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Tempolimit in Frankreich: die Regen-Regel und ihre Tücken

Sie rollen bei strömendem Regen über die Autoroute, der Tempomat steht auf 130 – schon zu schnell. Frankreich senkt seine Limits bei Nässe, und für Fahranfänger gelten sie dauerhaft.

Ramis KalkanRamis Kalkan
Aktualisiert: 8 min lesen
Französische Autoroute zwischen Platanen und Lavendelfeldern mit einem 130er-Schild – das Tempolimit in Frankreich im goldenen Licht.

Auf einer französischen Autoroute gilt ein Tempolimit von 130 km/h – aber nur bei trockener Fahrbahn. Sobald es regnet, fallen Sie auf 110 km/h. Außerorts sind es 80 km/h, innerorts 50 km/h. Diese Regen-Regel übersehen deutsche Fahrer am häufigsten, und sie gilt für jeden, nicht nur für Anfänger.

Ein Detail kostet zusätzlich Nerven: Fahranfänger behalten die niedrigeren Regen-Werte dauerhaft, auch bei Sonnenschein. Und wer in eine französische Stadt fährt, braucht oft mehr als das richtige Tempo. Viele Zentren sind Umweltzonen, in die Sie ohne Crit’Air-Plakette nicht einfahren dürfen.

Dieser Ratgeber zeigt das Tempolimit in Frankreich nach Straßentyp, die Regen- und Anfängerregel, die Bußgelder und Promillegrenzen sowie die Crit’Air-Plakette für die Stadt. Jede Zahl ist an eine offizielle französische Quelle gebunden.

Kurz & Knapp

  • In Frankreich gelten 130 km/h auf der Autoroute, 110 auf Schnellstraßen, 80 außerorts und 50 innerorts (Sécurité Routière).
  • Bei Regen sinkt das Limit: Autoroute auf 110 km/h, Schnellstraße auf 100 km/h. Fahranfänger fahren diese Werte immer.
  • Auf Landstraßen gilt seit dem 1. Juli 2018 Tempo 80 – viele Départements haben aber wieder 90 zugelassen. Das Schild entscheidet.
  • Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger bei 0,2 (Stand: 07/2026).
  • Frankreich kassiert Maut (péage), keine Vignette. Für die Innenstadt brauchen Sie die Umweltplakette Crit’Air.

Welche Tempolimits gelten in Frankreich?

Frankreich staffelt seine Limits nach Straßentyp. Die wichtigste Zahl hat zwei Versionen: eine für trockenes Wetter und eine niedrigere für Regen. Die Werte stammen von der Sécurité Routière, der französischen Verkehrssicherheitsbehörde, und gelten für einen normalen Pkw.

Straßentyp Trocken Regen / Fahranfänger
Autobahn (autoroute) 130 km/h 110 km/h
Schnellstraße (route à chaussées séparées) 110 km/h 100 km/h
Landstraße (einspurig, außerorts) 80 km/h 80 km/h
Innerorts (agglomération) 50 km/h 50 km/h

Zwei Details bringen Besucher ins Straucheln:

  • Die Landstraße liegt seit Juli 2018 bei 80 km/h, doch viele Départements haben einzelne Strecken wieder auf 90 km/h gesetzt. Das Schild gewinnt.
  • Französische Städte weiten Tempo-30-Zonen über ganze Viertel aus, nicht nur vor Schulen.

Schwerere Fahrzeuge fahren langsamer als die Tabelle. Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen und Gespanne mit Anhänger gelten niedrigere Werte – hier zählt die Beschilderung, prüfen Sie sie vor der Route. Wie sich Frankreich in den europäischen Vergleich einordnet, sehen Sie in unserer Europa-Tempolimit-Tabelle.

Die Regen-Regel: warum das Limit bei Nässe fällt

Die Regen-Regel ist die eine Sache, die Sie sich für Frankreich merken sollten. Sobald es regnet, sinken die Limits auf den schnellen Straßen automatisch – ganz ohne Schild. Die Autoroute wird zu 110 km/h, die Schnellstraße zu 100 km/h. Jeder Fahrer muss das wissen.

Die Kontrolle ist dicht und automatisch. Frankreich betreibt ein enges Netz aus festen Blitzern und Abschnittskontrollen. Ein französisches Bußgeld erreicht Sie über die EU-Regeln auch zu Hause. Ein ausländisches Kennzeichen schützt nicht.

Fahranfänger fahren dauerhaft langsamer

Wer den Führerschein noch keine drei Jahre hat (permis probatoire), fährt die niedrigeren Werte immer: 110 km/h auf der Autoroute, 100 auf der Schnellstraße und 80 auf der Landstraße, bei jedem Wetter. Wenn das auf Sie zutrifft, behandeln Sie die Regen-Spalte als Ihr Alltagslimit.

80 oder 90? Das Landstraßen-Rätsel

Seit dem 1. Juli 2018 liegt das Standardlimit auf einspurigen Landstraßen bei 80 km/h. Frankreich senkte es damals von 90 auf 80, um Unfälle zu reduzieren. Der Schritt war umstritten.

Deshalb kam die Rolle rückwärts. Viele Départements durften einzelne Strecken wieder auf 90 km/h anheben. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich: Auf derselben Route wechselt das Limit von 80 auf 90 und zurück. Verlassen Sie sich nicht auf eine der beiden Zahlen, sondern lesen Sie das Schild.

Bußgeld und Promillegrenze in Frankreich

Frankreich staffelt die Strafen für Tempoverstöße danach, wie weit Sie über dem Limit liegen. Sie steigen schnell:

  • Kleiner Verstoß: ein festes Bußgeld (amende forfaitaire) plus Punkte auf dem französischen Führerschein.
  • Größerer Verstoß: ein höheres Bußgeld und mehr Punkte.
  • Schwerer Verstoß: Bußgeld, Punkte und ein mögliches Fahrverbot. Im Extremfall wird das Fahrzeug an Ort und Stelle stillgelegt.

Bis zu sechs Punkte kann ein einzelner Tempoverstoß auf dem französischen Führerschein kosten. Die genauen Beträge ändern sich mit der Zeit – prüfen Sie den aktuellen Wert bei der Sécurité Routière statt in einem alten Ratgeber.

Auch beim Alkohol ist Frankreich streng. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Für Fahranfänger in den ersten drei Jahren und für Berufsfahrer sinkt sie auf 0,2 (Stand: 07/2026). In der Praxis heißt das: kein Tropfen vor der Fahrt.

Crit’Air: die Umweltplakette für französische Städte

Tempo ist nur die halbe Miete für eine Stadtfahrt. Paris, Lyon und immer mehr Städte sind Umweltzonen (zones à faibles émissions, ZFE). Ohne eine Crit’Air-Plakette an der Windschutzscheibe dürfen Sie dort nicht legal einfahren. Die Plakette ist ein kleiner farbiger Aufkleber, der Ihr Auto nach Schadstoffklasse einstuft.

Der Haken für Besucher ist das Timing. Sie bestellen die Crit’Air-Plakette vorab, und sie kommt per Post. An der Zonengrenze gibt es keinen Verkauf. Regeln Sie das vor der Abreise. Wichtig: Crit’Air ist eine Umweltplakette, keine Maut und keine Vignette. Ohne gültige Plakette droht in einer ZFE trotzdem ein Bußgeld.

Bußgeld aus Frankreich: es folgt Ihnen nach Hause

Die Zeiten, in denen man einen ausländischen Blitzer abschütteln konnte, sind vorbei. Die EU-Richtlinie 2015/413 verpflichtet die Mitgliedstaaten, Halterdaten bei Tempoverstößen auszutauschen. Ein Bußgeld aus Frankreich landet also in Ihrer Sprache in Ihrem Briefkasten.

Zwei Dinge sollten Sie als deutscher Fahrer wissen. Erstens: Ein französischer Tempoverstoß bringt keine Punkte in Flensburg – das Fahreignungsregister erfasst nur inländische Verstöße. Zweitens: Vollstreckbar ist er trotzdem. Ab einem Betrag von 70 Euro kann ein französischer Bußgeldbescheid in Deutschland durchgesetzt werden.

Frankreich kassiert Maut, keine Vignette

Frankreich hat keine Autobahnvignette. Die Autorouten sind über eine Maut (péage) finanziert, die Sie unterwegs an den Mautstationen zahlen. Es gibt also keinen Aufkleber, den Sie vor der Grenze kaufen. Wie das französische Mautsystem funktioniert und wie Sie es bezahlen, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Maut in Frankreich.

Für die Vignette wird die Fahrt durch Frankreich erst auf der Weiterreise wichtig. Fahren Sie nach Osten in die Schweiz, brauchen Sie vor der Autobahn eine Vignette für die Schweiz – anders als in Frankreich ist das ein zeitbasierter Aufkleber. Die abweichenden Regeln auf Schweizer Seite zeigt unser Tempolimit in der Schweiz. Wer stattdessen nach Süden Richtung Pyrenäen weiterfährt, findet die Werte im Tempolimit in Spanien.

Fazit

Das Tempolimit in Frankreich liegt bei 130 km/h auf der Autoroute, 110 auf Schnellstraßen, 80 auf Landstraßen und 50 innerorts. Die schnellen Limits fallen bei Regen um 20 km/h. Fahranfänger fahren diese niedrigeren Werte dauerhaft, und manche Landstraßen wurden wieder auf 90 hochgesetzt – das Schild ist Ihr Maßstab.

Bleiben Sie unter 0,5 Promille, als Fahranfänger unter 0,2, und bestellen Sie vor jeder Stadtfahrt eine Crit’Air-Plakette. Frankreich selbst kassiert Maut statt einer Vignette. Wer unterwegs online bleiben will, holt sich vorher eine Reise-eSIM für Europa. Weitere Länder finden Sie in unseren Verkehrsregeln-Ratgebern.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell darf ich in Frankreich auf der Autobahn fahren? Auf der Autoroute gelten 130 km/h bei trockenem Wetter und 110 km/h bei Regen. Fahranfänger in den ersten drei Jahren fahren immer 110 km/h. Die Regen-Absenkung greift automatisch, ganz ohne Schild.

Wie schnell darf ich auf französischen Landstraßen fahren? Auf einspurigen Landstraßen gilt seit Juli 2018 standardmäßig Tempo 80. Viele Départements haben einzelne Strecken wieder auf 90 km/h gesetzt, deshalb entscheidet das Schild. Schnellstraßen liegen bei 110 km/h, bei Regen bei 100.

Sinken die Tempolimits in Frankreich bei Regen wirklich? Ja. Bei Nässe fällt die Autoroute von 130 auf 110 km/h und die Schnellstraße von 110 auf 100 km/h. Die Landstraße bleibt bei 80. Die Absenkung ist automatisch und wird von jedem Fahrer erwartet.

Brauche ich eine Crit’Air-Plakette für französische Städte? Ja. Für die Einfahrt in eine Umweltzone (ZFE) wie Paris oder Lyon braucht Ihr Auto eine Crit’Air-Plakette an der Scheibe. Sie bestellen sie vorab per Post, an der Zonengrenze gibt es keinen Verkauf. Ohne Plakette droht ein Bußgeld. Crit’Air ist eine Umweltplakette, keine Maut.

Was ist die Promillegrenze in Frankreich? Die allgemeine Promillegrenze liegt bei 0,5. Für Fahrer in den ersten drei Jahren und für Berufsfahrer sind es 0,2 (Stand: 07/2026). Das bedeutet praktisch: kein Alkohol vor der Fahrt.

Muss ich ein französisches Bußgeld in Deutschland bezahlen? Ja. Über die EU-Richtlinie 2015/413 erreicht ein französischer Bußgeldbescheid Ihre Heimatadresse. Punkte in Flensburg bekommen Sie dafür nicht, aber ab 70 Euro ist das Bußgeld in Deutschland vollstreckbar.

Quellen

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Ramis Kalkan

Ramis Kalkan leads growth at Vignetim. He writes about everything that makes European road trips smoother, from digital vignettes to eSIMs. Based in Ankara, usually mid-way through planning his next drive.