
Tempolimit in Europa: Alle Länder und die Tempo-Tabelle
Von der deutschen Autobahn ohne Limit zur Schweizer 120 und zur Tempo-100-Zone in Tirol – an jeder Grenze ändert sich die Zahl. Das Tempolimit in Europa für jedes Land in einer Tabelle.
Ramis Kalkan
Das Tempolimit in Europa liegt in den meisten Ländern bei 120 oder 130 km/h auf der Autobahn, bei 80 bis 100 km/h außerorts und bei 50 km/h innerorts. Die Ausnahmen kosten Sie das Bußgeld. Polen und Bulgarien erlauben 140 km/h, ein großer Teil der deutschen Autobahn hat gar kein festes Limit, und die Niederlande deckeln ihre Autobahnen tagsüber bei 100 km/h.
Warum das zählt: An einem einzigen Nachmittag verlassen Sie eine unbeschränkte Autobahn bei München, treffen an der österreichischen Grenze auf ein festes Limit von 130 km/h und fallen in der Schweiz auf 120 km/h. An der Straße ändert sich nichts. Das Gesetz ändert sich – an jeder Grenze, und die Blitzer messen die neue Zahl ab dem ersten Kilometer.
Dieser Ratgeber bringt das Tempolimit in Europa in eine Tabelle, für jedes Land, das Sie regelmäßig durchqueren. Danach geht es um die Regeln, die sich mit Wetter und Uhrzeit verschieben, um die Limits für Wohnmobil, Gespann und Anhänger, um die Kontrolle per Blitzer und darum, was passiert, wenn ein Bußgeld Ihnen nach Hause folgt. Jede Zahl ist an eine offizielle Quelle gebunden.
Kurz & Knapp
- In den meisten Ländern Europas gelten 120–130 km/h auf der Autobahn, 80–100 km/h außerorts und 50 km/h innerorts.
- Die höchsten Limits liegen bei 140 km/h – auf polnischen und bulgarischen Autobahnen.
- Deutschland ist das einzige Land mit langen Autobahnabschnitten ohne generelles Limit; es gilt nur eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.
- Die Limits verschieben sich: Frankreich und Italien senken bei Regen, die Niederlande deckeln tagsüber bei 100 km/h.
- EU-Staaten tauschen laut Richtlinie 2015/413 Halterdaten aus – ein Bußgeld aus dem Ausland erreicht Ihre Heimatadresse.
Tempolimit in Europa: die Tabelle nach Ländern
Die Tabelle zeigt die Standardlimits für einen normalen Pkw. Schilder haben immer Vorrang. Mehrere Länder verschieben die Werte zusätzlich mit Wetter, Jahreszeit oder Uhrzeit – die Hinweise in der Tabelle markieren das. Jeder Ländername führt zu unserem ausführlichen Guide für dieses Land.
| Land | Autobahn (km/h) | Außerorts (km/h) | Innerorts (km/h) |
|---|---|---|---|
| Belgien | 120 | 90 (70 in Flandern) | 50 (30 in Brüssel) |
| Bulgarien | 140 | 90 | 50 |
| Dänemark | 130 | 80 | 50 |
| Deutschland | kein generelles Limit, Richtgeschwindigkeit 130 | 100 | 50 |
| Frankreich | 130 (110 bei Regen) | 80 | 50 |
| Griechenland | 130 | 90 | 50 |
| Italien | 130 (110 bei Regen) | 90 | 50 |
| Kroatien | 130 | 90 | 50 |
| Niederlande | 100 tagsüber, bis 130 nachts | 80 | 50 |
| Norwegen | 110 | 80 | 50 |
| Österreich | 130 (100 in IG-L-Zonen) | 100 | 50 |
| Polen | 140 | 90 (Schnellstraße 120) | 50 |
| Portugal | 120 | 90 | 50 |
| Rumänien | 130 | 90 | 50 |
| Schweden | 110 (120 wo ausgeschildert) | 70–100 signalisiert | 50 |
| Schweiz | 120 | 80 | 50 |
| Slowakei | 130 | 90 | 50 |
| Slowenien | 130 (110 Schnellstraße) | 90 | 50 |
| Spanien | 120 | 90 | 50 (30 einspurig) |
| Tschechien | 130 (110 Schnellstraße) | 90 | 50 |
| Ungarn | 130 (110 Schnellstraße) | 90 | 50 |
Drei Zeilen brauchen ein Wort Erklärung. Belgien setzt sein Außerorts-Limit je nach Region: In Flandern gelten 70 km/h, in Wallonien 90 km/h – der Wert wechselt mitten in der Fahrt. Die Niederlande fahren tagsüber langsamer als nachts. Und Schweden arbeitet mit signalisierten Bändern statt mit einer einzigen Autobahnzahl; hier ist das Schild das Gesetz.
Wer nach Süden oder Südosten fährt, quert fast immer ein Vignettenland. Auf dem Weg nach Italien oder Kroatien brauchen Sie die Vignette für Österreich, und auf vielen dieser Autobahnen gilt beides gleichzeitig: das Tempolimit und die Vignettenpflicht. Regeln Sie die Vignette vor der Abfahrt.
Der Mythos vom fehlenden Limit: die deutsche Autobahn
Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem lange Autobahnabschnitte kein generelles Tempolimit tragen. Auf einem freien Abschnitt dürfen Sie so schnell fahren, wie es die Verhältnisse sicher zulassen. Das Gesetz nennt eine empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Schneller zu fahren ist für sich genommen keine Ordnungswidrigkeit.
Die Freiheit ist enger als ihr Ruf. Baustellen, Anschlussstellen, Ortsdurchfahrten und die Schilderbrücken mit wechselnden Anzeigen binden einen großen Teil des Netzes an feste Limits – und die Blitzer messen jedes davon. Wichtig: Wer über der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h in einen Unfall gerät, dem kann das Gericht die Entschädigung kürzen, weil die höhere Geschwindigkeit als selbst gewähltes Risiko zählt. Mehr dazu in unserem Guide zum Tempolimit in Deutschland.
Kein anderes Land in Europa kommt dem nahe. Die nächste Stufe darunter ist der 140er-Klub: polnische Autobahnen und bulgarische Autobahnen. Ansonsten liegt das Höchstmaß bei 130 km/h.
Wo die Limits fallen: Regeln, die Fahrer überraschen
Die Tabelle oben ist nur die Standardebene. Mehrere Länder verschieben ihre Limits mit Wetter, Uhrzeit oder Luftqualität – und genau diese Regeln erzeugen die Bußgelder.
Regen ändert die Zahl in Frankreich und Italien
Frankreich senkt sein Autobahnlimit von 130 auf 110 km/h, sobald es regnet; Schnellstraßen fallen von 110 auf 100 km/h. Italien wendet dieselbe Logik an: 130 herunter auf 110 km/h bei jedem Niederschlag. Die Tutor-Kameras in Italien messen die nasse Zahl, nicht die trockene. Details im Tempolimit in Frankreich und im Tempolimit in Italien.
Die Niederlande fahren nach der Uhr
Niederländische Autobahnen sind zwischen 6 und 19 Uhr auf 100 km/h gedeckelt – eine Stickstoff-Maßnahme, in Kraft seit 2020. Nachts kehren viele Abschnitte auf 120 oder 130 km/h zurück, wo es ausgeschildert ist. Der klassische Fall: Sie rollen von der Fähre und stellen den Tempomat auf die alte 130. Das sind 30 km/h über dem Tageslimit.
Österreichs IG-L-Zonen für saubere Luft
Lange Abschnitte der A12 und A13 in Tirol tragen ein festes Limit von 100 km/h nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L). Die Schilder sehen aus wie jedes andere 100er-Schild, doch die Bußgelder liegen höher als beim normalen Zu-schnell-Fahren. Reine Elektroautos sind ausgenommen und dürfen 130 km/h fahren. Die gleichen Autobahnen verlangen zudem eine gültige Vignette für Österreich.
Die Schweiz fährt 120 – und meint es ernst
Die Schweiz deckelt ihre Autobahnen bei 120 km/h, nicht bei den 130 der Nachbarn. Die gesetzliche Messtoleranz beträgt nur wenige km/h. Schwere Verstöße lösen einkommensabhängige Bußen aus, und der strafrechtliche Raser-Tatbestand kann Führerausweisentzug, Einziehung des Fahrzeugs und Freiheitsstrafe bedeuten. Stellen Sie den Tempomat an der Grenze zurück – mehr im Tempolimit in der Schweiz.
Tempolimit für Wohnmobil, Gespann und Anhänger
Wer etwas Schwereres als einen normalen Pkw fährt oder einen Anhänger zieht, hat fast überall ein niedrigeres Limit als die Tabelle oben. Bis 3,5 Tonnen folgt ein Wohnmobil in der Regel den Pkw-Limits. Darüber gelten die Werte für Lkw-ähnliche Fahrzeuge, meist 80 bis 100 km/h auf der Autobahn.
Beim Gespann – Pkw mit Wohnwagen oder Anhänger – verlieren Sie je nach Land 20 bis 50 km/h. Einige Beispiele zeigen die Spannweite:
- Deutschland: Pkw mit Anhänger 80 km/h auf der Autobahn; mit Tempo-100-Zulassung sind 100 km/h möglich.
- Schweiz: Gespann 80 km/h auf der Autobahn.
- Italien: Gespann 80 km/h auf der Autobahn, 70 km/h außerorts.
- Dänemark: Pkw mit Wohnwagen 80 km/h auf der Autobahn, 70 km/h außerorts.
- Schweden: Gespann 80 km/h, auch auf der Autobahn.
Die genauen Werte je Land stehen im jeweiligen Länder-Guide. Fahren Sie etwas über 3,5 Tonnen, prüfen Sie den Guide vor der Route – die Reduzierungen unterscheiden sich stark.
Blitzer und Kontrolle in Europa
Die Kontrolle in Europa hat sich leise von einzelnen Radarpunkten zur Abschnittskontrolle verschoben – und das ändert, wie Sie durchfahren.
Die Abschnittskontrolle misst Ihre Zeit zwischen zwei Punkten, oft mehrere Kilometer auseinander, und ahndet den Durchschnitt auf dem Abschnitt. Vor dem Blitzer bremsen und danach beschleunigen bringt nichts. Die Methode breitet sich schnell aus:
- Italien: das Tutor-System deckt weite Teile des Autobahnnetzes ab.
- Österreich: die gleiche Methode läuft in Tunneln und Baustellen.
- Niederlande: die trajectcontrole (Abschnittskontrolle) hat den Ansatz mitentwickelt.
Auch die Toleranzen sind eine Falle. Viele Fahrer nehmen einen bequemen Puffer über der ausgeschilderten Zahl an. Den gibt es nicht. Die Schweiz schreibt ihren Abzug ins Gesetz, und es sind wenige km/h, nicht zehn.
Am äußersten Ende ziehen mehrere Länder Fahrzeuge ein. Österreich erlaubt seit 2024 die Beschlagnahme bei den schwersten Verstößen, auch bei Miet- und Firmenwagen. Dänemark kann bei Wahnsinnsfahrten (vanvidskørsel) den Wagen einziehen – ebenfalls einen Mietwagen oder ein Auto mit ausländischem Kennzeichen. Das sind keine theoretischen Befugnisse, und sie erreichen auch ausländische Fahrer.
Bußgeld aus dem Ausland: es folgt Ihnen nach Hause
Die Zeiten, in denen man einen ausländischen Blitzer abschütteln konnte, sind vorbei. Die EU-Richtlinie 2015/413 verpflichtet die Mitgliedstaaten, Halterdaten für Tempoverstöße auszutauschen. Ein Bußgeld aus Frankreich, Italien oder Ungarn landet also in Ihrer Landessprache in Ihrem Briefkasten.
Zwei Dinge sollten Sie als deutscher Fahrer wissen. Erstens: Ausländische Tempoverstöße bringen keine Punkte in Flensburg – das Fahreignungsregister erfasst nur inländische Verstöße. Zweitens: Vollstreckbar sind sie trotzdem. Ab einem Betrag von 70 Euro kann ein EU-Bußgeldbescheid in Deutschland durchgesetzt werden. Die Schweiz steht außerhalb der Richtlinie, tauscht aber bilateral Daten aus. Und die Türkei geht weiter: Ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen und offenen Bußen oder Mautschulden kann bei der Ausreise am Zoll aufgehalten werden.
Die gleichen Autobahnen, die diese Limits setzen, kosten meist auch Geld – als Vignette, als elektronische Maut oder als kennzeichengebundene Gebühr. Unsere Übersicht zu Vignetten und Maut in Europa zeigt, was jedes Land verlangt und wie Sie es vor der Abfahrt regeln. Wer online bleiben will, holt sich vorher eine Reise-eSIM für Europa.
Fazit
Das Tempolimit in Europa liegt eng beieinander: 120–130 km/h auf der Autobahn, 80–100 außerorts, 50 innerorts. Lernen Sie diese Basis, und die Ausnahmen werden handhabbar. Polen und Bulgarien fahren 140, und die deutsche Autobahn ist teils unbeschränkt mit einer Richtgeschwindigkeit von 130. Frankreich und Italien senken bei Regen, die Niederlande deckeln tagsüber bei 100, und die Schweiz hält 120 mit fast null Toleranz.
Prüfen Sie die Zeile für jedes Land Ihrer Route, bevor Sie losfahren. Und denken Sie daran, dass die Kontrolle unter den EU-Regeln mit Ihnen über die Grenze reist. Jeder Ländername in der Tabelle führt zu unserem ausführlichen Guide, mit den Bußgeldern, Promillegrenzen und lokalen Eigenheiten. Weitere Guides finden Sie in unseren Verkehrsregeln-Ratgebern.
Häufige Fragen (FAQ)
In welchem Land in Europa gilt das höchste Tempolimit? Polen und Bulgarien teilen sich mit 140 km/h auf der Autobahn das höchste ausgeschilderte Limit. Die unbeschränkten Autobahnabschnitte in Deutschland haben gar keine Obergrenze – das ist etwas anderes als ein hohes Limit. Wo in Deutschland eine Zahl gilt, sind es meist 130 km/h oder weniger.
Gibt es in Europa Straßen ohne Tempolimit? Ja, aber nur in Deutschland. Viele Autobahnabschnitte haben kein generelles Limit, sondern nur eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Kein anderes Land in Europa hat unbeschränkte öffentliche Straßen, und auch in Deutschland trägt ein großer Teil des Netzes feste oder wechselnde Limits.
Ändert sich das Tempolimit mit Wohnwagen oder Anhänger? Ja, in fast jedem Land. Deutschland und die Schweiz deckeln das Gespann bei 80 km/h auf der Autobahn, in Deutschland sind mit Tempo-100-Zulassung 100 km/h möglich. Prüfen Sie die Regeln für jedes Land Ihrer Route, denn die Reduzierungen unterscheiden sich.
Bekomme ich für einen ausländischen Blitzer Punkte in Flensburg? Nein. Das Fahreignungsregister in Flensburg erfasst nur Verstöße in Deutschland. Ein Tempoverstoß im Ausland bringt keine Punkte, ist aber trotzdem vollstreckbar: Ab 70 Euro kann ein EU-Bußgeld in Deutschland durchgesetzt werden.
Kann ein Bußgeld aus einem anderen EU-Land mich zu Hause erreichen? Ja. Die EU-Richtlinie 2015/413 verpflichtet die Mitgliedstaaten zum Austausch von Kennzeichen- und Halterdaten bei Tempoverstößen. Der Bescheid kommt per Post in Ihrer Sprache. Die Schweiz tauscht bilateral aus, und die Türkei kann ein ausländisches Fahrzeug bis zur Zahlung an der Grenze festhalten.
Quellen
- Deutschland: StVO § 3 (Geschwindigkeit)
- Deutschland: Autobahn-Richtgeschwindigkeitsverordnung
- Österreich: oesterreich.gv.at – Geschwindigkeitsbeschränkungen
- Österreich: Tirol IG-L 100 km/h
- Schweiz: ch.ch – Geschwindigkeitsübertretung
- Frankreich: Sécurité Routière – Vitesse
- Italien: Polizia di Stato – Limiti di velocità
- Niederlande: Rijksoverheid – Maximumsnelheid
- Dänemark: borger.dk – Færdselsloven og fartgrænser
- Schweden: Transportstyrelsen – Hastighet
- EU: Richtlinie (EU) 2015/413 (grenzüberschreitender Informationsaustausch)

Ramis Kalkan leads growth at Vignetim. He writes about everything that makes European road trips smoother, from digital vignettes to eSIMs. Based in Ankara, usually mid-way through planning his next drive.

