Litauen erhebt eine echte Straßennutzungsgebühr (kelių naudotojo mokestis) und verkauft sie als E-Vignette für Nutzfahrzeuge (e-vinjetė). Bemerkenswert ist daran nicht der Preis, sondern der Prüfmaßstab: Die Pflicht hängt an der Fahrzeugkategorie aus der Typgenehmigung, also an dem Buchstaben in Ihren Fahrzeugpapieren, und nicht am Gewicht auf der Waage.
Aus dieser einen Entscheidung entsteht das teuerste Missverständnis des Landes. Ein Transporter mit 3,2 Tonnen und Zulassung als N1 zahlt. Ein gleich großes Fahrzeug mit Zulassung als M1 zahlt nichts, und zwar unabhängig davon, wie schwer es ist. Hinter der estnischen Grenze dreht sich die Logik erneut, denn dort beginnt die Pflicht erst bei Güterfahrzeugen über 3500 kg, und Busse liegen ganz außerhalb.
Für den Urlauber im Pkw ist die Sache damit erledigt, bevor sie anfängt. Die Kategorie M1 steht außerhalb des Systems, ebenso das Motorrad. Wer aus Deutschland über Polen anreist, zahlt in Litauen für die Straße selbst also keinen Cent.
Das System in einem Absatz
Busse der Kategorien M2 und M3 sowie Güterfahrzeuge der Kategorien N1 bis N3 brauchen eine gültige Gebühr, bevor sie das gebührenpflichtige Netz der litauischen Staatsstraßen nutzen. Pkw der Kategorie M1 und Motorräder stehen vollständig außerhalb. Drei örtliche Gebühren treffen auch den Pkw. Keine davon ist eine Straßenmaut, und keine davon müssen Sie vor der Grenze erledigen.
Wie Litauen abrechnet: die Kategorie entscheidet
Die Straßenbehörde Via Lietuva nennt den pflichtigen Kreis unmissverständlich: Busse der Kategorien M2 und M3 und Güterfahrzeuge der Kategorien N1 bis N3. In dieser Definition kommt keine Tonnengrenze vor. Genau deshalb ist ein N1-Transporter unter 3,5 Tonnen erfasst, ein deutlich schwereres M1-Wohnmobil dagegen nicht.
In der Zulassungsbescheinigung Teil I steht die Fahrzeugklasse in Feld J. Ein ab Werk gebautes Reisemobil trägt dort in der Regel M1 und zahlt nichts, egal wie schwer es ist. Ein selbst ausgebauter Kastenwagen, der weiter als N1 geführt wird, ist pflichtig. Das überrascht regelmäßig die Halter von Ausbauten, die wie ein Camper aussehen und wie ein Transporter zugelassen sind.
Zur Wahl stehen ein Tag, sieben Tage, ein Monat und ein Jahr. Die Gebühr läuft vollständig elektronisch, ist an das Kennzeichen gebunden und kennt keinen Aufkleber für die Windschutzscheibe. Gekauft wird im staatlichen Gebührenportal (keliumokestis.lt), an Tankstellen und über die üblichen Vertriebswege des Güterverkehrs. Ausländisch zugelassene Fahrzeuge kaufen zu denselben Bedingungen.
Drei Größen: die Fahrzeugkategorie, die EURO-Schadstoffklasse und die Achszahl. Einen amtlichen Tarif für 2026 stellt das staatliche Gebührenportal nicht in abrufbarer Form bereit, und eine geschätzte Zahl hilft bei einer Kostenrechnung nicht weiter. Holen Sie den Satz deshalb direkt im Portal.
Wohnwagen und Anhänger tragen die EU-Kategorie O. In der pflichtigen Liste stehen nur M2, M3 und N1 bis N3, also weder O noch M1. Eine ausdrückliche Aussage der Straßenbehörde zum Gespann gibt es allerdings nicht.
Beim Bußgeld gibt es keine belastbare Zahl
Ein Verstoß wird nach dem litauischen Gesetz über Verwaltungsübertretungen (Administracinių nusižengimų kodeksas) geahndet. Über die Höhe kursieren Angaben, die sich um mehr als das Vierfache unterscheiden, und aus einer amtlichen litauischen Quelle war kein aktueller Betrag zu lesen: Das staatliche Gebührenportal blockiert automatische Abfragen, und die Seite der Straßenbehörde nennt keine Summe. Statt die plausibelste Zahl zu wählen, sagen wir Ihnen, dass diese Lücke existiert. Behandeln Sie jeden Betrag, den Sie anderswo lesen, mit Vorsicht.
Berichtet wird außerdem, dass Bußgelder am Straßenrand verhängt werden. Wie die Zahlung dort abläuft, ließ sich nicht belegen.
Wer zahlt die Straßennutzungsgebühr nicht?
Bei der Gebühr selbst ist Befreiung keine Frage bevorrechtigter Gruppen, sondern eine Frage der Kategorie. Pkw der Kategorie M1 und Motorräder stehen außerhalb des Systems, es gibt für sie also nichts, wovon sie befreit werden müssten. Eine veröffentlichte Befreiungsliste für pflichtige Fahrzeuge kennen wir nicht, und wir erfinden hier keine: Gehen Sie mit einem Bus oder einem Nutzfahrzeug von keiner Ausnahme aus.
Die Befreiungen, die gewöhnliche Autofahrer betreffen, gehören zu den örtlichen Gebühren weiter unten:
Kaunas: Elektrofahrzeuge sind frei
Für die Umweltzone in der Altstadt gibt die Stadt kostenlose Genehmigungen an Elektrofahrzeuge aus.
Kaunas: Anwohner, Unternehmen und Menschen mit Behinderung
Ebenfalls kostenlose Genehmigungen, beantragt über das Selbstbedienungsportal der städtischen Parkraumverwaltung.
Kaunas: Taxi, Fahrdienste und Essenslieferung
Diese Dienste sind frei, wenn sie ihre Tätigkeit belegen. Fahren Sie privat, greift die Ausnahme nicht.
Kurische Nehrung: das Elektroauto zahlt weniger, nicht nichts
Die amtliche Gebührentabelle führt für das Elektroauto einen eigenen, niedrigeren Satz. Eine Befreiungsliste für Neringa liegt in einem gesonderten Verfahrensdokument, das wir nicht gelesen haben, weshalb wir hier keine nennen.
Wichtig an den Kaunaser Ausnahmen: Die Stadt vergibt die Genehmigungen über ihr Selbstbedienungsportal, sie werden also nicht automatisch erteilt. Eine Ausnahme, die niemand beantragt, hilft niemandem.
Was passiert, wenn die Streckenmaut kommt?
Litauen arbeitet daran, die zeitbasierte Gebühr für schwere Fahrzeuge durch eine streckenabhängige elektronische Maut zu ersetzen. Die Richtung steht fest. Beim Zeitplan sollte sich niemand festlegen, wir eingeschlossen.
Was belegt ist und was nicht
Durchgängig berichtet wird zweierlei: Das neue System geht nicht vor 2027 in Betrieb, und ein Übergangsvorschlag sah vor, den Verkauf der Jahresgebühr ab dem 1. Juli 2026 zu beenden, damit keine lange Laufzeit in das neue System hineinreicht. Ob dieser Vorschlag umgesetzt wurde, ist amtlich nicht bestätigt.
Nicht bestätigen ließen sich außerdem das Startdatum, ein Name für das neue System und die Behandlung noch nicht genutzter Laufzeiten. Weder das staatliche Portal noch die Seite der Straßenbehörde äußert sich zu diesen vier Punkten. Deshalb steht auf dieser Seite kein Produktname: Via Lietuva ist die Straßenbehörde, kein Mautprodukt.
Der praktische Rat folgt aus dieser Unsicherheit und nicht aus Zuversicht. Wenn Sie mit Nutzfahrzeugen in Litauen unterwegs sind und eine lange Laufzeit kaufen wollen, prüfen Sie zuerst im staatlichen Portal, was dort heute angeboten wird. Verlassen Sie sich dabei auf keinen Ratgeber, auch nicht auf diesen.
Wo Ihr Pkw in Litauen doch zahlt
Keine der drei folgenden Gebühren ist eine Straßenmaut, und keine davon müssen Sie vor der Grenze erledigen. Es sind aber die Beträge, die ein Urlauber im Auto tatsächlich zahlt.
Die Gebühr für die Kurische Nehrung
Wer nach Neringa auf die Kurische Nehrung fährt, zahlt eine kommunale Gebühr (vietinė rinkliava), und die schwankt kräftig mit der Saison.
| Fahrzeug | Hauptsaison, 20. Juni bis 20. August | Übrige Zeit, 21. August bis 19. Juni |
|---|---|---|
| Pkw | 50 € | 10 € |
| Wohnmobil | 50 € | 20 € |
| Motorrad und Moped | 10 € | 10 € |
Die Beträge stammen aus der amtlichen Gebührentabelle der Gemeinde Neringa, abgerufen am 11. August 2026. Für das Elektroauto nennt die Tabelle einen einzigen Satz von 25 €, ohne Trennung nach Saison. Für Vielfahrer kommt außerdem eine Jahreskarte für 500 € hinzu.
Zwei Tage später anreisen spart 40 Euro
Die Hauptsaison endet am 20. August. Wer am 21. August anreist statt am 19., zahlt für dieselbe Fahrt 10 € statt 50 €. Gezahlt wird über das Einfahrtsticket-System UNIPARK oder direkt bei der Gemeinde Neringa (Schalter 12, leidimai@neringa.lt).
Die Fähre von Klaipėda nach Smiltynė
Mit dem Auto erreichen Sie die Nehrung von litauischer Seite über die Fähre von Klaipėda nach Smiltynė. Diese Überfahrt wird getrennt von der Neringa-Gebühr berechnet, Sie brauchen also beides im Budget. Den Tarif setzt der Fährbetreiber, und er ist nicht in abrufbarer Form veröffentlicht. Fragen Sie deshalb am Terminal nach, statt einer Zahl aus zweiter Hand zu vertrauen.
Die Umweltzone in der Altstadt von Kaunas
Kaunas betreibt eine Umweltzone (sumažintos taršos zona). Sie umfasst die Altstadt ab der Kaunaser Burg, begrenzt von den Straßen am Zusammenfluss von Nemunas und Neris.
2 Euro pro Einfahrt
Die Stadt formuliert es selbst so: Die Einfahrt in diese Zone ist mit einer Gebühr von 2 Euro belegt.
Eine Stunde Parken ist enthalten
Der Betrag deckt zugleich die erste Stunde Parken in der Altstadtzone ab. Das macht ihn günstiger, als er zunächst klingt.
30 Kalendertage Zeit zum Bezahlen
So steht es im Ratsbeschluss vom 13. November 2024. Diese Frist ist im europäischen Vergleich großzügig.
Ihre Einfahrt erscheint erst nach etwa zehn Minuten
Sichtbar wird sie erst, nachdem Sie die Zone verlassen haben. Wer sofort zahlen will, findet im System noch nichts.
Bezahlen Sie über die Apps UniPark und carOne, an den Parkscheinautomaten oder online auf dem städtischen Portal für die Umweltzone. Die Angaben stammen von der Parkraumverwaltung der Stadt Kaunas, abgerufen am 11. August 2026.
Sonst gibt es keine Städtegebühr
Außer dieser einen Zone in Kaunas erhebt Litauen keine landesweite Innenstadtabgabe und keine weitere städtische Einfahrtsgebühr. Die Altstadt von Vilnius und die übrigen historischen Zentren arbeiten mit gewöhnlichem gebührenpflichtigem Parken, nicht mit einer Gebühr für die Einfahrt. Die Ausnahme außerhalb der Städte ist die Kurische Nehrung mit ihrer eigenen Umweltabgabe, die weiter oben steht.
Hat Litauen eine Vignette für den Pkw?
Nein. Pkw, Motorräder und als M1 zugelassene Wohnmobile fahren das gesamte Netz kostenlos, ganz gleich, welches Kennzeichen sie tragen.
Die Frage verdient eine direkte Antwort, denn der Fall liegt verwickelter als in Kroatien oder Dänemark. Litauen betreibt ein echtes Vignettensystem, verkauft es unter diesem Namen und kontrolliert es. Wer also prüft, ob Litauen eine Vignette hat, findet zu Recht: ja. Übersehen wird bei dieser Prüfung der Maßstab. Das System existiert, und der Pkw steht außerhalb. Geld gibt Ihr Auto in Litauen nur bei einer der drei örtlichen Gebühren weiter oben aus.
Litauen, Lettland und Estland: drei Systeme, drei Prüfungen
Eine baltische Gemeinschaftsvignette gibt es nicht. Jeder der drei Staaten betreibt sein eigenes System, mit eigenem Kauf und eigener Kontrolle, und nichts davon gilt gegenseitig. Ein Lastzug von Tallinn nach Vilnius braucht drei getrennte Gebühren.
Die drei Systeme prüfen zudem nicht dasselbe Merkmal, und genau hier schreiben Ratgeber die Regel eines Landes über die Grenze fort:
| Land | Was die Pflicht auslöst | Busse |
|---|---|---|
| Estland | Güterfahrzeug der Kategorie N, dessen eigene zulässige Gesamtmasse 3500 kg übersteigt | Busse M2 und M3 liegen außerhalb der Abgabe |
| Lettland | Güterfahrzeuge über 3000 kg, Fahrzeugkombinationen über 3500 kg | Das Gesetz benennt nur Güterfahrzeuge |
| Litauen | allein die Kategorie, ab N1 aufwärts | Busse M2 und M3 zahlen ebenfalls |
Litauen erfasst damit die leichtesten Fahrzeuge der drei, obwohl Lettland die niedrigste Gewichtszahl führt. Und es ist das einzige der drei, das Busse ausdrücklich erfasst.
Estland: die Gebühr, die Sie hier erledigen
Fahren Sie mit einem Lkw weiter nach Norden, ist die estnische Maut die baltische Gebühr, die Sie direkt bei uns registrieren, bevor Sie die Grenze erreichen. Sie gilt für schwere Güterfahrzeuge auf estnischen Straßen.
Lettland liegt dazwischen
Lettland belastet Güterfahrzeuge ab 3000 kg, greift aber nie so tief in die Transporterklasse wie die litauische N1-Regel. Für den Pkw ist auch Lettland kostenlos, mit einer einzigen Ausnahme: die Einfahrt in das Seebad Jūrmala.
Für den Pkw gilt das alles nicht. Der ganze baltische Korridor über die E67 von der polnischen Grenze bis Tallinn ist frei von Straßengebühren, und Kosten entstehen erst wieder, wenn Sie das Baltikum verlassen.
Regeln am Steuer, die auf der Fahrt Geld kosten
Die eigentliche Falle in Litauen liegt nicht bei der Maut, sondern bei der Geschwindigkeit: Die Limits wechseln mit der Jahreszeit. Kaum ein ausländischer Ratgeber erwähnt das, und wer im November mit der Gewohnheit des Sommers fährt, ist 20 km/h zu schnell.
| Straßenart | 1. April bis 31. Oktober | 1. November bis 31. März |
|---|---|---|
| Autobahn (automagistralė) | 130 km/h | 110 km/h |
| Schnellstraße (greitkelis) | 120 km/h | 110 km/h |
Außerorts gelten 90 km/h auf Asphalt und Beton, aber nur 70 km/h auf Schotter und Kopfsteinpflaster. Innerorts sind es 50 km/h, in Wohnhöfen und auf Parkplätzen 20 km/h. Variable Anzeigen über der Autobahn dürfen bei guten Bedingungen einen höheren Wert vorgeben. Für Gespanne, Lkw und Busse liegen die Werte niedriger; belegte Zahlen dazu nennt keine amtliche Quelle.
Drei Punkte ohne amtliche Quelle
Diese Werte stehen so in Sekundärquellen, nicht im abgerufenen litauischen Gesetzestext. Die Beschilderung und die variablen Anzeigen gehen ihnen ohnehin vor.
Dasselbe gilt für zwei weitere Angaben: Die Promillegrenze liegt Berichten zufolge bei 0,4 und damit unter der verbreiteten 0,5-Norm. Ob Allwetterreifen im Winterzeitraum als Winterreifen durchgehen, sagt zudem keine belegbare Quelle. Rechnen Sie im Zweifel mit dem strengeren Fall: kein Alkohol, echte Winterreifen.
Bei der Winterausrüstung funktioniert die Regel anders als in Deutschland. Winterreifen sind nach den verfügbaren Quellen vom 10. November bis zum 1. April vorgeschrieben, und zwar nach dem Kalender, nicht nach dem Wetter. Die amtliche Fassung dieser Daten haben wir bei der Straßenverwaltung nicht bestätigt gefunden, den Zeitraum selbst nennen die Quellen aber einheitlich. Ein trockener, milder Novembertag ändert nichts: Ohne Winterreifen fahren Sie unerlaubt. Die deutsche situative Winterreifenpflicht greift umgekehrt und knüpft an Schnee, Matsch und Eis an.
Ihre Route: wo die Vignetten anfangen
Litauen selbst kostet den Pkw nichts, aber auf der Anfahrt aus Deutschland und auf der Rückfahrt sieht es anders aus. In Polen läuft die staatliche Maut über das System e-TOLL, und weiter südlich beginnen die Vignettenländer. Diese Vignetten bekommen Sie direkt hier:
- Tschechien und die Slowakei für den Weg aus Ostdeutschland Richtung Süden
- Ungarn für die Weiterfahrt nach Südosteuropa
Keine Vignette, aber eine eigene Abgabe hat Estland: Für den Pkw fällt dort nichts an, für ein Güterfahrzeug über 3,5 Tonnen dagegen die Straßennutzungsgebühr. Wer weiter westlich über die Alpen fährt, braucht außerdem die österreichische Vignette; verkauft wird sie von der ASFINAG, über deren Shop, App und Verkaufsstellen.
Sie wollen erst verstehen, wie diese Systeme zusammenhängen? Unser Vignetten-Grundlagenartikel erklärt es in zwei Minuten, und die Übersicht aller E-Vignetten für Europa zeigt, welches Land was verlangt.
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich in Litauen eine Vignette für mein Auto?
Nein. Die Straßennutzungsgebühr gilt nur für Busse und Güterfahrzeuge. Pkw, Motorräder und als M1 zugelassene Wohnmobile fahren das gesamte Netz kostenlos, unabhängig vom Kennzeichen.
Mein Transporter wiegt 3,2 Tonnen. Bin ich damit befreit?
Nicht zwangsläufig, und das ist das teuerste Missverständnis im Land. Die Pflicht hängt an der Fahrzeugkategorie in den Papieren, nicht am Gewicht. Ein als N1 zugelassener Transporter unter 3,5 Tonnen braucht die Gebühr.
Muss mein Wohnmobil die Gebühr zahlen?
Schauen Sie in Feld J der Zulassungsbescheinigung Teil I. Ein ab Werk gebautes Reisemobil trägt dort meist M1 und zahlt nichts, egal wie schwer es ist. Ein selbst ausgebauter Kastenwagen, der weiter als N1 geführt wird, ist pflichtig.
Ändert ein Wohnwagen etwas an der Pflicht?
Anhänger und Wohnwagen tragen die EU-Kategorie O, und die pflichtige Liste nennt nur M2, M3 und N1 bis N3. Eine ausdrückliche Aussage der Straßenbehörde zum Gespann gibt es allerdings nicht.
Gilt meine estnische oder lettische Gebühr auch in Litauen?
Nein. Eine gemeinsame baltische Vignette gibt es nicht. Die drei Länder betreiben eigenständige Systeme auf drei verschiedenen Prüfmaßstäben, und ein Lastzug über alle drei Grenzen kauft dreimal getrennt. Für den Pkw brauchen Sie auf der Strecke von Vilnius nach Tallinn in keinem der drei Länder etwas.
Wo kaufe ich die litauische Straßennutzungsgebühr?
Im staatlichen Gebührenportal keliumokestis.lt, an Tankstellen und über die üblichen Vertriebswege des Güterverkehrs. Kaufen Sie sie, bevor Sie das gebührenpflichtige Netz nutzen, nicht danach. Ausländisch zugelassene Fahrzeuge kaufen zu denselben Bedingungen wie litauische.
Wie hoch ist das Bußgeld, wenn die Gebühr fehlt?
Geahndet wird nach dem litauischen Gesetz über Verwaltungsübertretungen. Eine belastbare Zahl gibt es nicht: Die kursierenden Angaben unterscheiden sich um mehr als das Vierfache, und eine amtliche litauische Quelle nennt keinen aktuellen Betrag. Prüfen Sie den Wert deshalb im staatlichen Portal, statt einer Zahl aus einem Ratgeber zu folgen.
Wird die litauische Nutzfahrzeug-Vignette durch eine Streckenmaut ersetzt?
Eine streckenabhängige Maut für schwere Fahrzeuge ist in Vorbereitung und geht berichteten Angaben zufolge nicht vor 2027 in Betrieb. Ein Übergangsvorschlag sah vor, den Verkauf der Jahresgebühr vorher zu beenden. Startdatum, Systemname und der Umgang mit ungenutzten Laufzeiten sind amtlich nicht bestätigt. Wer eine lange Laufzeit kaufen will, prüft deshalb zuerst das staatliche Portal.
Was kostet die Fahrt auf die Kurische Nehrung?
Die Gebühr der Gemeinde Neringa beträgt für den Pkw 50 € vom 20. Juni bis zum 20. August und 10 € in der übrigen Zeit. Das Wohnmobil zahlt 50 € in der Hauptsaison und 20 € außerhalb, das Elektroauto 25 €, Motorrad und Moped 10 € ganzjährig. Eine Jahreskarte kostet 500 €. Die Fähre von Klaipėda kommt getrennt dazu.
Was kostet die Einfahrt in die Altstadt von Kaunas?
2 Euro pro Einfahrt in die Umweltzone, und der Betrag enthält die erste Stunde Parken. Sie haben 30 Kalendertage Zeit, ihn zu bezahlen, über die Apps UniPark und carOne, an den Parkscheinautomaten oder online auf dem Portal der Stadt. Kostenlose Genehmigungen erhalten Elektrofahrzeuge, Anwohner, Unternehmen, Menschen mit Behinderung sowie Taxi-, Fahr- und Essenslieferdienste mit Nachweis ihrer Tätigkeit.
Wie schnell darf ich im November auf der litauischen Autobahn fahren?
110 km/h. Die litauischen Limits wechseln mit der Jahreszeit: Auf der Autobahn gelten vom 1. April bis zum 31. Oktober 130 km/h, vom 1. November bis zum 31. März nur 110 km/h. Auf der Schnellstraße fallen 120 auf 110 km/h.
Brauche ich in Litauen Winterreifen?
Ja, nach den verfügbaren Quellen vom 10. November bis zum 1. April; amtlich bestätigt haben wir diese Daten nicht. Das ist eine Kalenderregel und keine Wetterregel: Auch an einem trockenen, milden Novembertag fahren Sie ohne Winterreifen unerlaubt. Ob Allwetterreifen genügen, sagt keine belegbare Quelle, rechnen Sie also mit echten Winterreifen.


