Vignette in Europa: alle Länder mit Vignettenpflicht 2026
Auf deutschen Autobahnen zahlen Sie mit dem Pkw nichts, doch auf vielen Urlaubsrouten beginnt die Vignettenpflicht schon an der ersten Grenze. 2026 verlangen genau neun Länder in Europa eine Vignette für Autos: Österreich, die Schweiz, Tschechien, Slowenien, Ungarn, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Moldawien. Hier sehen Sie auf einen Blick, wo welche Regeln gelten und was sich an jeder Grenze ändert. Sieben dieser neun Vignetten bekommen Sie bei Vignetim in einem einzigen Kaufvorgang, verknüpft mit Ihrem Kennzeichen.
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Im übrigen Europa fahren Autos entweder mautfrei, oder sie zahlen nach Strecke: an Mautstellen, über Kamerabrücken oder nur an einzelnen Brücken und Tunneln. Ist Ihnen das Prinzip neu? Unser Ratgeber erklärt in zwei Minuten, was eine Vignette ist und worin sie sich von der Maut unterscheidet.
Wichtig: Die Vignettenkarte sieht anders aus, als viele erwarten. Deutschland und Frankreich haben gar keine Vignette. Rumänien und Bulgarien verlangen sie dagegen auch auf gewöhnlichen Landstraßen zwischen den Städten. Und die Schweiz verkauft nichts Kürzeres als eine Jahresvignette. Wer die Regeln eines Landes einfach auf das nächste überträgt, zahlt dort oft drauf.
Welche Länder in Europa verlangen eine Vignette?
Land
Name vor Ort
Form
Laufzeiten (Pkw)
Wo sie gilt
Österreich
Vignette
digital; Klebevignette nur noch bis 30. November 2026 im Verkauf
Zwei Ergänzungen zur Tabelle: Liechtenstein verlangt keine eigene Vignette, dort gilt die Schweizer Vignette mit. Außerdem betrifft die Tabelle nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Für Lkw, Busse und viele schwere Wohnmobile gelten ganz andere Systeme, dazu weiter unten mehr.
Die Spalte „Form“ zeigt den Trend: Sieben der neun Länder haben die Klebevignette abgeschafft, Österreich folgt im Dezember 2026. Die digitale Vignette in Europa hängt am Kennzeichen, nicht an der Scheibe.
Bei Vignetim kaufen Sie die Vignette für sieben der neun Länder in einem Durchgang, direkt auf Ihr Kennzeichen registriert. Für Österreich kaufen Sie beim Autobahnbetreiber ASFINAG.
Die Reihenfolge folgt den Routen, die Autofahrer aus Deutschland am häufigsten fahren: zuerst die direkten Nachbarn, dann die Länder auf dem Weg nach Südosten.
Österreich: Vorsicht bei der Jahresvignette aus dem Onlineshop
Die österreichische Vignette, umgangssprachlich „Pickerl“ genannt, brauchen Sie auf allen Autobahnen und Schnellstraßen. Zur Wahl stehen 1 Tag, 10 Tage, 2 Monate und ein Jahr. Die bekannteste Falle betrifft den Kauf im Internet. Eine digitale 2-Monats- oder Jahresvignette aus dem Onlineshop gilt wegen des Rücktrittsrechts frühestens ab dem 18. Tag nach dem Kauf. Die 1-Tages- und die 10-Tages-Vignette sind davon ausgenommen. Sie gelten ohne Wartefrist ab dem gewählten Tag und sind für Urlauber deshalb meist die bessere Wahl.
2026 ist außerdem das letzte Jahr der Klebevignette. Ab dem 1. Dezember 2026 gibt es die Vignette nur noch digital. Eine bereits geklebte Jahresvignette 2026 bleibt aber bis zum 31. Januar 2027 gültig.
Vignetim verkauft die österreichische Vignette nicht. Kaufen Sie sie im Mautshop der ASFINAG oder in der ASFINAG-App. Auch Tankstellen und Trafiken verkaufen sie, und dort gilt sogar die digitale Jahresvignette ohne Wartefrist. Ohne Vignette wird es teuer: Die Ersatzmaut kostet 200 Euro für Pkw und 100 Euro für Motorräder. Zahlen Sie sie nicht, drohen 300 bis 3.000 Euro im Strafverfahren.
Wichtig für Fahrten über die Alpen: Auf den Streckenmaut-Abschnitten der A9, A10, A11, A13 und S16 zahlen Sie eine eigene Gebühr, die keine Vignette abdeckt. Auf der Brennerautobahn A13 selbst brauchen Sie deshalb keine Vignette, auf der Zufahrt über die A12 ab Kufstein dagegen schon.
Schweiz: eine Vignette, ein Preis, nur fürs ganze Jahr
Die Schweiz hält es einfach: Sie verkauft nur die Jahresvignette. Auch wer nur einmal von Basel nach Chiasso durchfährt, braucht die volle Jahresvignette. Jede Ausgabe gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres. Die Vignette 2027 gilt also vom 1. Dezember 2026 bis zum 31. Januar 2028, egal wann Sie sie kaufen. Seit 2023 wählen Sie zwischen der klassischen Klebevignette und der E-Vignette, die an Ihr Kennzeichen gebunden ist.
Drei Regeln fallen auf. Motorräder zahlen ebenfalls. Jeder Anhänger und jeder Wohnwagen braucht eine eigene Vignette, das verlangt sonst kein Land in Europa. Und der Gotthard- sowie der San-Bernardino-Tunnel sind in der Vignette enthalten, ganz anders als die Tunnel mit Streckenmaut in Österreich. Ohne Vignette zahlen Sie 200 Franken Buße und müssen die Vignette trotzdem kaufen. Die E-Vignette für die Schweiz bekommen Sie bei Vignetim direkt auf Ihr Kennzeichen.
Tschechien: nur auf Autobahnen, mit großzügigen Ausnahmen
Die tschechische E-Vignette (e-známka) gibt es seit 2021 nur noch digital, und sie gilt nur auf Autobahnen. Normale Straßen bleiben frei, ebenso gekennzeichnete Abschnitte wie der größte Teil des Prager Rings D0. Pkw-Fahrer wählen 1 Tag (seit 2024), 10 Tage, 30 Tage oder ein Jahr. Die Jahresvignette gilt 365 Tage ab einem Starttag Ihrer Wahl, nicht für das Kalenderjahr.
Bei den Ausnahmen ist Tschechien das großzügigste Land der Liste. Reine Elektro- und Wasserstoffautos fahren kostenlos. Mit ausländischem Kennzeichen müssen Sie die Befreiung aber vor der Fahrt im System eDálnice anmelden. Anhänger brauchen nie eine eigene Vignette, Motorräder gar keine. Ohne gültige Vignette drohen bis zu 5.000 Kronen (rund 205 Euro) vor Ort und bis zu 20.000 Kronen (rund 820 Euro) im Verwaltungsverfahren. Alle Laufzeiten und den Kauf finden Sie auf unserer Seite zur E-Vignette für Tschechien.
Slowenien: keine Tagesvignette und die 1,30-Meter-Regel
Die slowenische E-Vignette (e-vinjeta) gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen. Die kürzeste Laufzeit ist eine Woche. Selbst für zwei Stunden Transit nach Kroatien kaufen Sie also sieben Tage. Motorräder zahlen ebenfalls, in einer eigenen Klasse zum etwa halben Pkw-Preis.
Teuer wird es bei der Einstufung. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen teilt Slowenien nach der Höhe über der Vorderachse in die Klassen 2A und 2B ein. Die Grenze liegt bei 1,30 Metern. Transporter, Kleinbusse und die meisten Wohnmobile landen in 2B, zum doppelten Preis. Wer für ein 2B-Fahrzeug eine 2A-Vignette kauft, fährt rechtlich ohne Vignette. Die Strafe dafür beträgt pauschal 300 Euro.
Neu seit Januar 2026: Die Küstenschnellstraßen H5 und H6 nach Koper und Izola sind vignettenfrei. Unverändert bleibt der Karawankentunnel an der Grenze zu Österreich. Er kostet eine eigene Streckenmaut der ASFINAG von 9 Euro (Stand 2026), die keine Vignette abdeckt. Klassen und Laufzeiten im Überblick finden Sie bei der Vignette für Slowenien.
Slowakei: rollierende Laufzeit und freie Umfahrungen
Die slowakische E-Vignette (eznámka) gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen, mit Laufzeiten von 1, 10, 30 und 365 Tagen. Die 365-Tage-Vignette beginnt an einem Tag Ihrer Wahl. Seit August 2024 sind über 200 Kilometer Stadtumfahrungen für Pkw vignettenfrei, darunter die komplette Umfahrung D4 um Bratislava. Für einen Tagesausflug von Wien nach Bratislava ändert das die Rechnung.
Achten Sie auf die Anhängerregel, denn sie ist das Gegenteil der tschechischen. Wiegen Auto und Anhänger zusammen mehr als 3,5 Tonnen, braucht der Anhänger eine eigene Vignette. Elektroautos brauchen ebenfalls eine Vignette, Motorräder dagegen nicht. Ohne Vignette drohen Bußgelder von bis zu mehreren Hundert Euro. Ein späterer Kauf hebt einen bereits erfassten Verstoß nicht auf. Mehr dazu auf der Seite zur Vignette für die Slowakei.
Die rumänische E-Vignette (Rovinieta) gilt weit über die Autobahnen hinaus. Sie brauchen sie auch auf Schnellstraßen und auf den Nationalstraßen (DN), über die in Rumänien die meisten Fahrten laufen. Frei sind Kreis- und Gemeindestraßen. Wer die Autobahn meidet, braucht also trotzdem eine Rovinieta. Genau an diesem Missverständnis scheitern viele Urlauber.
Pkw-Fahrer wählen 1, 10, 30 oder 60 Tage oder 12 Monate, alles digital und an das Kennzeichen gebunden. Ab 30 Tagen Laufzeit wird zusätzlich die Fahrgestellnummer erfasst. Seit dem 1. Oktober 2026 hängt der Preis außerdem von der Euro-Abgasnorm ab (Verordnung 888/2026 des Verkehrsministeriums). Beide Angaben stehen im Fahrzeugschein, halten Sie ihn also bereit. Rund 110 feste Kameras und mobile Einheiten prüfen die Kennzeichen laufend. In Rumänien zugelassene Autos dürfen bis Mitternacht des Folgetages nachzahlen, ausländische Kennzeichen haben diese Frist nicht. Die Strafe beträgt nach Gesetz 226/2023 das Zwei- bis Vierfache der Jahresgebühr.
Gute Nachricht für Fahrten ans Schwarze Meer und nach Bulgarien: Die Brückenmaut bei Fetești-Cernavodă auf der A2, bei Giurgeni-Vadu Oii und in Giurgiu Richtung Ruse ist seit dem 1. Oktober 2026 abgeschafft. In der Gegenrichtung kassiert die bulgarische Seite in Ruse weiterhin eine kleine Brückengebühr. Auch die Donaubrücke Calafat-Vidin kostet weiter Maut, denn sie gehört einer bulgarischen Betreibergesellschaft. Die Rovinieta für Rumänien kaufen Sie bei Vignetim in allen Laufzeiten.
Die bulgarische E-Vignette (vinetka) gibt es seit 2019 nur noch digital, Ihr Kennzeichen ist der Nachweis. Viele übersehen beim ersten Mal den Geltungsbereich. Die Vignette gilt nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf vielen Nationalstraßen erster und zweiter Klasse, etwa auf der Strecke nach Bansko. „Ich fahre einfach nicht auf der Autobahn“ funktioniert in Bulgarien also nicht. Die Laufzeiten reichen von einem Tag bis zu einem Jahr. Seit dem 1. August 2026 kosten alle Laufzeiten rund 30 Prozent mehr, viele ältere Ratgeber nennen noch die alten Preise.
Rund um die Uhr kontrollieren mehrere Hundert feste und mobile Kameras. Auch der Zoll prüft bei der Ausreise. Wer ohne Vignette erwischt wird, zahlt eine Ausgleichsgebühr, vor Ort oder innerhalb von 14 Tagen. Damit ist die Sache erledigt, ein Bußgeld kommt nicht hinzu. Wiegen Auto und Anhänger zusammen mehr als 3,5 Tonnen, braucht der Anhänger eine zweite Vignette. Laufzeiten und Kauf finden Sie bei der E-Vignette für Bulgarien.
Moldawien dreht die übliche Logik um: Die Vignettenpflicht (Vinieta) gilt nur für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, einheimische Autos zahlen über die Zulassung. Die Vignette gilt auf dem gesamten Straßennetz und läuft 7, 15, 30, 90 oder 180 Tage. Für eine Durchreise reicht meist die 7-Tage-Vignette.
Kamerabrücken sind selten. Geprüft wird vor allem bei der Ausreise an der Grenze, wo der Zoll den elektronischen Eintrag abfragt. Die Strafen liegen je nach Dauer der Fahrt ohne Vignette bei 2.250 bis 9.000 moldauischen Lei (rund 115 bis 460 Euro). Moldawien gehört nicht zur EU, nehmen Sie daher auch die Grüne Karte als Versicherungsnachweis mit. Die Vignette für Moldawien bekommen Sie bei Vignetim in allen fünf Laufzeiten.
Die meisten Länder Europas kennen keine Vignette für Autos. Für die Routenplanung zählt auch, wo nichts fällig wird.
Deutschland: keine Vignette und keine Pkw-Maut
In Deutschland gibt es weder eine Vignette noch eine allgemeine Maut für Pkw. Die geplante Pkw-Maut hat der Europäische Gerichtshof am 18. Juni 2019 gekippt. Sie hätte Fahrer aus anderen EU-Staaten benachteiligt. Eingeführt wurde sie nie. Maut zahlen in Deutschland nur Lkw.
Länder mit Maut nach Strecke
Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und Kroatien rechnen auf ihren Mautautobahnen nach Kilometern ab, an Mautstellen oder elektronischen Portalen. Was das in Italien bedeutet, steht in unserem Ratgeber zur Maut in Italien. Serbien und Nordmazedonien funktionieren auf der Balkanroute genauso. In der Türkei gibt es kein klassisches Vignettensystem, die Maut läuft elektronisch über HGS. Mit ausländischem Kennzeichen brauchen Sie dafür ein HGS-Konto für ausländische Fahrzeuge.
Für Autos mautfrei
Auf Polens staatlichen Autobahnen fahren Pkw seit 2023 mautfrei. Maut zahlen Sie dort nur noch auf einigen privat betriebenen Abschnitten der A1, A2 und A4. Belgien und Luxemburg sind für Autos mautfrei, in Belgien kostet nur der Liefkenshoektunnel bei Antwerpen extra. Die baltischen Staaten verlangen für die Straßen selbst nichts. Eine kleine Ausnahme kennen nur wenige: Der lettische Badeort Jūrmala verlangt 5 Euro pro Tag für die Einfahrt in die ausgeschilderte Zone.
Maut nur an einzelnen Stellen
Die Niederlande sind für Autos mautfrei, bis auf den Kiltunnel bei Dordrecht und die neue A24 bei Rotterdam. Auf der A24 gibt es keine Schranken. Die Maut für die A24 in den Niederlanden zahlen Sie online innerhalb von drei Tagen, und genau das übersehen viele ausländische Fahrer. Irland kassiert an Mautstationen, auf der M50 rund um Dublin dagegen per Kamera. Island erhebt Gebühren für einzelne Tunnel. Dänemark und Schweden sind bis auf die großen Brücken frei, Norwegen erfasst Straßen- und Citymaut automatisch über das Kennzeichen.
Achtung: Umweltplakette und Crit’Air sind keine Vignetten. Die deutsche Umweltplakette und die französische Crit’Air-Plakette regeln, welche Fahrzeuge in Umweltzonen fahren dürfen. Sie kosten wenige Euro und weisen die Schadstoffklasse nach, mit der Straßenbenutzung haben sie nichts zu tun. Frankreich wird durch die Crit’Air nicht zum Vignettenland. Den Unterschied zwischen Vignette, Maut und Umweltplakette erklärt unser Vignetten-Ratgeber.
Wohnmobil, Anhänger, Lkw: Wann gelten andere Regeln?
Alle Vignetten oben gelten für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Darüber wechseln die meisten Vignettenländer zu einer streckenabhängigen Maut per GPS oder Kamerabrücke. Beispiele sind die GO-Maut in Österreich, BGTOLL in Bulgarien, MYTO CZ in Tschechien, HU-GO in Ungarn, e-mýto in der Slowakei und DarsGo in Slowenien. Die Schweiz erhebt ihre Schwerverkehrsabgabe. Estland ist für Pkw mautfrei, verlangt von Lkw aber eine zeitbasierte Straßengebühr, die Teetasu für Lkw in Estland. Auch Rumänien hat umgestellt: Seit dem 1. Oktober 2026 zahlen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen dort eine Maut nach Strecke und Schadstoffklasse (TollRo). Für Pkw bleibt es bei der Rovinieta. Die Eurovignette für Lkw ist weiter geschrumpft, seit die Niederlande sie im Juli 2026 durch eine Kilometermaut ersetzt haben. Für Autos galt sie nie.
Bei Wohnmobilen verschiebt sich die 3,5-Tonnen-Grenze. Bulgarien und die Slowakei behandeln als M1 zugelassene Wohnmobile unabhängig vom Gewicht wie Pkw, sie bleiben also bei der Vignette. Die Schweiz stuft schwere Wohnmobile in die Schwerverkehrsabgabe ein, in Slowenien übernimmt oberhalb von 3,5 Tonnen DarsGo. Prüfen Sie die Fahrzeugkategorie deshalb vor dem Kauf auf jeder Länderseite.
Route planen: Welche Vignetten brauchen Sie unterwegs?
Die meisten Reisen berühren mehr als ein System, und genau an den Grenzen passieren die Fehler. Fünf typische Strecken ab Deutschland:
München an die kroatische Küste
Über Salzburg und die Tauernautobahn brauchen Sie die österreichische Vignette von der ASFINAG, auf der A10 kommt Streckenmaut dazu. Der Karawankentunnel kostet eine eigene Maut, danach gilt bis zur kroatischen Grenze die slowenische e-vinjeta. In Kroatien endet das Vignettensystem: Die Maut in Kroatien zahlen Sie nach Strecke. Drei Länder, drei Systeme an einem Reisetag.
Dresden oder Berlin nach Prag
Deutschland kostet nichts, Sie brauchen also nur die tschechische e-známka für die D8. Auf der Landstraße und auf dem größten Teil des Prager Rings D0 fahren Sie ohne Vignette. Wer aus Bayern über Waidhaus nach Pilsen fährt, braucht die Vignette ebenso für die D5.
Berlin nach Budapest über Tschechien und die Slowakei
Über Prag, Brünn und Bratislava brauchen Sie drei Vignetten: für Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Die Vignetten für Tschechien und die Slowakei bekommen Sie bei Vignetim in einem Kaufvorgang. Fahren Sie stattdessen über Wien, ersetzt die österreichische Vignette die slowakische. Die kaufen Sie dann bei der ASFINAG.
Süddeutschland in die Schweiz und weiter nach Italien
Ab Basel oder über den Bodensee brauchen Sie die Schweizer Jahresvignette, der Gotthard ist darin enthalten. In Italien zahlen Sie danach Maut nach Strecke. Nehmen Sie stattdessen den Brenner, brauchen Sie die österreichische Vignette auf der A12 und die Streckenmaut für die A13. Auch die Tempolimits ändern sich an jeder Grenze. Den Überblick gibt unsere Tabelle zum Tempolimit in Europa.
Deutschland in die Türkei
Auf der klassischen Route über Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien brauchen Sie die österreichische Vignette, die ungarische e-matrica und die bulgarische vinetka. In Serbien zahlen Sie Maut nach Strecke. Die Variante ganz innerhalb der EU führt statt durch Serbien durch Rumänien, dort brauchen Sie die Rovinieta auch auf den Nationalstraßen. An der türkischen Grenze wechseln Sie zu HGS und brauchen die Grüne Karte für die Türkei. Den ganzen Ablauf mit Papieren und Etappen beschreibt unser Ratgeber mit dem Auto in die Türkei.
Typische Fehler mit Vignetten in Europa
Eine Vignette für ganz Europa erwartenNeun Länder bedeuten neun getrennte Vignetten, und jede gilt nur im eigenen Land.
„1 Tag“ als 24 Stunden lesenIn Österreich, Tschechien, Ungarn und Rumänien gilt die Tagesvignette für einen Kalendertag bis Mitternacht, nicht 24 Stunden ab Kauf. Um 15 Uhr gekauft, bleiben Ihnen noch neun Stunden.
Die österreichische Jahresvignette am Vorabend online kaufenSie gilt dann frühestens ab dem 18. Tag. Wer spät dran ist, nimmt die 10-Tages-Vignette oder kauft vor Ort.
Für Transporter oder Wohnmobil die günstigere Klasse wählenDie slowenische Klasse 2B ist genau für solche Fahrzeuge gedacht. In Slowenien zählt eine zu niedrige Klasse wie gar keine Vignette.
Sich auf den Mietwagen verlassenEin Mietwagen hat meist nur die Vignette des Landes, in dem Sie ihn abholen. Die Strafe landet am Ende bei Ihnen. Prüfen Sie deshalb vor der Abfahrt, welche Länder Ihrer Route abgedeckt sind.
Glauben, ohne Schranke gebe es keine KontrolleAlle Vignettenländer kontrollieren heute per Kamera oder bei der Ausreise. Bußgelder aus anderen EU-Staaten kommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an Ihre Heimatadresse. Wo kein Häuschen steht, steht meist eine Kamera.
So decken Sie Ihre Route vor der Abfahrt ab
1
Gehen Sie Ihre Route anhand der Tabelle durch
Notieren Sie jedes Vignettenland, auch wenn Sie es nur eine Stunde lang durchqueren.
2
Stimmen Sie die Laufzeiten auf Ihre Reisedaten ab
Denken Sie an die Kalendertage, an die Mindestlaufzeit von einer Woche in Slowenien und an die Jahresvignette der Schweiz. Sind zwei kurze Vignetten günstiger als eine lange, legen Sie für die Rückfahrt einen späteren Starttermin fest.
3
Kaufen Sie alles in einem Durchgang
Vignetim registriert die E-Vignetten für Bulgarien, Tschechien, Moldawien, Rumänien, die Slowakei, Slowenien und die Schweiz direkt auf Ihr Kennzeichen. Die Bestätigung kommt per E-Mail. Die Vignette wird entsprechend dem gewählten Gültigkeitsbeginn und den Regeln des jeweiligen Landes gültig. Für Österreich kaufen Sie bei der ASFINAG.
4
Geben Sie das Kennzeichen exakt ein
Ein einziger Tippfehler, und die Kamera findet Ihre Vignette nicht. Schreiben Sie Großbuchstaben ohne Leerzeichen, verwechseln Sie nicht O und 0, und wählen Sie das richtige Zulassungsland.
5
Fahren Sie einfach los
An die Scheibe kommt nichts, außer Sie wählen in der Schweiz die Klebevignette. Überall sonst kennt die Kamera Ihr Kennzeichen bereits.
Die Rechnung ist eindeutig. Eine einzige vergessene Vignette kostet mehr als alle Kurzzeitvignetten einer Route zusammen: 300 Euro Bußgeld in Slowenien, 200 Euro Ersatzmaut in Österreich. Und die Forderung folgt Ihnen bis nach Hause.
Häufige Fragen (FAQ)
In welchen Ländern brauche ich eine Vignette?
In Europa sind es 2026 neun Länder: Österreich, die Schweiz, Tschechien, Slowenien, Ungarn, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Moldawien. In Liechtenstein gilt die Schweizer Vignette mit. Alle anderen Länder rechnen nach Strecke ab, kassieren an einzelnen Brücken und Tunneln oder sind für Autos mautfrei.
Gibt es eine Vignette für ganz Europa?
Nein. Jedes Land betreibt sein eigenes System, das nur im eigenen Straßennetz gilt. Statt einer „besten Vignette für Europa“ brauchen Sie die richtige Kombination für Ihre Route. Die ähnlich klingende Eurovignette betrifft Lkw über 3,5 Tonnen und galt nie für Autos.
Kann ich die Vignetten für Europa online kaufen?
Ja. Alle neun Länder verkaufen ihre Vignette digital. Bei Vignetim kaufen Sie sieben davon in einem Durchgang, verknüpft mit Ihrem Kennzeichen: alle E-Vignetten für Europa auf einer Seite. Die österreichische Vignette bekommen Sie bei der ASFINAG im Onlineshop, in der App, an Tankstellen oder in Trafiken.
Brauche ich in Deutschland eine Vignette?
Nein. Deutschland hat weder eine Vignette noch eine allgemeine Pkw-Maut. Die geplante Pkw-Maut hat der Europäische Gerichtshof 2019 gestoppt, eingeführt wurde sie nie. Maut zahlen nur Lkw.
Brauche ich für Frankreich, Italien oder Spanien eine Vignette?
Nein. Alle drei Länder rechnen die Maut nach Strecke ab, an Mautstellen oder elektronischen Portalen. Die französische Crit’Air-Plakette ist eine Umweltplakette für Umweltzonen und keine Vignette für die Straße, auch wenn sie ähnlich an der Scheibe klebt.
Brauche ich für Kroatien eine Vignette?
Nein. Kroatien kassiert auf den Autobahnen Maut nach Strecke. Auf der Anreise aus dem Norden brauchen Sie aber meist die slowenische oder die ungarische Vignette. Was Sie bis zur kroatischen Grenze brauchen, zeigt unser Ratgeber Vignette für Kroatien.
Brauche ich mit dem Motorrad eine Vignette?
In Österreich, Slowenien, der Schweiz und Ungarn ja, meist zu einem ermäßigten Tarif in einer eigenen Kategorie. In Tschechien, der Slowakei, Bulgarien, Rumänien und Moldawien fallen Motorräder nicht unter die Vignettenpflicht.
Braucht mein Anhänger oder Wohnwagen eine eigene Vignette?
Das hängt vom Land ab. Die Schweiz verlangt immer eine eigene Anhängervignette. Bulgarien und die Slowakei verlangen sie, wenn Auto und Anhänger zusammen mehr als 3,5 Tonnen wiegen. In Tschechien und Slowenien ist der Anhänger immer über das Zugfahrzeug abgedeckt.
Sind Elektroautos von der Vignettenpflicht befreit?
Fast nie. Die Ausnahme ist Tschechien: Reine Elektro- und Wasserstoffautos fahren dort kostenlos, wenn sie vorher im System eDálnice angemeldet sind. Überall sonst zahlt jeder Antrieb.
Welche Vignette reicht für eine kurze Durchreise?
Eine Tagesvignette verkaufen Österreich, Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Rumänien und die Slowakei. In Slowenien und Moldawien beginnt die Laufzeit bei sieben Tagen. Die Schweiz verkauft nur die Jahresvignette, eine Durchfahrt kostet dort also so viel wie ein ganzes Jahr.
Was passiert, wenn ich ohne Vignette fahre?
Kamera oder Grenzkontrolle erfassen das Kennzeichen, dann folgt die Strafe. Vor Ort reichen die Beträge von einigen Dutzend bis zu mehreren Hundert Euro, in Österreich etwa 200 Euro Ersatzmaut, in Slowenien pauschal 300 Euro. EU-Staaten schicken Bußgelder über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an Ihre Adresse in Deutschland. In der Schweiz kommen offene Fälle bei der nächsten Einreise wieder auf den Tisch.
Wird die Vignette an der Grenze kontrolliert?
Selten durch einen Menschen. Die meisten Vignettenländer liegen im Schengenraum, kontrolliert wird dort auf der Straße mit Kennzeichenkameras. Ausnahmen sind Moldawien, das den elektronischen Eintrag bei der Ausreise prüft, und die Schweiz, wo der Zoll am Übergang kontrollieren kann.
Brauche ich für die Türkei eine Vignette?
Nein. In der Türkei gibt es kein klassisches Vignettensystem, die Autobahnmaut wird streckenabhängig über das elektronische HGS-System bezahlt. Mit ausländischem Kennzeichen brauchen Sie ein eigenes HGS-Konto, das Sie in der Vignetim-App schon vor der Grenze einrichten.
Neun Vignettenländer, ein Kaufvorgang für sieben davon. Kaufen Sie vor der Abfahrt jede E-Vignette, die Ihre Route braucht, direkt auf Ihr Kennzeichen.
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