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Tempolimit in Österreich: Autobahn, IG-L und Höchstgeschwindigkeit

Sie fahren auf der A12 in Tirol mit Tempo 130, dann taucht ein schlichtes 100er-Schild auf. Übersehen Sie das kleine „IG-L“, schlägt das Bußgeld härter zu als gedacht. Hier sind alle Tempolimits in Österreich – und die Vignette, die Sie ebenfalls brauchen.

Ramis KalkanRamis Kalkan
Aktualisiert: 9 min lesen
Alpine österreichische Autobahn Richtung Tunnel mit einem 100er-Schild und IG-L-Zusatztafel – das Tempolimit in Österreich vor Tiroler Bergkulisse.

In Österreich gelten für den Pkw 50 km/h innerorts, 100 km/h außerorts und 130 km/h auf der Autobahn. Das sind die Standardwerte, und die meisten kennen sie. Trotzdem tappen deutsche Fahrer in zwei Fallen: die IG-L-Tempo-100-Zonen in Tirol, die aussehen wie ein normales Limit, und eine Regel von 2024, nach der die Polizei bei extremem Rasen das Auto beschlagnahmen darf.

Ob Sie zum Skifahren in die Alpen fahren oder Österreich nur auf dem Weg nach Italien oder Kroatien durchqueren: Die Regeln sind strenger und die Strafen höher als in vielen Nachbarländern. Die gute Nachricht ist einfach. Das System ist überschaubar, sobald Sie wissen, wo die Zahl wechselt. Dieser Ratgeber zeigt jedes Limit nach Straßentyp, die aktuellen Strafen, wie die Kontrolle ein ausländisches Kennzeichen erreicht und die Vignette, die Sie auf denselben Straßen brauchen.

Kurz & Knapp

  • Für den Pkw gelten 50 km/h innerorts, 100 km/h außerorts und 130 km/h auf der Autobahn.
  • IG-L-Schilder senken das Autobahnlimit auf 100 km/h – mit höheren Bußgeldern; reine Elektroautos sind ausgenommen und dürfen 130 km/h fahren.
  • Ein Organmandat vor Ort kann bis zu 90 Euro betragen; die Behörde fordert mit einer Strafverfügung bis zu 600 Euro nach.
  • Seit 1. März 2024 kann die Polizei bei extremem Rasen das Auto beschlagnahmen – auch Miet- und Firmenwagen.
  • Auf jeder österreichischen Autobahn und Schnellstraße brauchen Sie zusätzlich eine gültige Vignette.

Tempolimit in Österreich nach Straßentyp

Für einen normalen Pkw oder ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen nutzt Österreich vier Standardlimits. Sie gelten, solange kein Schild etwas anderes sagt. Das Schild hat immer Vorrang.

Fahrzeug Innerorts Außerorts Schnellstraße Autobahn
Pkw oder Wohnmobil bis 3,5 t 50 100 100 130
Pkw mit leichtem Anhänger 50 100 100 100
Pkw mit schwerem Anhänger 50 70 80 80
Bus 50 80 100 100
Lkw über 3,5 t 50 70 80 80

Alle Werte in km/h, Quelle: oesterreich.gv.at.

Zwei Punkte sind für Besucher wichtig. Erstens: Außerorts gelten 100 km/h, also mehr als die 80 oder 90 in vielen Nachbarländern. Zweitens: Die 130 km/h auf der Autobahn sind ein Höchstwert, kein Ziel. Anders als auf der deutschen Autobahn gibt es in Österreich keine unbeschränkten Abschnitte – mehr dazu in unserem Tempolimit in Deutschland. Auf einigen Alpenrouten dürfen bestimmte schwere Lkw nachts nur 60 km/h fahren, vor allem gegen den Lärm im Tal. Wie sich die Zahl an jeder Grenze verschiebt, sehen Sie in unserer Übersicht mit allen Tempolimits in Europa im Überblick.

IG-L Tempo 100: die Falle auf A12 und A13

Diese Regel erklärt kaum ein ausländischer Ratgeber, und sie kostet Fahrer am ehesten Geld. Auf mehreren Autobahnen senkt ein Schild mit dem Zusatz „IG-L“ das Limit auf 100 km/h, zum Schutz der Luftqualität. Der volle Name lautet Immissionsschutzgesetz-Luft. Einheimische nennen die Regel „Lufthunderter“.

Die Falle ist simpel. Ein IG-L-Schild sieht aus wie ein ganz normales 100er-Schild. Ein Besucher liest es als übliche Begrenzung. Doch der IG-L-Zusatz hat eine andere rechtliche Grundlage und deutlich höhere Bußgelder als ein gewöhnlicher Tempoverstoß. Sie fahren gefühlt harmlose 120 auf leerer Autobahn und kassieren trotzdem mehr, als die Geschwindigkeit allein vermuten lässt.

Der bekannteste Abschnitt liegt in Tirol, auf der A12 Inntalautobahn und der A13 Brennerautobahn Richtung Italien. Hier gilt der Lufthunderter für Pkw dauerhaft, also Tag und Nacht, unabhängig von der aktuellen Belastung – so das Land Tirol. Wer über den Brenner weiterfährt, findet die Regeln für die Fahrt südwärts im Tempolimit in Italien. Andere Regionen schalten IG-L-Limits bei hoher Belastung über elektronische Schilder zu. Die Regel bleibt gleich: Steht „IG-L“ auf dem Schild, gelten die 100 fest.

Reine Elektro- und Wasserstofffahrzeuge sind vom IG-L-Limit ausgenommen, auch ausländische mit E-Kennzeichen. Weil die Beschränkung Abgase senken soll, darf ein emissionsfreies Auto in einer IG-L-100-Zone die normalen 130 km/h fahren. Das bestätigt das österreichische Mobilitätsministerium, bmimi.gv.at. Sitzen Sie in einem Benziner oder Diesel, gilt für Sie die 100.

Tempolimit für Wohnmobil, Gespann und Anhänger

Ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen folgt in der Regel den Pkw-Limits: 50 innerorts, 100 außerorts, 130 auf der Autobahn. Darüber gelten die niedrigeren Lkw-Werte, meist 80 km/h auf der Autobahn.

Beim Gespann kommt es auf das Gewicht des Anhängers an. Ein leichter Anhänger senkt das Autobahnlimit auf 100 km/h. Mit einem schwereren Anhänger fahren Sie außerorts nur 70 km/h und auf Schnellstraße wie Autobahn 80 km/h – die Werte stehen in der Tabelle oben. Planen Sie mit Wohnwagen, prüfen Sie diese Zeile vor der Abfahrt.

Bußgeld und Promillegrenze in Österreich

Österreich ahndet einen normalen Tempoverstoß auf zwei Wegen. Die Polizei kann vor Ort ein Organmandat von bis zu 90 Euro ausstellen. Bei einem schwereren Verstoß folgt die Behörde mit einer Strafverfügung von bis zu 600 Euro, teils mit Fahrverbot – so oesterreich.gv.at. In Österreich heißt diese Verwaltungsstrafe amtlich Geldstrafe nach dem Verwaltungsstrafgesetz (VStG). Das ist nicht die deutsche Geldstrafe für Straftaten.

Verstoß Was Ihnen droht (Stand: 07/2026)
Leichte Überschreitung Organmandat vor Ort, bis zu 90 €
Schwerere Überschreitung Strafverfügung der Behörde, bis zu 600 €, ein Fahrverbot möglich
Extremes Rasen: mehr als 60 km/h drüber innerorts oder 70 km/h außerorts 500 bis 7.500 €, das Auto kann beschlagnahmt werden
Erstverstoß über 80 km/h innerorts oder 90 km/h außerorts Beschlagnahme und Versteigerung möglich (Raserei-Regel, seit 1. März 2024)

Einen einheitlichen Bußgeldkatalog wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Der genaue Betrag hängt vom Einzelfall ab, und IG-L-Zonen liegen am oberen Ende.

Wann die Polizei das Auto beschlagnahmt

Seit 1. März 2024 geht Österreich hart gegen extremes Rasen vor. Fahren Sie innerorts mehr als 60 km/h zu schnell oder außerorts mehr als 70 km/h, kann die Polizei das Fahrzeug an Ort und Stelle beschlagnahmen. In den schwersten oder wiederholten Fällen – mehr als 80 km/h drüber innerorts oder 90 km/h außerorts – kann das Auto eingezogen und versteigert werden. Die Strafen reichen von 500 bis 7.500 Euro, bestätigt vom Mobilitätsministerium, bmimi.gv.at.

Die Regel gilt auch, wenn Ihnen das Auto nicht gehört. Ein Mietwagen oder ein Firmenwagen kann ebenso beschlagnahmt werden. Für Besucher heißt das klar: Österreich behandelt schweres Rasen als ernste Sache, nicht als kleines Ticket.

Ein Wort zum Alkohol, denn eine Kontrolle prüft oft beides. Die Promillegrenze liegt in Österreich bei 0,5. Für Fahranfänger und Berufsfahrer sinkt sie auf 0,1 Promille, so oesterreich.gv.at.

Wie ausländische Kennzeichen kontrolliert werden

Österreich arbeitet mit festen Blitzern, mobilen Blitzern und der Abschnittskontrolle in Tunneln und Baustellen. Ein ausländisches Kennzeichen ist also kein Schutz. Die Abschnittskontrolle misst Ihren Durchschnitt zwischen zwei Punkten. Vor dem Blitzer bremsen und danach beschleunigen bringt hier nichts.

Innerhalb der EU verpflichtet die EU-Richtlinie 2015/413 die Staaten, Halterdaten für Tempoverstöße auszutauschen. Ein Bußgeld aus Österreich erreicht also Ihre Heimatadresse. Die Zusammenarbeit mit Deutschland ist wegen des Verkehrsaufkommens besonders eng.

Zwei Dinge sollten Sie als deutscher Fahrer wissen. Erstens: Ein österreichischer Tempoverstoß bringt keine Punkte in Flensburg, denn das Fahreignungsregister erfasst nur inländische Verstöße. Zweitens: Vollstreckbar ist der Bescheid trotzdem. Ab einem Betrag von 70 Euro kann eine österreichische Strafe in Deutschland durchgesetzt werden. Wer unterwegs Schilder, Grenzregeln oder Verkehrsmeldungen prüfen will, bleibt mit einer Reise-eSIM für Europa ohne Roaming-Sorgen online.

Die Vignette, die Sie auf denselben Straßen brauchen

Das Limit zu halten ist nur die halbe Miete. Um legal auf einer Autobahn oder Schnellstraße zu fahren, brauchen Sie zusätzlich eine gültige Vignette – die österreichische Autobahnvignette, umgangssprachlich „Pickerl“. Tempolimit und Vignettenpflicht gelten für genau dieselben Straßen.

Österreich hat weitgehend auf die digitale, kennzeichengebundene Vignette umgestellt. Sie gilt nach Dauer, nicht nach Strecke: als 10-Tages-, 2-Monats- oder Jahresvignette (ASFINAG). Regeln Sie die Vignette für Österreich vor der Fahrt, damit sie aktiv ist, sobald Sie die Autobahn erreichen. Ohne gültige Vignette wird eine Ersatzmaut von 200 Euro (Pkw) oder 100 Euro (Motorrad) fällig (Stand: 07/2026, ASFINAG) – zusätzlich zu jeder Tempostrafe.

Winterausrüstung, die Ihr Tempo begrenzt

Von 1. November bis 15. April gilt in Österreich eine witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht, so das österreichische Fremdenverkehrsbüro, austria.info. Bei Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Fahrbahn brauchen Pkw entweder Winterreifen an allen vier Rädern oder Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern. Winterreifen tragen die Kennung „M+S“, „M.S.“ oder das Schneeflocken-Symbol und mindestens 4 mm Profil.

Nicht der Kalender löst die Regel aus, sondern der Zustand der Straße. Ein milder, trockener Wintertag zwingt Sie also nicht zu Winterreifen. Doch das Alpenwetter kippt schnell, und Schnee bedeutet ohnehin niedrigere sichere Geschwindigkeiten als das Schild.

Fazit

Die Tempolimits in Österreich sind klar, sobald Sie sie kennen: 50 km/h innerorts, 100 außerorts und 130 auf der Autobahn für den Pkw. Was Besucher überrascht, sind die IG-L-Tempo-100-Zonen mit ihren höheren Bußgeldern und die Raserei-Regel von 2024, unter der extremes Rasen das Auto kosten kann.

Achten Sie auf die Schilder, nehmen Sie jedes „IG-L“-100 ernst und denken Sie daran, dass Winter und Anhänger Ihr Limit weiter senken. Führt Ihre Route danach in die Schweiz, gelten sofort neue Zahlen – nur 120 km/h mit fast null Toleranz, mehr im Tempolimit in der Schweiz. Regeln Sie die Vignette vor der Abfahrt, halten Sie das Tempo, und Österreich ist ein leichtes und schönes Land zum Fahren. Weitere Länder finden Sie in unseren Verkehrsregeln-Guides.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell darf ich in Österreich auf der Autobahn fahren? Für den Pkw gelten 130 km/h. In IG-L-Zonen auf der A12 und A13 in Tirol sinkt das Limit dauerhaft auf 100 km/h. Reine Elektro- und Wasserstoffautos sind davon ausgenommen und dürfen weiter 130 fahren.

Was ist eine IG-L-Tempo-100-Zone? Das ist ein Tempolimit zum Schutz der Luftqualität, oft Tempo 100 auf der Autobahn. Das Schild sieht aus wie ein normales 100er-Schild, trägt aber höhere Bußgelder. Auf der A12 Inntal und der A13 Brenner gilt es dauerhaft.

Was kostet zu schnelles Fahren in Österreich? Vor Ort kann ein Organmandat bis zu 90 Euro betragen, die Behörde fordert mit einer Strafverfügung bis zu 600 Euro nach. Extremes Rasen kostet 500 bis 7.500 Euro. Einen einheitlichen Bußgeldkatalog wie in Deutschland gibt es nicht.

Kann die Polizei mein Auto wegen zu schnellen Fahrens beschlagnahmen? Ja. Seit 1. März 2024 kann die Polizei bei extremem Rasen das Fahrzeug beschlagnahmen und in schweren Fällen einziehen und versteigern. Das gilt auch für Miet- und Firmenwagen.

Bekomme ich für einen österreichischen Blitzer Punkte in Flensburg? Nein. Das Fahreignungsregister in Flensburg erfasst nur Verstöße in Deutschland. Der Bescheid ist aber trotzdem vollstreckbar: Ab 70 Euro kann eine österreichische Strafe in Deutschland durchgesetzt werden.

Brauche ich neben dem Tempolimit auch eine Vignette? Ja. Auf jeder österreichischen Autobahn und Schnellstraße brauchen Sie eine gültige Vignette, unabhängig vom Tempolimit. Regeln Sie sie online vor der Abfahrt, damit sie aktiv ist, sobald Sie die Straße erreichen.

Quellen

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Ramis Kalkan

Ramis Kalkan leads growth at Vignetim. He writes about everything that makes European road trips smoother, from digital vignettes to eSIMs. Based in Ankara, usually mid-way through planning his next drive.