Lettland rechnet nach Fahrzeugart ab, nicht nach Strecke und nicht nach Zeit. Für Ihren Pkw heißt das: Sie fahren von der litauischen Grenze über Riga bis zur estnischen Grenze, ohne einmal zu zahlen. Mautstellen gibt es nicht, Schranken auch nicht, und für die Straßennutzung müssen Sie sich nirgends registrieren.
Bezahlt wird in Lettland trotzdem, nur an anderer Stelle. Drei Ebenen liegen nebeneinander, jede mit eigener Rechtsgrundlage und eigenem Adressatenkreis. Die erste ist die staatliche Straßennutzungsgebühr (autoceļu lietošanas nodeva), die nur Lkw trifft. Die zweite ist die Einfahrtsgebühr der Küstenstadt Jūrmala, das einzige Geld, das ein Urlauber mit dem Auto in Lettland aus der Hand gibt. Die dritte ist überhaupt keine Gebühr, sondern eine Anmeldepflicht für Kennzeichen von außerhalb der EU.
Eines noch zur Einordnung, weil deutsche Reisende hier gern falsch planen: Autobahnen im deutschen Sinn hat Lettland nicht. Die schnellsten Strecken sind Fernstraßen der A-Klasse mit ausgeschilderten höheren Werten. Es ist kein Netz mit Schranken und keines mit Vignettenpflicht.
Das System in einem Absatz
Ihr Pkw fährt kostenlos, überall im Land. Lkw zahlen nach Zeitblock für ein gelistetes Streckennetz, nicht für jede Straße. Die Stadt Jūrmala verlangt 5 Euro pro Fahrzeug und Tag für eine Zone, die nur durch Schilder markiert ist. Und wer ein Fahrzeug fährt, das außerhalb der EU zugelassen ist, muss es vor dem Grenzübertritt online anmelden.
Was ein Pkw in Lettland zahlt
Nichts, mit einer Ausnahme. Pkw, Motorräder und Wohnmobile nutzen das gesamte lettische Straßennetz kostenlos, ausländische Kennzeichen eingeschlossen. Vor der Grenze müssen Sie nichts kaufen, hinter die Scheibe kommt nichts, und eine Gültigkeitsdauer läuft auch nicht ab.
Für Ihr Auto ist in Lettland also nichts zu kaufen. Zu planen sind die beiden Regeln unten und die Vignetten für die Länder auf Ihrer Weiterfahrt, die Sie direkt hier erledigen.
Die einzige Gebühr für Pkw: die Zone in Jūrmala
Jūrmala liegt etwa 25 km westlich von Riga und ist Lettlands wichtigstes Seebad. Die Stadt verlangt von jedem einfahrenden Fahrzeug eine Gebühr für ihre Zone mit Sonderregelung. Sie beträgt 5 Euro pro Fahrzeug und Tag, seit dem 1. Januar 2026; davor waren es 3 Euro, eingeführt am 1. Februar 2024. Die Beträge stehen auf dem städtischen Portal visitjurmala.lv, geprüft am 11. August 2026.
5 Euro pro Fahrzeug und Tag, seit dem 1. Januar 2026
Das ganze Jahr, nicht nur in der Sommersaison
Zahlung bis 23:59 Uhr am Tag der Einfahrt, vorher oder nachher
Am bezahlten Tag beliebig viele Einfahrten
Die Zone ist beschildert, nicht umzäunt
Es gibt keine Schranke und kein Kassenhäuschen: Sie fahren an einem Schild vorbei, und die Pflicht liegt bereits bei Ihnen. Die Stadt definiert die Zone ausdrücklich nur über die Beschilderung („Maksas zona“ beziehungsweise „Paid Zone“) und veröffentlicht keine Grenze nach Straßen, Brücken oder Stadtteilen. Wenn ein Ratgeber Ihnen die Zone geografisch beschreibt, hat er die Information nicht von der Stadt. Die Karte auf der amtlichen Seite zeigt die Standorte der Automaten, nicht den Zonenverlauf.
Der milde Teil der Regelung ist die Frist. Der Pass muss bis 23:59 Uhr am Tag der Einfahrt gekauft sein, und Sie dürfen ihn vorher oder nachher kaufen. Am Tag des Kaufs sind die Einfahrten in die Zone unbegrenzt. Wer also erst in der Stadt merkt, dass er zahlen muss, ist noch nicht in der Falle.
Zahlen Sie online auf visitjurmala.lv, an den Passautomaten (die Stadt nennt acht Standorte) oder über die Apps von Mobilly, Citadele und EuroPark. Auch die Touristeninformation in der Lienes iela 5 und die Kasse der Stadtverwaltung in der Jomas iela 1/5 nehmen den Betrag an, die Kasse allerdings nur zu eingeschränkten Öffnungszeiten. Seit dem 1. Januar 2026 nehmen die Automaten kein Bargeld mehr, sondern nur Karte und kontaktlose Zahlung.
Für längere Aufenthalte gibt es Pässe von einer Woche bis zu einem Jahr, von 20 Euro bis 270 Euro. Diese Beträge stammen vom Zahlungsdienstleister Mobilly und aus Presseberichten, nicht von einer städtischen Seite, gelten hier also als vorläufig.
Vier Gruppen zahlen in Jūrmala nichts
Befreit sind reine Elektrofahrzeuge, behindertengerecht umgebaute Fahrzeuge, die bei der Verkehrssicherheitsbehörde CSDD als solche eingetragen sind, Fahrzeuge von Einwohnern Jūrmalas und Fahrzeuge juristischer Personen mit Sitz in Jūrmala. Weitere Gruppen nennt die Stadt nicht. Für einen Urlauber ist realistisch nur die erste erreichbar: Mit dem Elektroauto fahren Sie gebührenfrei an den Strand.
Zur Sanktion bleibt eine Unsicherheit, die Sie kennen sollten: Die amtliche Passseite der Stadt nennt überhaupt keine Strafe. Dass es eine gibt, belegt eine eigene städtische Seite; die Höhe von 50 Euro für ein von der Polizei ausgestelltes Bußgeld stammt aus Berichten. Behandeln Sie die Zahl also als Größenordnung, nicht als amtlichen Tarif.
Kennzeichen aus Drittstaaten müssen vor der Einreise angemeldet sein
Diese Ebene ist wenig bekannt, und an ihr hängt ein Bußgeld. Seit dem 1. Januar 2025 muss ein Fahrzeug, das außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz zugelassen ist, angemeldet sein, bevor es lettisches Hoheitsgebiet erreicht. Nur angemeldete Drittstaatsfahrzeuge dürfen am lettischen Straßenverkehr teilnehmen.
Ihr deutsches Kennzeichen ist davon nicht betroffen. Wichtig wird die Regel, wenn Sie mit einem Fahrzeug aus einem Drittstaat unterwegs sind, etwa mit einem türkischen Kennzeichen auf dem Weg ins Baltikum, oder wenn Sie Lettland damit nur durchqueren.
Vor der Abfahrt das Formular öffnen
Die Anmeldung ist kostenlos und läuft online über das Portal e.csdd.lv der Verkehrssicherheitsbehörde.
Fahrzeug und Halter angeben
Verlangt werden die Fahrzeugdaten, das Zulassungsland, das amtliche Kennzeichen und die Identifikation des Halters.
Erst danach einreisen
Die Pflicht ist als Bedingung der Einreise formuliert, nicht als Formalität nach der Ankunft. Erledigen Sie sie also vor dem Grenzübertritt.
Ohne Anmeldung 55 bis 140 Euro, und der Urlaub gilt kaum als Transit
Wer ein nicht angemeldetes Drittstaatsfahrzeug fährt, zahlt 55 bis 140 Euro. Die veröffentlichte Ausnahme für kurze Fahrten samt Transit hängt an amtlichen und diplomatischen Aufgaben sowie technischer Unterstützung, nicht am gewöhnlichen Tourismus. Das heißt im Ergebnis: Das normale Urlaubsauto mit Nicht-EU-Kennzeichen muss angemeldet werden. Weil an dieser Auslegung ein Bußgeld hängt, klären Sie Ihren Fall vor der Fahrt direkt mit der CSDD, statt sich auf eine Transitausnahme zu verlassen.
Wie die Gebühr für Lkw berechnet wird
Die Straßennutzungsgebühr ist eine zeitbasierte Netzgebühr, keine Streckenmaut und kein Aufkleber für das ganze Land. Drei Merkmale bestimmen sie.
Das Gesetz erfasst Güterkraftfahrzeuge mit einer Gesamtmasse über 3000 kg und Fahrzeugkombinationen über 3500 kg. Auslöser ist die Zulassung als Lkw. Ein schweres Wohnmobil der Klasse M1 zahlt deshalb nichts, egal wie viel es wiegt, und ein Pkw über 3000 kg ebenfalls nicht. Das ist die Gegenrichtung zur Schweiz, wo allein die Waage entscheidet.
Gebührenpflichtig sind nur die Haupt- und Regionalstraßenabschnitte, die Anlage 1 des Gesetzes aufführt. Kreuzungen und Abschnitte innerhalb geschlossener Ortschaften (apdzīvota vieta) nimmt das Gesetz ausdrücklich heraus. Ein gebührenpflichtiges Fahrzeug kann also in Lettland fahren, ohne etwas zu schulden, solange die Route die gelisteten Abschnitte meidet.
Ein Tag (24 Stunden ab dem Startzeitpunkt), eine Woche (7 zusammenhängende Tage), ein Monat (30 zusammenhängende Tage) und ein Jahr (12 zusammenhängende Monate). Der Tag ist damit ein echter 24-Stunden-Block und nicht der Kalendertag, den Sie von den Vignetten in Österreich, Tschechien, Ungarn oder Rumänien kennen.
Gekauft wird die Gebühr beim staatlichen Portal lvvignette.eu, das die CSDD betreibt. Es funktioniert über die Website und über Apps und nimmt Visa und Mastercard an. Verkaufsstellen an Tankstellen oder an der Grenze nennt der Betreiber auf keiner seiner Seiten, gehen Sie also nicht davon aus.
Kontrolliert wird automatisiert: Verstöße werden mit technischen Mitteln festgestellt und aufgezeichnet, ohne das Fahrzeug anzuhalten. Ob die Gebühr formal am Kennzeichen hängt, sagt keine amtliche Seite; das Portal hat lediglich eine Prüffunktion. Wir beschreiben deshalb die Kontrolle, die belegt ist, und nicht den Registrierungsweg, der es nicht ist.
| Situation | Bußgeld |
|---|---|
| Gebühr unvollständig bezahlt | 300 bis 500 Euro |
| Gebühr gar nicht bezahlt | 500 bis 1.000 Euro |
Beide Rahmen stehen im Gesetz und werden dort in Bußgeldeinheiten von je 5 Euro bemessen. Sie gelten seit dem 1. Juli 2020.
Was sich am 1. März 2026 geändert hat
Das System wurde nicht nur teurer, sondern umgebaut, und die Änderungen zeigen, was das Ministerium abstellen wollte.
Das gebührenpflichtige Netz wuchs um 13 weitere Regionalstrecken, darunter P4, P68 und P70 sowie eine Verlängerung der P5 von Ulbroka nach Ogre. Dazu kamen alle Abschnitte, die zu den Grenzübergängen Terehova, Grebņeva und Pāternieki führen, und die Hauptzufahrten zu den lettischen Seehäfen. Der erklärte Zweck: Die Umwege über Regionalstraßen, mit denen Frachtführer die Gebühr vermieden, sollten unterbunden werden. Die Fernstraße zu verlassen, hilft also nicht mehr.
Gleichzeitig wurden die Sätze über 3,5 t nach EURO-Abgasklasse gestaffelt und in die Bereiche von 3501 kg bis 12 000 kg sowie ab 12 001 kg getrennt. EURO IV wurde herausgelöst und kostet mehr als EURO V, und Nullemissionsfahrzeuge zahlen jetzt gar nichts, während sie vorher einen Jahressatz zahlten. Leichte Nutzfahrzeuge der Klasse N1 von 3001 kg bis 3500 kg behalten die Sätze von 2025 durch das Jahr 2026; Änderungen sind ab 2027 geplant.
Eine Größenordnung dazu: In der Klasse von 3501 kg bis 12 000 kg mit EURO 0 bis II stieg der Jahressatz von 760 auf 870 Euro. Diese Zahl stammt aus der Erläuterung des Amtsblattportals LV portāls, nicht aus der Tarifanlage selbst.
Wer ist von der Straßennutzungsgebühr befreit?
Für Ihren Pkw brauchen Sie keine Befreiung, weil es keine Gebühr gibt. Bei den Lkw führt das Gesetz eine eigene Liste, und keine Position darauf zielt auf Besucher.
Fahrzeuge der Behörden des Innenministeriums
Fahrzeuge des Verteidigungsministeriums und der Nationalen Streitkräfte
Einsatzfahrzeuge
Nullemissionsfahrzeuge, seit März 2026 vollständig frei
Landwirtschaftliche Betriebe und Genossenschaften, die die Einkommensschwellen erfüllen
Dazu kommt ein Nachlass von 50 % seit 2026 auf die 30-Tage- oder Jahresgebühr, und zwar für ein Fahrzeug der Klasse N1 von Familien mit mehreren Kindern und von Rückkehrerfamilien.
Bei den Fristen der Landwirtschaftsbefreiung hinkt die Übersetzung hinterher
Der englische Gesetzestext auf likumi.lv nennt für die landwirtschaftliche Befreiung weiterhin 10. Juli bis 30. September. Die Änderung vom 1. März 2026 hat den Zeitraum jedoch auf 1. März bis 30. November verlängert, also auf neun Monate, für Betriebe, die beim staatlichen Förderdienst für den ländlichen Raum registriert sind. Maßgeblich ist der Zeitraum von 2026. Wenn diese Fristen für Sie geschäftlich zählen, arbeiten Sie mit dem konsolidierten lettischen Text, nicht mit der englischen Fassung.
Hat Lettland eine Vignette?
Für Pkw nicht. So klar, wie es sich sagen lässt: Pkw, Motorräder und Wohnmobile nutzen jede Straße des Landes kostenlos, mit jedem Kennzeichen.
Trotzdem ist die Frage berechtigt, und sie hat einen sprachlichen Grund, der Lettland von anderen Ländern unterscheidet. Der lettische Staat nennt sein eigenes Produkt selbst vinjete, und sein amtliches Portal heißt lvvignette.eu. Das Wort ist hier also keine Erfindung von Wiederverkäufern, sondern amtlich. Nur gehört es zu einem Lkw-Produkt, das bei 3000 kg Güterverkehr beginnt. Die richtige Formulierung lautet deshalb: Für Pkw gibt es in Lettland keine Vignette, die lettische vinjete ist eine Straßennutzungsgebühr für Lkw. Wer im Pkw sitzt, findet ein Produkt, das ihn nicht betrifft.
Eine zweite Abgabe sollten Sie ebenfalls einordnen können, damit Sie sie ausschließen. Die Fahrzeugbetriebssteuer (transportlīdzekļa ekspluatācijas nodoklis) ist eine jährliche Steuer auf Halten und Zulassung, keine Straßennutzungsgebühr, und ein Urlauber zahlt sie nie. Die Feinheit: Sie ist nicht rein an lettische Kennzeichen gebunden. Wer seinen Wohnsitz in Lettland angemeldet hat und ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug der Klasse M1 oder N1 im Verkehr nutzt, schuldet sie für dieses Fahrzeug und zahlt sie über e-CSDD. Als Besucher mit ausländischem Kennzeichen sind Sie davon nicht betroffen.
Regeln, die deutschen Fahrern in Lettland teuer werden
Weil Lettland keine Autobahnen im deutschen Sinn hat, hängt das Tempo an der Beschilderung, und die Werte wechseln mit dem Kalender.
| Straße oder Fahrzeug | Zulässige Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|
| Innerorts, geschlossene Ortschaft | 50 km/h |
| Außerorts, Standardwert | 90 km/h |
| Schotter und unbefestigte Straßen | 80 km/h |
| Wo ein höherer Wert ausgeschildert ist | bis 120 km/h für Pkw, 110 km/h für Busse |
| 1. Dezember bis 1. März auf denselben Strecken | 100 km/h für Pkw und Busse |
| Pkw mit Anhänger, außerorts | 80 km/h |
| Über 7,5 t, außerorts | 80 km/h |
| Fahrzeug, das ein anderes abschleppt | 50 km/h |
Zwei Winterregeln, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen
Winterreifen sind vom 1. Dezember bis 1. März Pflicht für Fahrzeuge bis 3500 kg. Spikereifen sind dagegen vom 1. Mai bis 1. Oktober verboten. Wer im Mai noch auf den Spikes vom Februar fährt, begeht damit den umgekehrten Verstoß. Eine Mindestprofiltiefe nennt die Behörde auf ihrer Seite nicht, deshalb steht hier keine Zahl.
Achten Sie außerdem auf den Kalender beim Tempo: Die Winterobergrenze läuft parallel zur Reifenpflicht. Wer im Februar auf einer ausgeschilderten Fernstraße 120 km/h hält, ist 20 km/h zu schnell.
Fünf weitere Punkte weichen von deutschen Gewohnheiten ab. Abblendlicht oder Nebelscheinwerfer sind auch am Tag Pflicht, nachts Abblend- oder Fernlicht samt Standlicht. An Bord müssen drei Teile sein: Warndreieck, Verbandkasten und Feuerlöscher. Kinder brauchen eine Rückhalteeinrichtung, solange sie kleiner als 150 cm sind. Am Telefon ist nur Freisprechen erlaubt. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahrer mit einem Führerschein unter zwei Jahren und für Berufsfahrer bei 0,2.
Eine amtliche Bußgeldstaffel für Geschwindigkeitsverstöße lässt sich aus lettischen Rechtsquellen nicht belegen. Die Tabellen, die dazu zuerst auftauchen, stammen von kommerziellen Portalen. Verlassen Sie sich also nicht auf solche Zahlen und rechnen Sie damit, die Höhe erst vor Ort zu erfahren.
Weiterfahrt: wo die Vignetten wieder anfangen
Im Baltikum bleibt Ihr Pkw gebührenfrei. Estland, Lettland und Litauen durchfahren Sie ohne eine einzige Zahlung für die Straße, und die Via Baltica, also die E67 von Tallinn über Riga und Kaunas nach Warschau, kostet Sie auf dem baltischen Teil nichts.
Für Lkw sieht es anders aus, und das ist die häufigste Fehlannahme im Baltikum: Eine gemeinsame Gebühr gibt es nicht. Jeder der drei Staaten erhebt seine eigene, und nichts davon überträgt sich. Wer den ganzen Korridor mit einem Lkw fährt, bezahlt dreimal.
Nördlich von Lettland
Estland erhebt seine Gebühr für Lkw getrennt. Ihr Kennzeichen registrieren wir dafür in wenigen Minuten: Maut Estland.
Nach Süden Richtung Heimat
Die erste echte Vignettenpflicht auf dieser Route beginnt erst weiter südlich. Für Ihren Pkw sind das Tschechien, die Slowakei und danach Ungarn, jeweils pro Land und pro Fahrzeug.
Wer mit einem türkischen Kennzeichen ins Baltikum fährt, kennt das Prinzip der Abrechnung nach Strecke schon von der Maut in der Türkei. Für Lettland gilt für dieses Fahrzeug vor allem die Anmeldepflicht oben.
Sie wollen zuerst verstehen, welches Land welches System benutzt? Unser Vignetten-Grundlagenartikel erklärt den Unterschied in zwei Minuten, und die Übersicht aller E-Vignetten für Europa zeigt, wo Sie wirklich etwas kaufen müssen.
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich für Lettland eine Vignette?
Für einen Pkw nicht. Die lettische Straßennutzungsgebühr betrifft nur Lkw. Pkw, Motorräder und Wohnmobile fahren das gesamte Netz kostenlos, mit jedem Kennzeichen, und vor der Grenze müssen Sie nichts kaufen.
Es gibt ein staatliches Portal namens lvvignette.eu. Gilt das nicht auch für mein Auto?
Nein. Das ist das amtliche Portal für die Lkw-Gebühr, betrieben von der Verkehrssicherheitsbehörde CSDD. Lettland nennt sein eigenes Produkt tatsächlich vinjete, deshalb taucht das Wort dort auf. Das Produkt beginnt aber bei 3000 kg im Güterverkehr, und Ihr Auto liegt komplett außerhalb.
Was kostet die Einfahrt in die Zone von Jūrmala?
5 Euro pro Fahrzeug und Tag, seit dem 1. Januar 2026; davor waren es 3 Euro. Der Tagespass deckt beliebig viele Einfahrten an diesem Tag, und Sie dürfen ihn bis 23:59 Uhr am Tag der Einfahrt kaufen, vorher oder nachher.
Woran erkenne ich, dass ich in der gebührenpflichtigen Zone bin?
Nur an den Schildern. Die Stadt definiert die Zone ausschließlich über die Beschilderung („Maksas zona“ oder „Paid Zone“) und veröffentlicht keine Grenze nach Straßen oder Stadtteilen. Die amtliche Karte zeigt die Standorte der Automaten, nicht den Zonenverlauf.
Was passiert, wenn ich ohne Pass hineinfahre?
Solange Sie noch am selben Tag bis 23:59 Uhr bezahlen, nichts. Danach wird es eine Polizeisache. Berichtet werden 50 Euro; die amtliche Passseite der Stadt nennt allerdings keine Sanktion, die Zahl ist also eine Größenordnung, kein amtlicher Tarif.
Zahlt mein Wohnmobil in Lettland eine Gebühr?
Nein. Die Gebühr zielt auf den Güterverkehr, deshalb entscheidet die Zulassung und nicht die Waage. Ein Wohnmobil der Klasse M1 zahlt nichts, auch mit vier Tonnen. In der Zone von Jūrmala zahlt es wie jedes andere Fahrzeug 5 Euro am Tag.
Ab welchem Gewicht zahlt ein Lkw, und auf welchen Straßen?
Bei Güterkraftfahrzeugen über 3000 kg Gesamtmasse und bei Fahrzeugkombinationen über 3500 kg. Gebührenpflichtig sind nur die Haupt- und Regionalstraßenabschnitte aus Anlage 1 des Gesetzes; Kreuzungen und Abschnitte innerhalb geschlossener Ortschaften sind ausdrücklich ausgenommen.
Was kostet eine nicht bezahlte Straßennutzungsgebühr?
300 bis 500 Euro, wenn unvollständig bezahlt wurde, und 500 bis 1.000 Euro, wenn gar nicht bezahlt wurde. Kontrolliert wird automatisiert: Verstöße werden mit technischen Mitteln festgestellt, ohne dass jemand das Fahrzeug anhält.
Ich fahre ein Auto mit Kennzeichen von außerhalb der EU. Muss ich etwas tun?
Ja, und zwar vorher. Seit dem 1. Januar 2025 muss ein außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz zugelassenes Fahrzeug angemeldet sein, bevor es lettisches Gebiet erreicht. Die Anmeldung ist kostenlos und läuft über e.csdd.lv. Ohne sie drohen 55 bis 140 Euro, auch auf einer reinen Durchfahrt.
Wie schnell darf ich in Lettland fahren?
50 km/h innerorts, 90 km/h außerorts, 80 km/h auf Schotter und bis 120 km/h, wo ein höherer Wert ausgeschildert ist. Der saisonale Haken: Vom 1. Dezember bis 1. März fallen genau diese Strecken auf 100 km/h.
Brauche ich Winterreifen, und wann sind Spikereifen verboten?
Winterreifen sind vom 1. Dezember bis 1. März Pflicht, für Fahrzeuge bis 3500 kg. Spikereifen sind vom 1. Mai bis 1. Oktober verboten. Eine Mindestprofiltiefe nennt die Behörde nicht, verlassen Sie sich also auf die Saison und nicht auf Zahlen aus dem Netz.
Gilt eine estnische Gebühr auch in Lettland?
Nein. Eine gemeinsame baltische Gebühr gibt es nicht. Jeder der drei Staaten erhebt seine eigene für Lkw, und nichts davon überträgt sich auf das Nachbarland. Für Pkw ist die Frage ohnehin gegenstandslos, weil im gesamten Baltikum nichts zu zahlen ist.


