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Straßen frei, Brücken kosten, Umweltzonen ohne Plakette

Maut in Dänemark: Brücken, Umweltzonen und was ein Pkw wirklich zahlt

Dänemark hat keine Vignette, und die Autobahnen sind für Pkw, Wohnmobile und Gespanne kostenlos. Bezahlt wird an genau zwei Stellen: an der Storebælt-Brücke und an der Öresundbrücke, jeweils pro Fahrt und nach gemessener Größe. Dazu kommen die Umweltzonen der vier großen Städte, die nur Diesel betreffen und für die es keine Plakette gibt, sondern eine Onlineregistrierung.

Wie rechnet Dänemark ab?

Dänemark auf einen Blick

Die Straßen sind für Pkw frei. Nur die beiden großen Brücken kosten, und zwar pro Überfahrt.

  • Autobahnen und Landstraßen sind für Pkw und Wohnmobile mautfrei
  • Storebælt und Öresund: Preis nach gemessener Länge und Höhe
  • Umweltzonen betreffen nur Diesel, ohne Plakette, mit Onlineregistrierung

Weiterfahrt geplant? Diese Vignetten gibt es hier

Dänemark verkauft weder eine Vignette noch sonst ein Zeitprodukt für seine Straßen. Wer mit dem Pkw über Puttgarden oder Flensburg einreist, fährt auf dem gesamten Autobahn- und Landstraßennetz kostenlos, ohne etwas zu kaufen und ohne etwas an die Scheibe zu kleben.

Bezahlt wird trotzdem, nur an anderen Stellen und in ganz verschiedenen Einheiten. Genau das macht Dänemark ungewöhnlich: Es gibt hier drei Abrechnungssysteme nebeneinander, dazu ein komplett kostenloses Straßennetz, und jedes System rechnet in einer eigenen Größe.

Die dänische Antwort in einem Kasten

Straßen: für Pkw, Wohnmobile und Pkw mit Wohnwagen kostenlos, überall.

Die beiden festen Verbindungen: Storebælt und Öresund kosten pro Überfahrt, und der Preis richtet sich nach der an der Mautstelle gemessenen Länge und Höhe Ihres Fahrzeugs.

Lkw ab 12 Tonnen: seit dem 1. Januar 2025 eine kilometerabhängige Maut. Ihren Pkw betrifft sie in keiner Konfiguration.

Umweltzonen: kosten kein Geld, sondern verlangen eine Abgasnorm und, bei älteren ausländischen Dieselfahrzeugen, eine Onlineregistrierung.

Was ein Pkw in Dänemark wirklich zahlt

Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gilt: Das gesamte Straßennetz ist frei, von der E45 durch Jütland bis zur letzten Kommunalstraße. Es gibt keine Mautstellen an Autobahnauffahrten, keine Schranken auf offener Strecke und keine Registrierungspflicht für die Straßennutzung.

Die einzigen beiden Ausnahmen sind die Storebælt-Brücke zwischen Fünen und Seeland und die Öresundbrücke von Kopenhagen nach Malmö. Beide gehören verschiedenen Gesellschaften, beide rechnen anders ab, und fast nichts überträgt sich von der einen auf die andere. Der Rest der berühmten dänischen Brücken und Tunnel ist kostenlos, und diese Liste steht weiter unten, weil sie fast so nützlich ist wie die Tarife.

Alle Beträge auf dieser Seite sind in dänischen Kronen angegeben, so wie die Betreiber sie veröffentlichen. Die Krone ist an den Euro gekoppelt, mit einem Leitkurs von 7,46 Kronen je Euro und einem engen Schwankungsband. Wo wir einen Eurobetrag nennen, ist das eine ungefähre Umrechnung zu diesem Kurs, nicht der amtliche Preis.

Die Storebælt-Brücke: Zwei Schwellen entscheiden alles

Die 18 Kilometer lange Verbindung gehört der staatlichen A/S Storebælt. Der Tarif gilt laut Betreiber seit dem 1. Januar 2026 und wurde am 10. August 2026 abgerufen, und ist hier in dänischen Kronen für eine einzelne Überfahrt aufgeführt.

FahrzeugExpresspreisKarte oder bar
Pkw 3 bis 6 m (der Normalfall)205235
Pkw und Motorrad bis 3 m109125
Pkw über 6 m, unter 2,70 m hoch314360
Pkw mit Wohnwagen314360
Pkw mit Anhänger, zusammen bis 6 m205235
Pkw, Transporter oder Bus über 6 m und über 2,70 m hoch613645

Ein normaler Pkw zahlt also rund 205 Kronen (etwa 27 Euro) mit automatischer Zahlung und 235 Kronen an der Kasse.

Zwei Grenzen greifen hintereinander: erst 6 Meter Länge, dann 2,70 Meter Höhe

Von 205 auf 314 Kronen geht es bei sechs Metern Länge, ein Aufschlag von gut 53 %. Kommen mehr als 2,70 m Höhe dazu, sind es 613 Kronen. Ein hoher Transporter über sechs Meter zahlt damit das Dreifache des Pkw-Preises. Die 3-Meter-Klasse für 109 Kronen ist nach Angabe des Betreibers praktisch nur für Smart und Toyota iQ relevant.

Ihre Dachbox zählt mit, und Dänemark sagt das schriftlich

Der Betreiber misst Ihr Fahrzeug automatisch an der Mautanlage, und zwar Gesamthöhe und Gesamtlänge. Ausdrücklich mitgemessen wird laut seinen eigenen Bedingungen alles Zubehör, das vorne, hinten oder oben angebaut ist: Anhänger, Fahrradträger, Dachbox, Trittbretter, sogar die Anhängerkupplung, sofern sie Länge oder Höhe vergrößert. Maßgeblich ist die Messung im Moment der Überfahrt, nicht der Eintrag in Ihrem Fahrzeugschein.

Diese Frage ist in anderen Ländern offen: In Kroatien sagt kein Betreiber und kein Ministerium, ob eine Dachbox auf die dortige Höhengrenze angerechnet wird. Dänemark beantwortet sie in Schriftform, und die Antwort lautet ja.

Für Wohnmobile gilt eine eigene Tarifstaffel

Hier lohnt sich das Kleingedruckte besonders, denn der Betreiber führt für Wohnmobile eigene Zeilen:

WohnmobilExpresspreisKarte oder bar
unter 3500 kg und bis 6 m205235
unter 3500 kg und über 6 m, mit Wohnmobilvereinbarung314nicht möglich
bis 10 m, ohne Vereinbarung (der Normalfall)613645
über 3500 kg und über 10 m9691.020

Ein sieben Meter langes Wohnmobil ohne Wohnmobilvereinbarung zahlt also 613 Kronen statt 314. Die Vereinbarung ist damit rund 300 Kronen pro Überfahrt wert, sie greift aber nur bis zehn Meter Gesamtlänge, und den Preis mit Vereinbarung gibt es ausschließlich mit automatischer Zahlung, nicht an der Barkasse.

Rabatte bekommen Sie nicht automatisch

Das ist der Fehler, den Besucher machen. Der Betreiber schreibt es selbst: Beim Überfahren der Brücke gibt es keinen automatischen Rabatt, dafür ist eine Privatvereinbarung nötig. Wer eine hat und per Kennzeichen oder Bizz zahlt, kommt an die Freizeitrabatte heran:

Abendrabatt: 246 Kronen

Hin und zurück zwischen 16:00 Uhr und 03:00 Uhr der folgenden Nacht.

Wochenendrabatt: 346 Kronen

Von Freitag 12:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr.

Feiertagsrabatt: 346 Kronen

Hin und zurück am selben Feiertag, vor Mitternacht.

Alle drei gelten für Hin- und Rückfahrt

Sie gelten nur für Pkw unter sechs Metern und Motorräder, verlangen dieselbe Bizz oder dasselbe Kennzeichen auf beiden Fahrten, und der Rabatt wird auf der Rückfahrt verrechnet.

Wer die Brücke oft nutzt, sollte den automatischen Pendlerrabatt kennen: Die ersten 14 Einzelfahrten im Monat kosten den Expresspreis, die Fahrten 15 bis 50 sind kostenlos, und ab der 51. gilt wieder der Expresspreis.

Zwei Kleinigkeiten mit Folgen. Die Spuren sind farbcodiert: grün für automatische Zahlung, blau für Karte, gelb für Bargeld. Wer sich versehentlich falsch eingeordnet hat, soll nach Betreiberangabe nicht zurücksetzen, sondern die Spur halten, denn der Expresspreis wird bei gültiger automatischer Zahlung trotzdem angewandt. Zudem nehmen die Barkassen Euro-Bargeld an, nur den 500-Euro-Schein nicht, und Motorradfahrer dürfen die grünen Expressspuren nicht nutzen.

Der Zuschlag von 600 Kronen hat zwei Auslöser, nicht einen

Er fällt an, wenn Sie, ohne zu zahlen, durch die Mautanlage fahren, und ebenso, wenn Sie eine ausgestellte Rechnung nicht fristgerecht begleichen. Beides kostet 600 Kronen zusätzlich zum Fahrpreis.

Die Öresundbrücke: andere Firma, andere Regeln

Die Verbindung nach Malmö gehört dem Öresundsbro Konsortiet, das je zur Hälfte dem dänischen und dem schwedischen Staat gehört. Es ist nicht dieselbe Gesellschaft wie am Storebælt, und die Preisstruktur sieht völlig anders aus. Der folgende Tarif gilt laut Betreiber seit dem 18. Mai 2026 und wurde am 10. August 2026 abgerufen, in Kronen inklusive 25 % Mehrwertsteuer. Die Klassen richten sich nach gemessener Länge.

FahrzeugMit RabattvertragOnlineticketAn der Schranke
Pkw bis 6 m182465520
Motorrad94235265
Pkw mit Anhänger, zusammen bis 15 m3649301.040
Pkw mit Anhänger, zusammen über 15 m7251.4851.655
Wohnmobil 6 bis 10 m, Kleinbus 6 bis 10 m, Transporter 6 bis 9 m3649301.040
Wohnmobil über 10 m, Transporter über 9 m7251.4851.655

Eine einzige Pkw-Überfahrt kostet also zwischen 182 und 520 Kronen, also etwa 24 bis 70 Euro. Der Unterschied ist fast das Dreifache, und er hängt allein davon ab, welchen Vertrag Sie vor der Ankunft haben. Ein Hinweis zum mittleren Wert: Der ausgewiesene Onlinepreis enthält einen Nachlass von 10 %, den der Betreiber an die Anmeldung zu seinem Newsletter knüpft. Ohne diese Anmeldung wird der Schrankenpreis berechnet.

ØresundGO ist ein Rabattvertrag, kein Zahlungsmittel

Das ist die Falle. Die Bedingungen verlangen ausdrücklich, dass Sie zusätzlich einen Vertrag mit einem Anbieter automatischer Zahlung abschließen, mit hinterlegter Karte und verknüpftem Kennzeichen oder Transponder (Bizz). Sie brauchen also zwei Verträge, nicht einen. Die Jahresgebühr beträgt 370 Kronen, und bis zu fünf verschiedene Kennzeichen pro Kalenderjahr sind abgedeckt.

Für deutsche Fahrer immerhin gut: Ein nordischer Anbieter ist nicht nötig. Zu den zugelassenen europäischen Zahlungsanbietern gehören DKV, Tollticket und Toll4Europe aus Deutschland.

Warum der Brückenpreis dem Fährpreis folgt

Der dänisch-schwedische Staatsvertrag von 1991, der die Brücke ermöglichte, macht das Niveau der Fährtarife auf der Strecke von Helsingborg nach Helsingør zum Bezugspunkt für das, was Pkw und Lkw zur Überfahrt zahlen. Der Betreiber kann seine Preise deshalb nicht frei setzen. Die Fähre ist damit nicht nur die Alternative, sondern der vertragliche Preisanker der Brücke.

Zwei Unterschiede zum Storebælt, die im Alltag zählen: Die Öresundbrücke nimmt kein Euro-Bargeld an, nur dänische und schwedische Kronen, während der Storebælt Euro akzeptiert. Zudem können Wunschkennzeichen an der Öresund-Mautstation gar nicht gelesen werden; wer eines hat, braucht dort zwingend ein Bizz-Gerät.

Zwei tote Produktnamen, die in deutschen Artikeln noch herumgeistern

BroPas heißt seit 2023 ØresundGO. Den alten Tagesrückfahrrabatt SmutTur gibt es nach Auskunft des Betreibers ebenfalls nicht mehr: Auf der Öresundbrücke existiert heute kein Rabatt für die Rückfahrt am selben Tag, anders als am Storebælt mit seinen Abend-, Wochenend- und Feiertagsrabatten.

Die Fahrt nach Schweden ist nicht nur eine Mautfrage

Dieselbe Überfahrt führt durch eine systematische schwedische Grenzkontrolle im Rahmen der wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen. Halten Sie den Ausweis an der Mautstation bereit. Die Kontrollzeiträume werden rollierend verlängert, prüfen Sie den aktuellen Stand also kurz vor der Fahrt.

Was ein Besucher wirklich braucht: Kennzeichen genügt

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, für dänische Brücken sei zwingend ein Transponder nötig. Das stimmt nicht: Für beide dänischen Brücken reicht das Kennzeichen, ein Bizz-Gerät ist nicht erforderlich. Für Norwegen und für die Fähre von Helsingør nach Helsingborg dagegen schon.

Die Kennzeichenerkennung am Storebælt arbeitet mit einer festen Länderliste, und Deutschland steht darauf, neben Dänemark, Schweden, Norwegen, Litauen, Polen, Lettland, Bulgarien, Rumänien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

Ein bezahlter Vertrag und ein kostenloser: Die meisten kennen nur den ersten

Wer von Deutschland durch Dänemark nach Schweden fährt, braucht für den besten Preis zwei Rabattverträge: ØresundGO für die Öresundbrücke, mit 370 Kronen Jahresgebühr, und die Storebælt-Privatvereinbarung, die kostenlos ist. Der Betreiber der Öresundbrücke sagt selbst, dass sein Vertrag am Storebælt nicht gilt und man dort das Kennzeichen in den dortigen kostenlosen Rabattvertrag eintragen muss. Umgekehrt bringt eine schwedische ØresundPAY-Kennzeichenzahlung am Storebælt den Expresspreis ein.

Welche dänischen Querungen kostenlos sind

Nur zwei Straßenquerungen in Dänemark unterliegen überhaupt einer gesetzlichen Nutzungsgebühr: Storebælt und Öresund. Alles andere sind gewöhnliche Bauwerke des Staatsstraßennetzes, und sie kosten nichts:

  • die beiden Lillebælt-Brücken zwischen Jütland und Fünen
  • die Farø-Brücken und der Guldborgsundtunnel
  • der Limfjordtunnel bei Aalborg und die Sallingsundbrücke
  • die Alssundbrücke, die Svendborgsundbrücke und die Dronning-Alexandrine-Brücke nach Møn
  • die neue Dronning Margrethe II’s Bro, die am 23. März 2026 für den Straßenverkehr geöffnet wurde und die alte Storstrømsbrücke von 1937 ersetzt

Die Kronprinsesse Marys Bro ist keine Mautbrücke mehr

Sie wurde 2019 mit Dänemarks erster Free-Flow-Maut eröffnet, doch die Gebühr wurde mit Wirkung ab 2022 abgeschafft, die Betreibergesellschaft aufgelöst und das zugrunde liegende Gesetz aufgehoben. Heute ist sie kostenlos. Ältere deutsche Reiseartikel führen sie noch als dritte dänische Mautbrücke.

Femern: der Tunnel, dessen Datum niemand nennt

Der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Puttgarden und Rødbyhavn wird ein rund 18 bis 19 Kilometer langer Absenktunnel mit vierspuriger Autobahn und zweigleisiger Bahnstrecke, Fahrzeit mit dem Auto etwa zehn Minuten. Das dritte von 89 Elementen wurde am 2. August 2026 abgesenkt.

Es gibt kein offizielles Eröffnungsdatum, und 2029 ist überholt

Femern A/S und Sund & Bælt teilten am 17. Mai 2026 mit, dass die Verbindung in zwei Stufen öffnet, zuerst die Straße und später die Bahn, und dass die Arbeiten auf dänischer Seite rund zwei Jahre im Rückstand liegen. Ein neuer Zeitplan soll nach der Absenkung der ersten Elemente vorgelegt werden. Die Themenseite des dänischen Verkehrsministeriums nennt weiterhin 2029 und ist damit nicht aktuell. Mautpflichtig wird der Tunnel, einen Tarif gibt es aber noch nicht: Den setzt der Verkehrsminister erst unmittelbar vor der Eröffnung fest.

Umweltzonen: nur Diesel, und es gibt keine Plakette

Für einen deutschen Fahrer ist das der Teil, der am ehesten Geld kostet, und er funktioniert anders als jedes System, das Sie kennen: Es gibt keine Plakette für die Windschutzscheibe. Die Zufahrt wird über automatische Kennzeichenerkennung geprüft.

Betroffen ist ausschließlich Diesel. Jede Bestimmung der dänischen Regelung stellt auf Fahrzeuge mit Selbstzündungsmotor ab. Benziner und Hybride fallen komplett heraus: nichts zu tun, nichts zu registrieren.

FahrzeugAnforderunggilt seit
Diesel-PkwEuro 5 oder Partikelfilter1. Oktober 2023
Diesel-Transporter bis 3,5 tEuro 5 oder Filter1. Juli 2023
Lkw und Busse über 3,5 tEuro VI oder Filter1. Januar 2022

Die zweite, getrennte Pflicht: Registrierung noch am Tag der Einfahrt

Wer ein ausländisch zugelassenes Fahrzeug fährt, das vor einem bestimmten Stichtag erstmals zugelassen wurde, muss es spätestens an dem Tag, an dem er in eine dänische Umweltzone fährt, online auf miljoezoner.dk registrieren. Die Stichtage: Pkw und Kleinbusse vor dem 1. Januar 2011, Transporter vor dem 1. September 2016, Lkw und Busse vor dem 1. Januar 2015.

Das ist eine eigenständige Pflicht neben der Abgasnorm: Sie können die Euronorm erfüllen und trotzdem ein Bußgeld bekommen, weil Sie sich nicht registriert haben. Ob es Sie betrifft, klären Sie in einer Minute, indem Sie Kennzeichen und Land in die Abfrage auf der Behördenseite eingeben.

Wer ist befreit, und wer nur scheinbar?

Benzin und Hybrid: vollständig außerhalb

Die Regelung erfasst nur Selbstzündungsmotoren. Ein Benziner oder Hybrid braucht weder eine Norm nachzuweisen noch sich zu registrieren, unabhängig vom Alter.

Über 30 Jahre alt: ganz außen vor

Ein ausländisch zugelassenes Fahrzeug, das älter als 30 Jahre ist, fällt vollständig aus den Umweltzonen heraus: keine Euronorm, keine Registrierung. Ein Oldtimer-Diesel von 1990 muss also gar nichts tun, obwohl der Stichtag 2011 auf ihn zuträfe.

Die Ausnahmeanträge helfen Besuchern nicht

Es gibt Ausnahmen für Privatfahrten, etwa Krankentransporte oder ein Kontingent an Einzelfahrten. Sie setzen aber eine Wohnadresse innerhalb der Zone und eine digitale Signatur mit dänischer Personenkennziffer voraus. Ein Urlauber kann keine davon nutzen. Außerdem schützt ein gestellter Antrag nicht: Er muss bewilligt sein, bevor Sie hineinfahren.

Für die Brücken gibt es keine Befreiung

In den veröffentlichten Tarifen beider Brücken gibt es keine Zeile für Elektroautos und keine für ausländische Kennzeichen: Der Preis richtet sich nach Größe und Zahlungsart, nicht nach Antrieb oder Herkunft. Es existiert eine Vereinbarung für Menschen mit Behinderung, aber das ist ein Vertrag mit Vorzugspreis, keine Befreiung.

Wo die Zonen liegen, und die Tatsache, die die Panik nimmt

Keine dänische Autobahn liegt innerhalb einer Umweltzone. Wer Dänemark auf der E45, E20 oder E47 durchquert, fährt also in keine hinein, auch wenn einzelne Abfahrten an eine Zone grenzen.

  • Kopenhagen: die Zone reicht seit dem 1. März 2025 bis zur Gemeindegrenze von Tårnby. Ausdrücklich außerhalb liegen die Öresundmotorvej und der Flughafen, die Fahrt zum Flughafen und weiter über die Brücke ist also frei. Nach Nordhavn samt Osloer Fährterminal führt eine ausgewiesene Transitroute.
  • Aarhus: das Gebiet innerhalb des Ringgade-Rings. Die Ringstraßen selbst liegen außerhalb und dürfen auch mit einem nicht konformen Fahrzeug befahren werden.
  • Odense: alles innerhalb des Ring 2.
  • Aalborg: die Innenstadt, wobei Vesterbro und Strandvejen als Transitrouten für alle Fahrzeuge offen bleiben.

Ausgeschildert wird mit den Zeichen für Beginn und Ende der Umweltzone. Einen Aufkleber gibt es nirgends.

Das Bußgeld trifft den Halter, nicht den Fahrer

Es beträgt 1.500 Kronen (rund 200 Euro) für Pkw, Kleinbusse und Transporter und 12.500 Kronen für Lkw und Busse. Die Haftung liegt beim Halter, ausdrücklich auch dann, wenn er gar nicht gefahren ist und ihm weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist. Eine andere Person kann sie innerhalb von 30 Tagen übernehmen. Beim Mietwagen bekommt der Mietwagenanbieter den Bescheid und berechnet Ihnen den Betrag weiter.

Zwei Entlastungen gibt es allerdings: Wer nur die Registrierung versäumt hat und innerhalb von 80 Tagen nachweist, dass das Fahrzeug die Norm ohnehin erfüllte, zahlt 1.000 Kronen. Außerdem gelten mehrere Erfassungen desselben Fahrzeugs in derselben Zone innerhalb von sieben Tagen als ein Verstoß. Das Bußgeld steigt nicht, es wiederholt sich nur, solange das Fahrzeug nicht konform ist.

Ein praktischer Hinweis zum Schluss: miljoezoner.dk erscheint in 13 Sprachen, darunter Deutsch, mit vollständigen Seiten zu ausländischen Fahrzeugen und zu den Bußgeldern. Das ist eine amtliche deutschsprachige Quelle, und die sollten Sie im Zweifel jeder Übersetzung vorziehen.

Die Lkw-Kilometermaut, und warum sie Ihren Pkw nicht betrifft

Seit dem 1. Januar 2025 erhebt Dänemark eine kilometerabhängige, nach CO₂-Klasse gestaffelte Maut auf einem definierten Netz von rund 10 900 Kilometern. Sie richtet sich an den Güterverkehr, und ein Fahrzeug ist erst dann abgabepflichtig, wenn beide Bedingungen erfüllt sind: Es wird für den Gütertransport eingesetzt, und seine technisch zulässige Gesamtmasse beträgt mindestens 12000 kg.

Ein Gespann rutscht nicht durch die Hintertür hinein

Bei einer Fahrzeugkombination wird nur das ziehende Fahrzeug bewertet. Die dänische Steuerverwaltung sagt es wörtlich: Ein Kraftfahrzeug ist nicht abgabepflichtig, wenn seine eigene technisch zulässige Gesamtmasse unter 12000 kg liegt, auch wenn die Kombination zusammen darüber liegt. Pkw, Pkw mit Wohnwagen und ein 3,5-Tonnen-Wohnmobil bleiben also in jeder Konfiguration außen vor, und zwar schon deshalb, weil sie keine Güter befördern.

Dänemark ist aus dem Eurovignetten-Abkommen ausgetreten, und zwar per Gesetz

Mit demselben Schritt kündigte Dänemark zum 1. Januar 2025 die Eurovignetten-Vereinbarung von 1994 und hob das alte zeitbasierte Straßenbenutzungsgesetz auf. Im Gesetz steht ausdrücklich, dass Eurovignetten in Dänemark ab diesem Datum keine Gültigkeit mehr haben. Sie sind in einigen anderen Ländern weiterhin erhältlich, in Dänemark aber nicht mehr gültig.

Damit ist Dänemark das einzige europäische Land, das sich dem Vignettentrend entgegenstellt: Es hat ein Zeitprodukt abgeschafft und durch eine Kilometerabgabe ersetzt. Viele deutschsprachige Seiten beschreiben die Eurovignette für Dänemark immer noch als aktuell.

Für Speditionen sind das die Eckpunkte: Die Sätze reichen von 0,13 Kronen je Kilometer für emissionsfreie Fahrzeuge bis 1,10 Kronen für die schwerste und schmutzigste Klasse, es gibt keinen Unterschied zwischen Autobahn und Landstraße, und Leerfahrten werden voll berechnet. Zulässig sind genau zwei Wege, beide vor der Auffahrt: ein aktiviertes EETS-Bordgerät oder ein vorab gekauftes elektronisches Streckenticket. Kontrolliert wird vollständig digital, Fahrzeuge werden dafür nicht angehalten. Die beiden Brücken sind die einzige Ausnahme von der Kilometermaut, dort bleibt es bei der gewöhnlichen Brückenmaut.

Hat Dänemark eine Vignette?

Nein, und anders als bei vielen Nachbarn ist das keine Beschreibung, sondern ein gesetzlicher Zustand: Dänemark hat sein zeitbasiertes Produkt zum 1. Januar 2025 abgeschafft. Es gibt nichts, was Sie vor der Grenze kaufen könnten, und niemand kann Ihnen eine dänische Vignette verkaufen.

Was Sie stattdessen brauchen, hängt allein von Ihrer Route ab: die Brückenmaut, wenn Sie über den Großen Belt oder nach Schweden fahren, und eine Onlineregistrierung, wenn Sie mit einem älteren Diesel in eine der vier Städte hineinfahren.

Regeln, die deutsche Fahrer in Dänemark teuer zu stehen kommen

Hier liegt der eigentliche Kostenblock einer Dänemarkreise, und drei dieser Punkte widersprechen dem, was ein deutscher Fahrer aus Gewohnheit annimmt.

Ihre deutsche Tempo-100-Plakette gilt in Dänemark nicht

Die dänische Verkehrsbehörde beantwortet die Frage wörtlich mit Nein: Der Anhänger muss eine dänische Tempo-100-Kennzeichnung tragen, eine deutsche genügt nicht. Umgekehrt gilt die dänische Zulassung in Deutschland ebenfalls nicht.

Ein deutsches Gespann mit Tempo-100-Plakette ist in Dänemark auf 80 km/h begrenzt. Das einzige ausländische Verfahren, das Dänemark seit dem 18. März 2024 anerkennt, ist das norwegische. Ein ausländischer Anhänger kann die dänische Zulassung erhalten, dafür ist eine Prüfung bei einer dänischen Prüfstelle nötig, und die Bescheinigung muss während der Fahrt mitgeführt werden. Selbst dann erlaubt sie nur auf Autobahnen 100 km/h; auf allen anderen Straßen bleibt es bei 80.

Es gibt keine Rettungsgassenpflicht

Das Wort redningsvej, also Rettungsgasse, kommt im dänischen Straßenverkehrsgesetz nicht vor, und keine Vorschrift verlangt, im Stau eine Gasse zwischen den Fahrstreifen zu bilden. Was gilt, ist die ältere Regel, dass Sie einem Einsatzfahrzeug mit Signal rechtzeitig freie Bahn schaffen und notfalls anhalten. Auf der Autobahn übernimmt der Standstreifen diese Funktion, und er ist freizuhalten. Halten Sie die deutsche Rettungsgasse also nicht für eine Rechtspflicht, behalten Sie sie aber als guten Reflex.

Ab 140 km/h kommt ein Zuschlag, auf jeder Straßenart

Dänemarks Autobahnhöchstwert ist 130 km/h, und 130 ist eine harte gesetzliche Obergrenze: Ein höheres Limit darf gar nicht ausgeschildert werden. Wer aus Deutschland kommt, kommt auf einer 130er-Autobahn schnell darüber, und ab einer gemessenen Geschwindigkeit von 140 km/h kommt ein Zuschlag von 1.200 Kronen obendrauf, ab 150 dann 1.800, ab 160 dann 2.400 Kronen, und so weiter in Stufen.

Ab 160 km/h ist der Führerschein weg, egal, wie hoch das Limit war

Bei 160 km/h oder mehr ist die bedingte Entziehung der Fahrerlaubnis zwingend (dänisch betinget frakendelse, also die Entziehung auf Bewährung), unabhängig vom geltenden Tempolimit, dazu kommt eine Nachprüfung. Auf einer 130er-Autobahn sind 160 nur 23 % darüber, das Bußgeld allein wäre überschaubar. Die Fahrerlaubnis ist es nicht.

Mit Wohnwagen zahlen Sie nach der Lkw-Tabelle

Dänemark hat drei Bußgeldskalen für Kraftfahrzeuge, eine vierte gilt Mopeds, und ein Pkw mit zulassungspflichtigem Anhänger oder Wohnwagen landet auf derselben Skala wie Lkw und schwere Busse. Der Einstiegsbetrag liegt dort bei 1.800 Kronen statt 1.200, und der Abstand wächst mit der Überschreitung deutlich. Dazu gilt für das Gespann ohnehin ein pauschales Tempolimit von 80 km/h auf allen Straßenarten.

Auf der Landstraße kostet dieselbe Überschreitung mehr als auf der Autobahn

Der Zuschlag von 1.200 Kronen für Überschreitungen ab 30 % gilt nicht auf Autobahnen und auf mit 100 ausgeschilderten Schnellstraßen. Ein Pkw mit 30 bis 39 % zu viel zahlt auf der Landstraße also 1.800 plus 1.200, zusammen 3.000 Kronen, auf der Autobahn dagegen 2.400. Die meisten Ratgeber legen das Gegenteil nahe.

Bei Baustellen verdoppeln sich die Sätze

Bei einem vorübergehend abgesenkten Baustellenlimit gilt die normale Tabelle nicht: Dort sind die Bußgelder doppelt so hoch. Eine Toleranz gibt es ohnehin nirgends, die Bußgeldstufen beginnen bei Limit plus 1.

Dänemark darf Ihr Auto am Straßenrand festhalten, bis Sie zahlen

Das ist die wirksamste Vorschrift des dänischen Verkehrsrechts gegenüber Besuchern, und sie steht im Gesetz, nicht in einem Merkblatt. Sind sowohl der Fahrer als auch das Fahrzeug im Ausland ansässig, darf die Polizei das Fahrzeug zurückhalten, bis die Bußgelder, Gebühren, Kosten oder Versicherungsprämien bezahlt oder abgesichert sind. Wird der Betrag nicht innerhalb von zwei Monaten nach der endgültigen Entscheidung beglichen, kann das Fahrzeug selbst verwertet werden.

Zwei Feinheiten mit großer Wirkung. Erstens ist die Bedingung kumulativ: Wer als deutscher Fahrer einen dänischen Mietwagen fährt, fällt nicht darunter. Zweitens gibt es eine nordische Ausnahme, die Fahrer aus Finnland, Island, Norwegen und Schweden verschont, für Halte- und Parkgebühren allerdings auch die nicht. Deutsche, niederländische und polnische Fahrer sind voll erfasst.

Und daraus folgt der Ausweg, den nur Ausländer haben: Die Weisung der Staatsanwaltschaft erlaubt es, dass ein ausländischer Fahrer sofort bar bezahlt, wenn er die Sache gleich erledigen will. Für Dänen ist genau das nicht vorgesehen. In der Praxis heißt das: In Dänemark ist der Hebel nicht der Brief nach Hause, sondern Ihr Auto, sofort, es sei denn, Sie zahlen bar an Ort und Stelle.

Winterreifen sind nicht vorgeschrieben, Sommerreifen im Schnee aber riskant

Dänemark kennt keine Winterreifenpflicht und keine Saison. Seit dem 1. Juli 2025 verlangt das Gesetz aber, dass ein Fahrzeug nicht mit offensichtlich ungeeigneten Reifen gefahren wird. Sommerreifen auf schnee- oder eisbedeckter Fahrbahn sind damit rechtlich riskant geworden. Spikereifen sind vom 1. November bis 15. April erlaubt, aber nur, wenn alle Räder damit bestückt sind.

Warnweste, Verbandkasten und Ersatzlampen sind nicht vorgeschrieben

Anders als in vielen Nachbarländern schreibt Dänemark keines dieser Dinge vor. Ein Feuerlöscher ist nur in Bussen Pflicht. Beim Warndreieck ist die Regel zweigeteilt: Mitführen muss man es nicht, benutzen aber schon, sobald Ihr Fahrzeug gefährlich oder hinderlich steht, und zwar mindestens 50 Meter davor, auf der Autobahn mindestens 100 Meter. Warnblinker ersetzen es nicht. Praktisch heißt das: Nehmen Sie Ihr deutsches Dreieck mit, denn ohne eines können Sie die Benutzungspflicht nicht erfüllen.

Die Parkscheibe wird vorwärts gestellt

Die dänische Regel ist die Umkehrung dessen, was Sie kennen: Der Zeiger wird auf das Ende der Viertelstunde gestellt, in der Sie geparkt haben, nicht auf die Ankunftszeit. Ankunft um 10:07 Uhr bedeutet 10:15 Uhr. Immerhin: In einem deutsch zugelassenen Fahrzeug dürfen Sie Ihre deutsche Parkscheibe verwenden, wenn sie den heimischen Anforderungen entspricht. Das Bußgeld für falsches Parken (dänisch parkeringsafgift) beträgt 510 Kronen und wird höchstens dreimal für denselben Verstoß erhoben.

Kindersitze richten sich nach der Körpergröße

Maßgeblich ist die Körpergröße von 135 cm, nicht das Alter. Darunter ist eine nach Größe und Gewicht passende Rückhalteeinrichtung vorgeschrieben, und die Polizei darf ein Kind an Ort und Stelle messen und wiegen lassen. In einem Fahrzeug ohne gurtgesicherte Sitzplätze dürfen Kinder unter drei Jahren gar nicht mitfahren, ältere unter 135 cm nur außerhalb des Beifahrersitzes. Ein rückwärtsgerichteter Sitz vor einem aktiven Frontairbag ist verboten.

Für Fahranfänger gelten 0,20 Promille, nicht 0,02

Die allgemeine Grenze liegt bei 0,50 Promille. In den ersten drei Jahren nach dem erstmaligen Erwerb der Klasse B gilt jedoch eine Grenze von 0,20 Promille, und zwar nur für gewöhnliche Pkw: Auf Motorrad, Transporter, Lkw, Bus und Moped bleibt es auch für Anfänger bei 0,50. Die Regel knüpft nicht an das Alter an, sondern an das Erwerbsdatum. Ab 1,20 Promille wird die Fahrerlaubnis unbedingt entzogen, ab 2,00 Promille wird das Fahrzeug des fahrenden Halters eingezogen.

Beim Einziehen des Fahrzeugs schützt es nicht, dass es Ihnen nicht gehört

Die dänische Einziehung bei besonders rücksichtsloser Fahrweise erfasst nach Angaben der Staatsanwaltschaft ausdrücklich auch geliehene, gemietete, geleaste, in Mitbesitz stehende sowie vom Ehe- oder Lebenspartner gehaltene Fahrzeuge. Der Eigentümer kann Verhältnismäßigkeit einwenden, aber belangt werden zuerst Sie. Dazu kommt: In Verfahren wegen besonders rücksichtsloser Fahrweise ist bei ausländischen Staatsangehörigen, wenn Haft beantragt wird, zusätzlich die Ausweisung zu prüfen.

Weiterfahrt: wo auf Ihrer Route wieder etwas fällig wird

Zwischen Deutschland und Dänemark kostet die Straße nichts, und auch in Schweden und Norwegen gibt es keine Vignette. Der Papierkram beginnt erst, wenn Ihre Reise nach Süden oder Osten führt:

  • Tschechien und die Slowakei für die Route Richtung Prag, Bratislava und weiter
  • Slowenien und Ungarn für die Fahrt an die Adria oder auf den Balkan
  • die Schweiz für die westlichen Alpenrouten, wo die Vignette ab dem ersten Autobahnmeter Pflicht ist

Österreich verlangt auf fast jeder Südroute seine eigene Vignette; verkauft wird sie von der ASFINAG. Wie diese Systeme zusammenhängen, erklärt unser Vignetten-Grundlagenartikel in zwei Minuten.

Häufige Fragen (FAQ)

Brauche ich für Dänemark eine Vignette?

Nein. Dänemark hat keine Vignette, und sein zeitbasiertes Straßenbenutzungsprodukt wurde zum 1. Januar 2025 sogar förmlich abgeschafft. Autobahnen und Landstraßen sind für Pkw, Wohnmobile und Gespanne kostenlos. Bezahlt wird nur an der Storebælt-Brücke und an der Öresundbrücke.

Was kostet die Storebælt-Brücke mit dem Pkw?

205 Kronen mit automatischer Zahlung und 235 Kronen mit Karte oder bar, für einen Pkw zwischen drei und sechs Metern Länge (Tarif des Betreibers, gültig seit dem 1. Januar 2026). Das sind etwa 27 bis 31 Euro zum Leitkurs.

Zählt meine Dachbox an der dänischen Mautstelle mit?

Ja, und der Betreiber sagt es schriftlich. Gemessen werden Gesamthöhe und Gesamtlänge im Moment der Überfahrt, einschließlich Anhängern, Fahrradträgern, Dachboxen, Trittbrettern und Anhängerkupplungen, sofern sie Länge oder Höhe vergrößern. Was in Ihrem Fahrzeugschein steht, spielt dabei keine Rolle.

Was kostet die Öresundbrücke nach Malmö?

Für einen Pkw bis sechs Meter 182 Kronen mit Rabattvertrag, 465 Kronen mit Onlineticket und 520 Kronen an der Schranke (Tarif gültig seit dem 18. Mai 2026, inklusive Mehrwertsteuer). Der Unterschied ist fast das Dreifache und hängt davon ab, was Sie vor der Abfahrt geregelt haben, nicht von der Mautstation.

Lohnt sich ØresundGO für einen einzigen Urlaub?

Meist nicht. Die Jahresgebühr beträgt 370 Kronen, und zusätzlich brauchen Sie einen Vertrag mit einem Anbieter automatischer Zahlung, denn ØresundGO ist ein Rabattvertrag und kein Zahlungsmittel. Dazu kommt eine praktische Hürde: Mit ausländischem Kennzeichen ist bei Brobizz keine Kennzeichenzahlung möglich, Sie bekommen einen physischen Transponder, der etwa fünf Werktage unterwegs ist. Wer kurzfristig entscheidet, erreicht den Rabatt also gar nicht mehr. Für eine einzelne Hin- und Rückfahrt ist das Onlineticket die einfachere Wahl, wobei sein ausgewiesener Preis die Anmeldung zum Newsletter des Betreibers voraussetzt.

Kann ich an den dänischen Brücken in Euro bezahlen?

Am Storebælt ja, dort werden Euro-Scheine angenommen, nur der 500-Euro-Schein nicht. An der Öresundbrücke nicht: Dort gelten nur dänische und schwedische Kronen sowie Karten.

Brauche ich für die dänischen Brücken ein Bizz-Gerät?

Nein, für beide dänischen Brücken genügt das Kennzeichen, und Deutschland steht auf der Länderliste der Kennzeichenerkennung. Ein Transponder wird dagegen für Norwegen und für die Fähre von Helsingør nach Helsingborg gebraucht.

Betrifft mich als Wohnmobilfahrer die neue dänische Kilometermaut?

Nein. Sie gilt nur für Fahrzeuge, die Güter transportieren und deren technisch zulässige Gesamtmasse mindestens 12000 kg beträgt. Beide Bedingungen müssen zusammen erfüllt sein, und bei einem Gespann wird nur das Zugfahrzeug bewertet. Ein privates Wohnmobil scheitert schon am Güterkriterium.

Brauche ich eine Umweltplakette für Kopenhagen?

Nein, eine Plakette gibt es in Dänemark überhaupt nicht. Die Umweltzonen betreffen nur Dieselfahrzeuge und arbeiten mit Kennzeichenerkennung. Ist Ihr Diesel-Pkw vor dem 1. Januar 2011 erstmals zugelassen worden, müssen Sie ihn spätestens am Tag der Einfahrt online registrieren, es sei denn, das Fahrzeug ist älter als 30 Jahre. Benziner und Hybride sind vollständig außen vor.

Muss ich durch eine Umweltzone, wenn ich Dänemark nur durchquere?

Nein. Keine dänische Autobahn liegt innerhalb einer Umweltzone. Eine Durchfahrt auf der E45, E20 oder E47 führt in keine hinein, auch wenn einzelne Abfahrten an eine Zone grenzen.

Gilt meine deutsche Tempo-100-Plakette für den Wohnwagen in Dänemark?

Nein. Die dänische Behörde verneint das ausdrücklich: Der Anhänger braucht eine dänische Tempo-100-Kennzeichnung. Ein deutsches Gespann fährt in Dänemark also höchstens 80 km/h. Das einzige anerkannte ausländische Verfahren ist das norwegische.

Wie schnell darf ich in Dänemark fahren?

Innerorts 50 km/h, außerorts 80, auf Schnellstraßen 80 (mit Beschilderung bis 100) und auf Autobahnen 130. Viele Autobahnabschnitte sind allerdings auf 110 heruntergesetzt, und 130 ist eine gesetzliche Obergrenze, die nicht höher ausgeschildert werden darf. Mit einem zulassungspflichtigen Anhänger oder Wohnwagen gelten durchgehend 80 km/h. Für einen nicht zulassungspflichtigen Anhänger, also den kleinen Gerätehänger ohne eigenes Kennzeichen, sind es sogar nur 30 km/h.

Was passiert, wenn ich ein dänisches Bußgeld nicht bezahle?

Dann wird es unangenehmer als in den meisten Ländern. Sind Fahrer und Fahrzeug beide im Ausland ansässig, darf die Polizei das Fahrzeug festhalten, bis gezahlt oder eine Sicherheit geleistet ist, und nach zwei Monaten kann es verwertet werden. Fahrer aus Finnland, Island, Norwegen und Schweden sind davon ausgenommen, deutsche nicht. Als ausländischer Fahrer dürfen Sie dafür sofort bar zahlen, was Dänen ausdrücklich nicht dürfen.

Wann öffnet der Fehmarnbelt-Tunnel?

Ein offizielles Eröffnungsdatum gibt es nicht. Femern A/S teilte im Mai 2026 mit, dass die Verbindung in zwei Stufen öffnet, zuerst die Straße, und dass die Arbeiten rund zwei Jahre im Rückstand liegen; ein neuer Zeitplan wurde angekündigt. Die vielfach zitierte Jahreszahl 2029 stammt von einer nicht aktualisierten Ministeriumsseite. Der Tunnel wird mautpflichtig, einen Tarif gibt es noch nicht.

Ist die Fähre von Rødbyhavn nach Puttgarden günstiger als die Brücken?

Sie ist etwas anderes, nämlich Ihre Anreise aus Deutschland und keine Alternative zu den beiden Brücken. Eine Reservierung ist auf dieser Strecke nicht nötig, aber am Hafen zahlen Sie mehr als online, und wer früh bucht, spart nach Angaben des Betreibers deutlich.

Nehme ich nach Schweden besser die Brücke oder die Fähre von Helsingør nach Helsingborg?

Das hängt auch von Ihrem Fahrzeug ab, denn die beiden stufen es unterschiedlich ein. Die Fähre auf dieser Strecke bewertet zuerst nach Gewicht bis 3500 kg, und ein reines Wohnmobil gilt dort unabhängig von Länge und Gewicht als Pkw. Die Brücke bewertet ausschließlich nach gemessener Länge. Ein schwerer Pick-up kann deshalb auf der Brücke als Pkw und auf der Fähre als Lkw gelten. Dazu kommt: Der Staatsvertrag von 1991 macht genau die Fährtarife dieser Strecke zum Bezugspunkt für den Brückenpreis, weshalb die beiden Preise einander folgen.

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