2. Motorräder und Anhänger haben eigene Kategorien.
Laufzeit wählen
Tag, zehn Tage, Monat oder Kalenderjahr. Denken Sie an die Rückfahrt, bevor Sie sich für die kürzeste Variante entscheiden.
Kennzeichen und Zulassungsland eintragen
Hier entstehen die Bußgelder. Übernehmen Sie das Kennzeichen zeichengenau vom Fahrzeugschein und achten Sie auf die verwechselbaren Zeichen: O und 0, I und 1, B und 8, S und 5. Umlaute geben Sie mit dem Grundvokal ein. Wählen Sie das Land, in dem das Fahrzeug zugelassen ist, nicht das Land, in dem Sie gerade stehen. Beim Mietwagen gilt das Kennzeichen am Fahrzeug.
Gültigkeitsbeginn festlegen
Starten Sie heute oder legen Sie den Reisetag fest. Jede Laufzeit beginnt an einem Kalendertag, nicht zur Uhrzeit des Kaufs.
Mit Karte zahlen
Der Kauf läuft über unser gesichertes Zahlungssystem.Bestätigung prüfen
Sie erhalten eine Bestätigungsmail mit allen Daten und ein PDF für Ihre Unterlagen. Gleichen Sie Kennzeichen, Zulassungsland und Kategorie noch einmal mit dem Fahrzeugschein ab.
Es kommt nichts mit der Post, und es gibt nichts anzukleben. Die Vignette hängt allein an Ihrem Kennzeichen, und sie wird entsprechend dem gewählten Gültigkeitsbeginn und den ungarischen Regeln gültig.
So prüfen Sie Ihre e-Matrica
Weil die Vignette nur ein Eintrag in einer Datenbank ist, prüfen Sie sie genau so, wie die Kameras sie lesen.
Bestätigung gegen den Fahrzeugschein halten
Zeichen für Zeichen, dazu Zulassungsland und Kategorie. In diesem Moment ist ein Fehler noch billig.
Kennzeichen in der amtlichen Abfrage prüfen
NÚSZ betreibt eine öffentliche Gültigkeitsabfrage, erreichbar über nemzetiutdij.hu und toll-charge.hu. Kennzeichen und Zulassungsland eingeben, und Sie sehen jede gültige Vignette dazu. Das lohnt sich besonders beim Mietwagen.
Bestätigung für die Reise behalten
Kontrolliert wird automatisch. Das PDF auf dem Handy klärt trotzdem jede Rückfrage an der Mietwagentheke oder bei einer Kontrolle in Sekunden.
Einreise nach Ungarn und die Weiterfahrt Richtung Südosten
An jedem Grenzübergang gilt dieselbe Regel: Die Vignette muss gültig sein, bevor Sie auf die Autobahn fahren, nicht erst am ersten Rastplatz.
Aus Österreich auf die M1
Der Hauptkorridor von Wien nach Budapest. Die österreichische Vignette, die die ASFINAG über ihren Shop, ihre App und ihre Verkaufsstellen verkauft, endet an der Grenze und deckt keinen Meter ungarischer Autobahn ab.
Aus der Slowakei über Bratislava
Wer über Bratislava anreist, braucht dort die slowakische E-Vignette und für Ungarn zusätzlich die e-Matrica. Beide hängen am Kennzeichen, beide sind rein digital.
Richtung Balkan und Türkei auf der M5
Die klassische Ostroute. Für Rumänien brauchen Sie die elektronische Vignette (Rovinieta), für Bulgarien die bulgarische E-Vignette, und in der Türkei rechnet das HGS-System streckenabhängig ab.
Zum Balaton und weiter an die Adria
Die M7 führt zum Balaton und an die kroatische Grenze, die M70 von dort weiter nach Slowenien. Wer über Slowenien an die Adria fährt, braucht dort eine eigene E-Vignette.
Gibt es eine gemeinsame Vignette für Österreich und Ungarn?
Nein. Jedes Land führt sein eigenes System, und ein gemeinsames Produkt existiert nicht: Österreich hat seine Vignette von der ASFINAG, Ungarn die e-Matrica, Rumänien die Rovinieta, die Slowakei die eznámka. Die Fahrt von Deutschland Richtung Südosten kreuzt mehrere dieser Systeme, und jedes will einzeln bezahlt werden. Die slowakische, die slowenische, die rumänische und die bulgarische E-Vignette bekommen Sie hier neben der ungarischen, sodass Sie den Korridor in einem Durchgang erledigen.
Die 60-Minuten-Kulanz und ihre Grenze
Ungarn lässt einen ehrlichen Fehler zu, und das ist in Europa selten. Wer ohne gültige Vignette auf eine Mautstraße auffährt, kauft sie innerhalb von 60 Minuten nach und zahlt dafür keinen Zuschlag. Kaufen Sie in diesem Fall sofort vom Handy aus und setzen Sie den heutigen Tag als Gültigkeitsbeginn.
Die Kulanz ist eine Nachkauffrist, keine Zahlungsfrist
Sie deckt den vergessenen Kauf ab, nicht das Fahren ohne Vignette als Dauerzustand. Läuft die Stunde ab, greift der Zuschlag (pótdíj) mit 27.790 Forint innerhalb von 60 Tagen und 95.730 Forint danach. Planen Sie die Stunde deshalb nicht ein, sondern kaufen Sie vor der Auffahrt.
Zwei verschiedene 60-Minuten-Regeln, die oft verwechselt werden
Die erste ist die Kulanzfrist für den Nachkauf. Die zweite steckt in der Deckelung des Zuschlags: Er wird höchstens einmal je Kennzeichen und Kalendertag erhoben. Eine Fahrt über Mitternacht zählt dabei als ein Tag, sofern zwischen der ersten und der letzten Erfassung weniger als 60 Minuten liegen.
Die zweite Regel begrenzt also den Schaden eines ungedeckten Tages, sie ersetzt aber keine Vignette. Jeder weitere Tag ohne Deckung bringt einen neuen Zuschlag.
Bußgelder und Kontrolle
Kontrolliert wird automatisch: Kameras lesen Ihr Kennzeichen und gleichen es mit der Mautdatenbank ab. Ausländische Kennzeichen behandelt das System genauso wie ungarische.
Zahlung innerhalb von 60 Tagen
27.790 Forint, rund 70 Euro. Der Grundbetrag für eine fehlende oder abgelaufene Vignette, gültig seit dem 1. Januar 2026.
Zahlung nach 60 Tagen
95.730 Forint, rund 242 Euro. Wer den ersten Bescheid liegen lässt, zahlt mehr als das Dreifache.
Zu niedrige Kategorie
15.530 Forint (rund 39 Euro) innerhalb von 60 Tagen, danach 49.190 Forint (rund 125 Euro). Denselben Zuschlag erhebt NÚSZ, wenn Sie mit einer Komitatsvignette über die Komitatsgrenze hinausfahren.
Die Zustellung nach Deutschland läuft trotzdem: Bei nicht gezahlter Maut fragen die EU-Staaten die Halterdaten gegenseitig ab, das Schreiben geht in der Sprache Ihrer Zulassungsbescheinigung heraus, und der ungarische Betreiber nennt die von ihm beauftragten Inkassodienste auf der eigenen Website, darunter eines in Deutschland. Rechnen Sie also nicht damit, dass eine kurze Fahrt unbemerkt bleibt.
Die Rechnung geht klar auf
Eine Zehntagesvignette kostet einen Bruchteil eines einzigen Zuschlags, und der niedrigere Betrag gilt nur, solange Sie innerhalb von 60 Tagen zahlen. Vor der Abfahrt zu kaufen, ist die einzige Variante dieser Reise, bei der Sie nicht rechnen müssen.
Regeln, die deutsche Fahrer in Ungarn überraschen
| Straßenart | Pkw und Transporter bis 3,5 t |
|---|---|
| innerorts | 50 km/h |
| außerorts | 90 km/h |
| Schnellstraße (autóút) | 110 km/h |
| Autobahn (autópálya) | 130 km/h |
| Wohn- und Erholungszone (lakó-pihenő övezet) | 30 km/h |
In Ungarn gelten 0,0 Promille, ohne Toleranz. Schon Werte bis 0,3 Promille kosten rund 30.000 Forint, also etwa 75 Euro, dazu sechs Punkte im ungarischen Punktesystem. Das eine Glas zum Mittagessen, das in Deutschland unter der Grenze bliebe, ist hier ein Verstoß.
Ungarn arbeitet mit objektiver Haftung: Den Bescheid bekommt der eingetragene Halter, unabhängig davon, wer am Steuer saß. Die Spanne der Kamerabußgelder reicht von 30.000 bis 300.000 Forint. Bei leichten Verstößen kann die Polizei vor Ort 5.000 bis 50.000 Forint erheben, zahlbar mit Karte oder per Überweisung.
Dort messen Abschnittskontrollen über die ganze Strecke, ein kurzes Bremsen vor dem Blitzer bringt also nichts. Die Toleranz der Kameras liegt bei etwa 10 km/h, ein Anspruch ist sie aber nicht.
Ein Pkw mit Anhänger fährt außerorts höchstens 70 km/h, auf der Schnellstraße 70 und auf der Autobahn 80. Dasselbe gilt für Transporter über 3,5 Tonnen. Der Abstand zu den 130 für den Solo-Pkw ist also beträchtlich, und diese Grenze gilt fahrzeugbezogen, unabhängig vom Schild.
Der vielzitierte Vorschlag mit 140 km/h auf Autobahnen und 120 km/h auf Kraftfahrstraßen steckt in der öffentlichen Konsultation. Bis zur Veröffentlichung im Magyar Közlöny gilt die Tabelle oben. Fahren Sie nach der Beschilderung, nicht nach Schlagzeilen.
Eine gesetzliche Winterreifenpflicht kennt Ungarn nicht; empfohlen werden Winterreifen von November bis März. Sind Schneeketten montiert, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
Mitzuführen sind Warndreieck, Verbandkasten und Ersatzlampen. Die Warnweste brauchen Sie, sobald Sie das Fahrzeug außerorts oder auf der Autobahn verlassen. Außerorts ist am Tag Abblendlicht oder Tagfahrlicht Pflicht.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler. Das System behandelt O und 0 sowie I und 1 als völlig verschiedene Zeichen, und ein Tippfehler bedeutet, dass für Ihr Fahrzeug keine Vignette hinterlegt ist. Gleichen Sie die Eingabe mit dem Fahrzeugschein ab, nicht mit Ihrem Gedächtnis.
Die Vignette hängt an der Kombination aus Kennzeichen und Zulassungsland. Wählen Sie das falsche Land, findet die Abfrage Ihr Fahrzeug nicht, obwohl Sie bezahlt haben.
Der typische Fall ist der leichte Kastenwagen, das Wohnmobil oder der Kleinbus, für den D1 gekauft wurde. Ein Blick ins Feld J klärt die Frage in zehn Sekunden und kostet nichts.
Ziehen Sie mit einem Fahrzeug der Kategorie D2 einen Anhänger, braucht er seine eigene Vignette der Kategorie U.
Sie endet an der ersten Anschlussstelle hinter der Komitatsgrenze. Fast jede Transit- und Urlaubsroute kreuzt mehrere Komitate, deshalb ist die Landesvignette die richtige Wahl.
Mautfrei sind nur Fahrzeuge mit ungarischem grünem Kennzeichen. Ein deutsches Elektroauto braucht die volle Vignette.
Zehn Tage heißen zehn Kalendertage ab dem gewählten Startdatum, nicht ab dem Moment, in dem Sie tatsächlich losfahren. Prüfen Sie das Enddatum gegen Ihren Rückreisetag.
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich in Ungarn eine Vignette?
Ja. Jedes Fahrzeug auf den ungarischen Autobahnen und Schnellstraßen braucht eine gültige E-Vignette. Sie hängt an Ihrem Kennzeichen, einen Aufkleber gibt es nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Vignette und Maut in Ungarn?
Die Vignette ist zeitbasiert und gilt für leichte Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen: Sie zahlen für einen Zeitraum, nicht für Kilometer. Güterfahrzeuge und Busse über 3,5 Tonnen zahlen dagegen die streckenabhängige Maut HU-GO, also nach gefahrener Strecke. Eine Vignettenkategorie über 3,5 Tonnen existiert nicht.
Welche Kategorie brauche ich für meinen Kastenwagen oder Kleinbus?
Prüfen Sie das Feld J im Fahrzeugschein. Ein Pkw bis 3,5 Tonnen mit höchstens sieben Sitzplätzen ist D1. Kleinbusse, Wohnmobile und leichte Transporter sind D2, und Kleinbusse der Klasse M2 bis 3,5 Tonnen gehören seit dem 1. Februar 2024 ausdrücklich dazu. Im Zweifel wählen Sie D2, denn der Differenz-Zuschlag ist teurer als die höhere Kategorie.
Braucht mein Anhänger eine eigene Vignette?
Nur hinter einem Fahrzeug der Kategorie D2. Dann brauchen Sie zusätzlich die Kategorie U. Für den Anhänger hinter einem Pkw der Kategorie D1 sieht das ungarische System keine eigene Vignette vor.
Gilt die Tagesvignette 24 Stunden?
Nein, sie gilt für einen Kalendertag von 0:00 bis 24:00 Uhr. Kaufen Sie sie am Abend, endet sie um Mitternacht desselben Tages. Für eine Nachtfahrt über die Grenze brauchen Sie deshalb zwei Tagesvignetten oder die Zehntagesvignette.
Wie lange gilt die Jahresvignette?
Das ungarische Vignettenjahr endet erst am 31. Januar des Folgejahres. Eine Vignette für 2026 deckt also den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Januar 2027 ab, und der Vorverkauf begann am 8. Dezember 2025. Für Motorräder gibt es keine Jahresvignette.
Wann endet meine Monatsvignette genau?
Um 24:00 Uhr am gleichen Kalendertag des Folgemonats. Fehlt dieser Tag dort, endet sie mit dem Monat: Ein Start am 31. Januar deckt den ganzen Februar ab.
Was passiert, wenn ich ohne Vignette auf die Autobahn fahre?
Sie haben 60 Minuten, um sie nachzukaufen, ohne einen Zuschlag zu zahlen. Danach kostet der Zuschlag 27.790 Forint, also rund 70 Euro, wenn Sie innerhalb von 60 Tagen zahlen, und 95.730 Forint, rund 242 Euro, danach. Erhoben wird er höchstens einmal je Kennzeichen und Kalendertag, aber jeder weitere ungedeckte Tag bringt einen neuen Zuschlag.
Was passiert, wenn ich eine zu niedrige Kategorie gekauft habe?
Dann greift der Differenz-Zuschlag: 15.530 Forint, rund 39 Euro, innerhalb von 60 Tagen und 49.190 Forint, rund 125 Euro, danach. Derselbe Zuschlag gilt für die Komitatsfalle, also für die Fahrt über die Komitatsgrenze hinaus.
Reicht mir eine Komitatsvignette für die Durchfahrt?
Nein. Sie gilt für ein einzelnes Komitat und nur bis zur ersten Anschlussstelle hinter dessen Grenze, und es gibt sie ausschließlich als Jahresvignette. Ungarn zählt 19 Komitate und Budapest, und fast jede Durchfahrt kreuzt mehrere davon. Für den Transit ist die Landesvignette die richtige Wahl, und die bekommen Sie hier.
Brauche ich für den Budapester Ring M0 eine Vignette?
Ja, für den größten Teil. Frei sind nur einzelne Segmente, nämlich zwischen der M1 und der M5, zwischen der M4 und der M3 sowie auf der Megyeri-Brücke. Wer Budapest umfährt, ist mit einer gültigen Vignette auf der sicheren Seite. Die Anfahrt zum Flughafen Liszt Ferenc über die M4 von Vecsés aus ist dagegen mautfrei.
Ist mein Elektroauto in Ungarn mautfrei?
Nein. Mautfrei sind nur Fahrzeuge mit ungarischem grünem Umweltkennzeichen. Ein ausländisch zugelassenes Elektroauto braucht die volle Vignette, und einen Antragsweg wie in Tschechien gibt es in Ungarn nicht.
Brauchen Motorräder in Ungarn eine Vignette?
Ja, in der eigenen Kategorie D1M, und befreit sind sie nicht. Eine Jahresvignette existiert für diese Kategorie allerdings nicht, sondern nur die kürzeren Laufzeiten.
Wie prüfe ich, ob meine Vignette gültig ist, und muss ich sie ausdrucken?
Ausdrucken müssen Sie nichts, denn die e-Matrica ist vollständig digital und hängt an Ihrem Kennzeichen. Prüfen lässt sie sich über die amtliche Gültigkeitsabfrage von NÚSZ auf nemzetiutdij.hu und toll-charge.hu: Kennzeichen und Zulassungsland eingeben, und Sie sehen jede gültige Vignette dazu. Beim Mietwagen lohnt sich dieser Blick, bevor Sie vom Parkplatz fahren.
Welche Website ist die offizielle für die ungarische Vignette?
Der staatliche Webshop ist ematrica.nemzetiutdij.hu, betrieben vom Nemzeti Útdíjfizetési Szolgáltató (NÚSZ); Informationen und die Abfrage stehen auf nemzetiutdij.hu und toll-charge.hu. Wir registrieren Ihr Kennzeichen im selben staatlichen System, die Vignette ist also identisch. Der Unterschied liegt im Service rund um den Kauf, und der hier angezeigte Gesamtbetrag ist das, was Sie zahlen.


