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Tempolimit in Spanien: 30 in der Stadt, 120 auf der Autobahn

Sie kennen Spanien von früheren Reisen? Dann kennen Sie zwei Regeln nicht mehr: den Überhol-Bonus, den Spanien 2022 gestrichen hat, und die 30 km/h, die seit 2021 in fast jeder Stadt gelten.

Ramis KalkanRamis Kalkan
Aktualisiert: 8 min lesen
Spanische Autopista durch goldene Hügel mit einem 120er-Schild im hellen Mittelmeerlicht – das Tempolimit in Spanien.

In Spanien gilt auf der Autobahn (autopista oder autovía) ein Tempolimit von 120 km/h, außerorts 90 km/h und innerorts 50 oder nur 30 km/h – je nachdem, wie die Straße gebaut ist. Das ist der leichte Teil. Zwei Regeln bringen ausgerechnet die Fahrer durcheinander, die Spanien schon kennen.

Früher durften Sie auf einer Landstraße 20 km/h schneller fahren, um zu überholen. Diesen Bonus hat Spanien am 21. März 2022 abgeschafft. Seitdem gilt das ausgeschilderte Limit immer, auch beim Überholen. Und die Städte haben sich verändert: Seit 2021 sind die meisten einspurigen Stadtstraßen keine 50er-Zonen mehr, sondern 30er.

Dieser Ratgeber zeigt das Tempolimit in Spanien nach Straßentyp, die Änderungen von 2021 und 2022, die Bußgelder samt Promillegrenze und die Umweltzonen der Großstädte. Jede Zahl ist an eine offizielle spanische Quelle gebunden.

Kurz & Knapp

  • Auf der Autobahn gelten 120 km/h, außerorts 90 km/h und innerorts 50 oder 30 km/h (DGT).
  • Der alte Überhol-Bonus von 20 km/h ist seit dem 21. März 2022 gestrichen – das Limit gilt jetzt auch beim Überholen.
  • Seit 2021 gelten auf einspurigen Stadtstraßen 30 km/h, auf einflächigen Straßen 20 km/h.
  • Die Promillegrenze liegt bei 0,5; für Fahranfänger unter zwei Jahren und Berufsfahrer bei 0,3.
  • Spanien erhebt Maut (peaje), keine Vignette. Große Städte haben Umweltzonen (ZBE).

Wie hoch ist das Tempolimit in Spanien?

Spanien staffelt seine Limits nach Straßentyp, und der Wert für die Stadt hängt seit 2021 davon ab, wie die Straße gebaut ist. Die folgenden Werte stammen von der DGT (Dirección General de Tráfico, der spanischen Verkehrsbehörde) und gelten für einen normalen Pkw (Stand: 07/2026).

Straßentyp Höchstgeschwindigkeit Pkw
Autobahn / Schnellstraße (autopista / autovía) 120 km/h
Landstraße außerorts (carretera convencional) 90 km/h
Innerorts, zwei oder mehr Spuren je Richtung 50 km/h
Innerorts, eine Spur je Richtung 30 km/h
Innerorts, einflächige Straße (Fahrbahn und Gehweg auf einer Ebene) 20 km/h

Außerorts gilt auf normalen Landstraßen einheitlich 90 km/h – einen höheren Wert für breite Fahrbahnen gibt es nicht mehr. Und die Stadtwerte sind die eigentliche Neuerung: Seit 2021 liegt die Grundregel auf einer normalen einspurigen Straße bei 30 km/h, nicht bei 50. In der Praxis fahren Sie in einer spanischen Stadt also meist durch 30er-Zonen. Eine Übersicht über alle Nachbarländer finden Sie in unserer Europa-Tempolimit-Tabelle.

Die 30-km/h-Regel: was seit 2021 in der Stadt gilt

Die wichtigste Änderung betrifft nicht die Autobahn, sondern die Stadt. Seit Mai 2021 richtet sich das Stadtlimit nach der Zahl der Fahrspuren:

  • Eine Spur je Richtung: 30 km/h. Das ist der Normalfall in fast jeder Wohnstraße.
  • Zwei oder mehr Spuren je Richtung: 50 km/h.
  • Einflächige Straße, bei der Fahrbahn und Gehweg auf einer Ebene liegen: 20 km/h.

Für Sie als Urlauber heißt das: Die vertraute 50 gilt nur noch auf den größeren Durchgangsstraßen. Sobald Sie in eine normale Straße abbiegen, sind es 30. Achten Sie auf die Schilder, denn die Blitzer in den Städten messen die neue Zahl.

Die Überhol-Regel, die 2022 verschwand

Jahrelang durften Sie auf einer spanischen Landstraße das Limit um 20 km/h überschreiten, um ein langsameres Fahrzeug zu überholen. Diesen Spielraum hat Spanien am 21. März 2022 abgeschafft. Jetzt ist das Limit das Limit – ob Sie folgen, gleichmäßig fahren oder überholen.

Das zählt, weil die Änderung so frisch ist, dass viele Reiseführer und viele Fahrer noch von der alten Regel ausgehen. Wer Spanien aus früheren Jahren kennt oder einen älteren Ratgeber liest, sollte sich auf diese 20 km/h nicht mehr verlassen. Den Puffer gibt es nicht, und die Radargeräte machen beim Überholen keine Ausnahme.

Bußgeld und Promillegrenze in Spanien

Spanien staffelt seine Tempo-Bußgelder danach, wie weit Sie über dem Limit liegen. Die Strafen steigen in klaren Stufen (Stand: 07/2026):

  • Geringe Überschreitung: ein Bußgeld, ohne Punkteabzug.
  • Größere Überschreitung: ein höheres Bußgeld plus Abzug von Punkten auf dem Führerschein.
  • Extreme Überschreitung: gilt als Straftat, nicht mehr als einfaches Bußgeld.

Da sich die genauen Stufen ändern, prüfen Sie den aktuellen Wert bei der DGT statt in einem alten Ratgeber.

Bei Alkohol ist Spanien streng. Die allgemeine Promillegrenze liegt bei 0,5. Für Fahrer mit weniger als zwei Jahren Fahrpraxis und für Berufsfahrer sinkt sie auf 0,3. Dieser niedrigere Wert lässt kaum Spielraum – wer die Prüfung erst kürzlich bestanden hat, trinkt vor dem Fahren am besten gar nichts.

Blitzer und Bußgeld aus dem Ausland

Die DGT kontrolliert flächendeckend und automatisch. Spanien nutzt feste Blitzer und Abschnittskontrollen, die Ihren Durchschnitt über mehrere Kilometer messen. Vor dem Radar bremsen und danach beschleunigen bringt hier nichts.

Ein ausländisches Kennzeichen schützt nicht. Ein spanisches Tempo-Bußgeld erreicht Halter in der ganzen EU über den grenzüberschreitenden Datenaustausch (EU-Richtlinie 2015/413). Zwei Dinge sollten Sie als deutscher Fahrer wissen: Erstens bringt ein Tempoverstoß im Ausland keine Punkte in Flensburg, denn das Fahreignungsregister erfasst nur inländische Verstöße. Zweitens ist der Bescheid trotzdem vollstreckbar – ab einem Betrag von 70 Euro kann ihn Deutschland durchsetzen. Der Brief kommt per Post in Ihre Heimat, meist in Ihrer Sprache.

Umweltzonen: die zweite Stadtfalle

Tempo ist nicht die einzige Stadtregel. Madrid, Barcelona und jede spanische Stadt über 50 000 Einwohner betreiben heute eine Umweltzone (zona de bajas emisiones, kurz ZBE). Diese Zonen können ältere oder nicht registrierte ausländische Autos aus dem Zentrum aussperren.

Die Regeln unterscheiden sich je Stadt und ändern sich oft. Vor der Einfahrt in ein Zentrum lohnt sich der Blick auf drei Punkte:

  • ob die Abgasnorm Ihres Autos in der jeweiligen Zone erlaubt ist,
  • ob ein ausländisches Kennzeichen vorab registriert werden muss,
  • wo die Grenze der Zone verläuft, denn die Schilder sind leicht zu übersehen.

Das ist ein eigenes System, getrennt von der Tempokontrolle – doch ein Fehler kostet sein eigenes Bußgeld.

Wohnmobil und Anhänger

Wer schwerer als einen normalen Pkw fährt oder einen Anhänger zieht, hat auch in Spanien niedrigere Limits als in der Tabelle oben. Bis 3,5 Tonnen folgt ein Wohnmobil in der Regel den Pkw-Werten; darüber und mit Anhänger sinkt das Autobahnlimit. Die genauen Reduzierungen unterscheiden sich je nach Fahrzeug und Land – prüfen Sie den Wert für Ihr Gespann vor der Route.

Spanien erhebt Maut, keine Vignette

Spanien kennt keine Autobahnvignette. Einige autopistas bezahlen Sie an Schranken per Maut (peaje), viele frühere Mautstrecken sind heute kostenlos, und es gibt keinen Aufkleber, den Sie vor der Grenze kaufen. Die meisten Reisenden erreichen Spanien über Land durch Frankreich, das ebenfalls ein Maut-Land ist – unser Ratgeber zum Tempolimit in Frankreich deckt die Regeln auf dem Weg nach Süden ab, samt der Absenkung bei Regen.

Führt Ihre weitere Route durch ein Land, das doch einen Aufkleber verlangt, regeln Sie das vor der Grenze. Welche Länder eine Vignette brauchen und wie Sie das erledigen, zeigt unsere Übersicht zu Vignetten und Maut für Europa.

Fazit

Das Tempolimit in Spanien liegt bei 120 km/h auf der Autobahn, 90 km/h außerorts und 50 oder 30 km/h in der Stadt, mit 20 km/h auf einflächigen Straßen. Die Regel, die Sie verlernen müssen, ist der alte Überhol-Bonus von 20 km/h – seit 2022 weg, das Limit gilt jetzt auch beim Überholen.

Bleiben Sie beim Alkohol unter 0,5 Promille, oder unter 0,3, wenn Sie weniger als zwei Jahre Fahrpraxis haben, und prüfen Sie die Umweltzone, bevor Sie in eine Großstadt fahren. Spanien erhebt Maut statt einer Vignette – kreuzt Ihre Route aber ein Vignettenland, erledigen Sie das vor der Grenze. Wer unterwegs online bleiben will, holt sich vorher eine Reise-eSIM für Europa. Weitere Länder finden Sie in unseren Verkehrsregeln-Guides.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell darf ich in Spanien auf der Autobahn fahren? Auf der autopista und der autovía liegt das Limit für Pkw bei 120 km/h. Landstraßen außerorts sind auf 90 km/h begrenzt. Ein höheres Autobahnlimit gibt es nicht, und der alte Überhol-Bonus gilt nicht mehr.

Darf ich zum Überholen schneller fahren? Nein. Die Regel, die 20 km/h über dem Limit zum Überholen auf einer Landstraße erlaubte, ist seit dem 21. März 2022 abgeschafft. Das ausgeschilderte Limit gilt jederzeit, auch beim Überholen.

Wie schnell darf ich in spanischen Städten fahren? Die meisten einspurigen Straßen sind seit der Reform von 2021 auf 30 km/h begrenzt. Straßen mit zwei oder mehr Spuren je Richtung erlauben 50 km/h, einflächige Straßen mit Fahrbahn und Gehweg auf einer Ebene nur 20 km/h.

Wie viel Promille sind in Spanien erlaubt? Die allgemeine Promillegrenze liegt bei 0,5. Für Fahrer mit weniger als zwei Jahren Fahrpraxis und für Berufsfahrer sind es 0,3 – das lässt kaum Spielraum.

Erreicht mich ein spanisches Bußgeld in Deutschland? Ja. Spanien nutzt feste Blitzer und Abschnittskontrollen, und die Bußgelder erreichen Halter EU-weit über die Richtlinie 2015/413. Punkte in Flensburg bringt das nicht, doch ab 70 Euro ist der Bescheid in Deutschland vollstreckbar.

Brauche ich in Spanien eine Vignette? Nein. Spanien hat keine Vignette. Einige Autobahnen bezahlen Sie an Schranken per Maut (peaje), viele frühere Mautstrecken sind kostenlos. Einen Aufkleber vor der Grenze brauchen Sie nicht.

Quellen

Ramis Kalkan
Ramis Kalkan

Ramis Kalkan leads growth at Vignetim. He writes about everything that makes European road trips smoother, from digital vignettes to eSIMs. Based in Ankara, usually mid-way through planning his next drive.