Frankreich verkauft keinen Zeitraum, sondern Kilometer. Die péage auf einer französischen Autoroute entsteht aus der Strecke, die Sie tatsächlich gefahren sind. Deshalb gibt es nichts, was Sie vor der Grenze kaufen müssten, und nichts, was hinter die Windschutzscheibe gehört.
Das Netz betreiben Konzessionäre unter staatlicher Aufsicht, die größten sind VINCI Autoroutes, Sanef und APRR, und jeder legt auf seinen Abschnitten eigene Sätze fest. Darum kostet dieselbe Entfernung in verschiedenen Landesteilen unterschiedlich viel, und darum existiert kein einheitlicher nationaler Preis. Einzelne Strecken sind ganz frei, etwa der größte Teil der A35 im Elsass.
Das System in einem Absatz
Ticket an der Einfahrt ziehen. Fahren. An der Ausfahrtsschranke Ticket einführen und mit Bargeld, Karte oder Télépéage zahlen. Der Automat rechnet die gefahrene Strecke mit dem Satz für Ihre Fahrzeugklasse. Auf einigen neueren Autobahnen steht keine Schranke mehr, dort fotografiert eine Brücke Ihr Kennzeichen.
Hat Frankreich eine Vignette?
Nein, und die Verwechslung kostet regelmäßig Geld.
Eine Vignette kauft einen Zeitraum Autobahnnutzung, eine Woche oder ein Jahr, zum Festpreis und unabhängig davon, wie weit Sie fahren. Eine Maut rechnet die tatsächlich gefahrenen Kilometer ab. Frankreich nutzt das zweite Modell.
Sie klebt an der Windschutzscheibe, weshalb viele sie neben der Schweizer Vignette einsortieren. Sie berechtigt aber zu keinem Meter Autobahn. Sie ist eine Schadstoffeinstufung für die Einfahrt in Städte.
Hinter der Schweizer Grenze wechselt das Modell vollständig: Jahresvignette, an der Grenze kontrolliert, ohne Alternative pro Kilometer. Österreich, Slowenien, Tschechien und Ungarn funktionieren genauso.
Wie sich die Maut in Frankreich berechnet
Zwei Systeme laufen nebeneinander, und welches gerade gilt, erkennen Sie daran, ob Ihnen ein Ticket ausgegeben wird.
Der größte Teil des Netzes läuft im geschlossenen System, dem système fermé. Sie ziehen ein Ticket an der Einfahrt, und die Ausfahrtsschranke berechnet den Betrag aus beiden Punkten und Ihrer Klasse. Kürzere Abschnitte laufen im offenen System, dem système ouvert: eine Pauschale an einer einzelnen Schranke, ganz ohne Ticket. Auf einer langen Fahrt in den Süden begegnen Ihnen beide, manchmal innerhalb einer Stunde.
Die Sätze legen die Betreiber fest und sie ändern sich. Statt hier Zahlen zu drucken, die veralten, nutzen Sie den offiziellen Streckenrechner auf autoroutes.fr oder die Rechner der Betreiber VINCI Autoroutes, Sanef und APRR. Start, Ziel und Fahrzeugklasse eingeben ergibt den echten Betrag für genau Ihre Strecke.
Ihre Fahrzeugklasse entscheidet, und die Grenze liegt bei zwei Metern
Hier wird eine Frankreich-Reise teurer als geplant, und der Grund ist meistens auf dem Dach festgeschnallt.
| Klasse | Was sie definiert | Typisches Fahrzeug |
|---|---|---|
| Classe 1 | Zwei Achsen, Höhe bis 2 m, zGG bis 3,5 t | Pkw, SUV, kleiner Transporter |
| Classe 2 | Höhe über 2 m und unter 3 m, zGG bis 3,5 t | Wohnmobil, hoher Transporter, Pick-up mit Wohnkabine |
| Classe 3 | Höhe ab 3 m oder zGG über 3,5 t, zwei Achsen | Lkw, Reisebus |
| Classe 4 | wie Klasse 3, aber drei oder mehr Achsen | Sattelzug |
| Classe 5 | Krafträder, Gespanne, Trikes, Quads | Motorrad |
Zwei Meter sind die Linie, und eine Dachbox überschreitet sie
Maßgeblich ist die Gesamthöhe des Fahrzeugs oder der Kombination, nicht der Eintrag im Fahrzeugschein. Ein Familienkombi ist bequem Klasse 1, bis Sie eine Dachbox montieren. Eine hohe Box kann die gemessene Höhe über zwei Meter schieben und stuft Sie an jeder Mautstelle der gesamten Fahrt in Klasse 2 hoch. Für einen Fahrradträger, der das Profil erhöht, gilt dasselbe. Wenn es knapp wird, messen Sie vor der Abfahrt statt an der ersten Schranke.
Fahrzeuge der Klasse 2, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität umgebaut sind, werden zum Satz der Klasse 1 abgerechnet.
An welcher Spur zahlen Sie?
Bargeldspuren: Scheine und Münzen
Gekennzeichnet mit Schein- und Münzsymbolen, an größeren Mautstellen oft besetzt. Im geschlossenen System zuerst das Einfahrtsticket einführen, dann zahlen.
Kartenspuren: mit CB gekennzeichnet, meist blau
Kontaktlos- und Chipkarten werden akzeptiert. Das ist die Standardspur für Reisende ohne Badge.
Orange Spuren mit einem t: nur Télépéage
Diese Spuren sind für den elektronischen Badge, die Schranke öffnet ohne Halt. Der Badge heißt für Pkw Liber-t und kommt von einem Betreiber wie Ulys, Bip&Go oder Fulli, auf Monatsabrechnung. Er richtet sich an Anwohner und Vielfahrer. Für eine einzelne Reise brauchen Sie ihn nicht, denn jede Mautstelle nimmt auch normale Zahlungsmittel. Fahren Sie ohne Badge nicht in eine orange Spur.
Maut ohne Schranke: das Free-Flow-System
Frankreich stellt sein Netz auf flux libre um, und genau hier stolpern Rückkehrer, die nur Schranken in Erinnerung haben.
Auf einer Free-Flow-Strecke gibt es nichts, wo Sie halten könnten. Brücken über der Fahrbahn lesen Ihr Kennzeichen, abgerechnet wird danach. Heute betrifft das die A79 im Allier, die 2022 den Anfang machte, die A13 und A14 zwischen Paris und der Normandie sowie das Autobahnkreuz A4 bei Boulay-Moselle. Die A40 Richtung Genf soll folgen, und das Netz insgesamt geht diesen Weg über die nächsten Jahre.
72 Stunden, danach ändert sich die Größenordnung
Mit Télépéage-Badge rechnet eine Free-Flow-Strecke automatisch ab, Sie müssen nichts tun. Ohne Badge haben Sie 72 Stunden Zeit, entweder auf der Website oder in der App des Betreibers, oder mit Bargeld oder Karte in einem Partnergeschäft des Nirio- und Tabak-Netzes.
Verstreicht die Frist, erhebt der Betreiber einen Zuschlag von 90 €, der auf 10 € sinkt, wenn Sie innerhalb von fünfzehn Tagen nach dem Zahlungsbescheid begleichen. Das ist die einzige wirklich harte Regel im französischen Mautsystem, und es gibt sie, weil keine Schranke Sie aufhält.
Wenn Ihre Route über die A13 oder A14 aus Paris hinaus oder über die A79 nach Süden führt, erledigen Sie die Zahlung am Abend der Ankunft und nicht erst nach der Rückkehr.
Die Städte sind teurer als die Autobahn
Auf der Autoroute geht selten etwas schief. In den Städten schon.
Rund fünfundzwanzig französische Ballungsräume betreiben eine zone à faibles émissions, und für die Einfahrt braucht Ihr Fahrzeug die Crit'Air-Plakette an der Scheibe. Sie hat mit der Maut nichts zu tun: Sie bezahlt keine Straßennutzung, sie kommt nicht vom Autobahnbetreiber, und es gibt sie weder an der Grenze noch an der Raststätte. Sie wird online bestellt und per Post geschickt.
Die Gebühr ist per Erlass auf 3,11 € festgesetzt, das Porto kommt hinzu
Die Einstufung gilt lebenslang für das Fahrzeug, ohne Verlängerung
Die deutsche Umweltplakette gilt in Frankreich NICHT, und umgekehrt genauso wenig
Der letzte Punkt ist der teuerste. Die grüne Plakette, die Sie durch Stuttgart bringt, ist hinter der französischen Grenze ein Aufkleber ohne Wirkung.
Beim Bestellen kommt es nur darauf an, wo Sie bestellen. Der Erlass setzt die Gebühr auf 3,11 € plus Porto fest, Wiederverkaufsseiten verlangen für dieselbe Plakette rund 15 bis 40 € und stehen in den Suchergebnissen oft über der amtlichen Seite. Bestellen Sie ausschließlich auf der offiziellen französischen Seite, erkennbar an der Endung gouv.fr, und planen Sie den Postweg ins Ausland mit einigen Wochen ein.
2026 ging durch die Presse, Frankreich habe seine Umweltzonen abgeschafft. Das Parlament hatte das zwar beschlossen, doch der Conseil constitutionnel hat die Bestimmung am 21. Mai 2026 kassiert: Sie war als cavalier législatif an das Vereinfachungsgesetz angehängt worden, ohne ausreichenden inhaltlichen Bezug dazu, und damit verfahrensfehlerhaft. Die Umweltzonen gelten also unverändert weiter, und die Crit'Air-Plakette bleibt Pflicht.
Regeln, die deutsche Fahrer in Frankreich Geld kosten
Nicht schwierig, aber anders als zu Hause:
Bei Regen sinken die Limits automatisch, auf der Autoroute von 130 auf 110 km/h, ohne Schild
Priorité à droite: an unbeschilderten Kreuzungen hat der von rechts Vorfahrt
Fahranfänger der ersten drei Jahre fahren dauerhaft die abgesenkten Limits
Die vollständigen Werte samt Bußgeldern und der Frage, wie ein französischer Bescheid einen deutschen Halter erreicht, stehen im Ratgeber zu den Tempolimits in Frankreich.
Weiterfahrt: wo auf Ihrer Route eine Vignette fällig wird
Kaum jemand fährt nach Frankreich und bleibt dort. Frankreich ist der Korridor in die Alpen, nach Spanien und nach Italien, und sobald Sie es verlassen, wechselt das Abrechnungsmodell.
Die Schweiz kennt keine Streckenmaut. Sie verkauft eine Jahresvignette, kontrolliert sie an der Grenze, und eine Alternative pro Kilometer gibt es nicht. Wer über Genf oder Basel Richtung Alpentunnel fährt, braucht die Vignette für die Schweiz also vor der Grenze und nicht danach.
Führt die Route weiter nach Osten, gilt dasselbe Prinzip für Slowenien, Tschechien und Ungarn. Welches Land nach Zeit und welches nach Strecke abrechnet, zeigt die Übersicht zu allen E-Vignetten für Europa.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie funktioniert die Maut in Frankreich?
Nach Strecke. Auf den meisten Autorouten ziehen Sie bei der Einfahrt ein Ticket und zahlen an der Ausfahrtsschranke, berechnet aus gefahrener Entfernung und Fahrzeugklasse. Kürzere Abschnitte verlangen eine Pauschale an einer einzelnen Schranke, und immer mehr Strecken haben gar keine Schranke mehr.
Braucht man für Frankreich eine Vignette?
Nein. Frankreich rechnet nach Kilometern ab, es gibt also nichts vorab zu kaufen und nichts an die Scheibe zu kleben. Die Crit'Air-Plakette ist eine Schadstoffeinstufung für Städte und keine Straßenvignette.
Wie bezahle ich die Maut in Frankreich ohne Badge?
An der Schranke mit Bargeld oder Karte. Kartenspuren sind mit CB gekennzeichnet und meist blau. Meiden Sie die orangen Spuren mit einem t, die nur für den Télépéage-Transponder öffnen.
Was passiert auf französischen Autobahnen ohne Mautschranke?
Eine Brücke liest Ihr Kennzeichen und Sie zahlen im Nachhinein. Ohne Télépéage-Badge haben Sie 72 Stunden Zeit, online, in der App des Betreibers oder bar beziehungsweise per Karte in einem Partnergeschäft. Danach fällt ein Zuschlag von 90 € an, der auf 10 € sinkt, wenn Sie binnen fünfzehn Tagen nach dem Bescheid zahlen.
Ändert eine Dachbox meine Mautklasse in Frankreich?
Ja, das kann sie. Maßgeblich ist die Gesamthöhe von Fahrzeug oder Kombination, und die Grenze der Klasse 1 liegt bei zwei Metern. Eine Dachbox oder ein hoher Fahrradträger kann einen normalen Pkw darüber schieben, und zwar für jede Mautstelle der Fahrt.
Was kostet die Maut in Frankreich?
Das hängt von Strecke, Fahrzeugklasse und Betreiber ab, und die Sätze legen die Konzessionäre selbst fest. Den Betrag für Ihre tatsächliche Fahrt liefert der offizielle Streckenrechner auf autoroutes.fr oder der Rechner des jeweiligen Betreibers.
Gilt meine deutsche Umweltplakette in Frankreich?
Nein. Die beiden Systeme sind vollständig getrennt und werden nicht gegenseitig anerkannt. Für französische Umweltzonen brauchen Sie die Crit'Air-Plakette, die vor der Abfahrt bestellt und per Post zugestellt wird.
Wurden die französischen Umweltzonen 2026 abgeschafft?
Nein. Das Parlament hatte die Abschaffung beschlossen, doch der Conseil constitutionnel hat die Bestimmung am 21. Mai 2026 kassiert, weil sie einem inhaltlich unverbundenen Gesetz angehängt worden war. Die Umweltzonen und die Pflicht zur Crit'Air-Plakette bleiben in Kraft.
Wie wird ein Wohnmobil in Frankreich abgerechnet?
In der Regel als Klasse 2, weil es über zwei Meter hoch ist und das zulässige Gesamtgewicht 3,5 t nicht übersteigt. Ab drei Metern Höhe oder über 3,5 t rutscht es in Klasse 3.
Brauche ich nach Frankreich eine Vignette?
Wenn Sie weiter nach Osten fahren, meistens ja. Die Schweiz, Österreich, Slowenien, Tschechien und Ungarn rechnen nach Zeit statt nach Strecke ab und kontrollieren an oder hinter der Grenze, das gehört also vor die Abfahrt.


