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Mit dem Auto nach Portugal: Route, Fahrzeit und Maut

Rund 2.400 Kilometer, drei Länder und keine einzige Vignette: Der Planungs-Guide für die Autofahrt von Deutschland nach Portugal, mit Fahrzeiten, Routenwahl und Mautkosten.

Ramis KalkanRamis Kalkan
Aktualisiert: 9 min lesen
Dunkler Kombi auf einer kurvigen Landstraße durch die abendliche Korkeichenlandschaft der Iberischen Halbinsel, wie sie auf der Fahrt mit dem Auto nach Portugal typisch ist.

Portugal liegt am anderen Ende des Kontinents, und genau das macht die Fahrt planbar: Es gibt im Grunde nur einen Korridor, und der führt durch Frankreich und Spanien. Wie lange Sie unterwegs sind, hängt vor allem davon ab, wo Sie starten und ob Sie nach Porto, Lissabon oder an die Algarve wollen.

Aus Süddeutschland sind es rund 2.400 Kilometer bis Lissabon, aus Norddeutschland eher 2.900. Das sind zwei bis drei Fahrtage, keine Nachtfahrt.

Der Guide zeigt die Route, realistische Fahrzeiten und vor allem das, was unterwegs an Gebühren anfällt. Der wichtigste Punkt vorweg: Auf dieser gesamten Strecke brauchen Sie keine einzige Vignette.

Kurz & knapp

  • Ab Süddeutschland rund 2.400 km bis Lissabon, ab Norddeutschland rund 2.900 km. Realistisch zwei bis drei Fahrtage.
  • Zwei Routen kommen infrage: westlich über Bordeaux und Bilbao oder östlich über Lyon und Barcelona.
  • Keine Vignette auf der ganzen Strecke. Frankreich, Spanien und Portugal rechnen nach Strecke oder pro Fahrt ab.
  • In Portugal ist seit dem 1. Januar 2025 ein großer Teil des Netzes mautfrei, die A22 an der Algarve eingeschlossen.

Wie lange fährt man nach Portugal?

Die reine Fahrzeit lässt sich gut abschätzen, weil fast die komplette Strecke über Autobahnen läuft. Rechnen Sie mit ungefähr 100 Kilometern pro Stunde inklusive Pausen, dann liegen Sie richtig.

Von Nach Lissabon Nach Porto An die Algarve
Freiburg oder München rund 2.400 km rund 2.200 km rund 2.700 km
Frankfurt oder Köln rund 2.400 km rund 2.200 km rund 2.700 km
Hamburg oder Berlin rund 2.900 km rund 2.700 km rund 3.200 km

Das sind Straßenkilometer, keine Luftlinie, und sie schwanken je nach gewählter Route um gut hundert Kilometer. Als Faustregel: rund einen Fahrtag pro tausend Kilometer, wenn Sie entspannt fahren wollen.

Wer die Strecke in zwei Etappen teilt, übernachtet meist irgendwo zwischen Bordeaux und Burgos. Bei drei Etappen bietet sich zusätzlich ein Stopp im Großraum Lyon oder Tours an.

Die zwei Routen

Es gibt zwei sinnvolle Wege nach Portugal, und die Wahl hängt weniger von der Entfernung ab als davon, wo Sie in Deutschland losfahren.

Westroute: über Bordeaux und Bilbao

Von Westdeutschland aus die naheliegende Variante. Sie fahren über Metz oder Straßburg nach Frankreich hinein, dann Richtung Tours und Bordeaux, überqueren die Pyrenäen bei Irun an der Atlantikküste und laufen über Burgos und Salamanca auf die portugiesische Grenze zu.

Diese Route ist landschaftlich unspektakulärer, dafür durchgehend flach und schnell. Für Porto und Nordportugal ist sie klar die bessere Wahl, weil Sie am Ende direkt auf Vila Formoso zufahren.

Ostroute: über Lyon und Barcelona

Von Süddeutschland oder aus dem Alpenraum oft der bequemere Einstieg. Über Basel oder Mulhouse nach Lyon, dann an der Mittelmeerküste entlang nach Barcelona, weiter über Valencia und Madrid.

Etwas weiter, dafür für Reisende aus dem Süden ohne Umweg nach Norden. Für Lissabon und die Algarve kommen beide Routen etwa gleich gut hin, weil sich die Wege in Zentralspanien ohnehin wieder treffen.

Ein Hinweis zur Ostroute: Wenn Sie über Basel fahren, streifen Sie die Schweiz. Sobald Sie dort auch nur ein kurzes Stück Autobahn nutzen, brauchen Sie die Schweizer Vignette. Das ist die einzige Stelle auf dem gesamten Weg nach Portugal, an der überhaupt eine Vignette ins Spiel kommt, und sie lässt sich durch eine Grenzüberquerung weiter nördlich vermeiden.

Was unterwegs an Maut anfällt

Drei Länder, drei Abrechnungslogiken. Keine davon verlangt eine Plakette an der Windschutzscheibe.

Frankreich: Ticket ziehen, an der Ausfahrt zahlen

Die französische péage rechnet nach gefahrener Strecke ab. Sie ziehen bei der Auffahrt ein Ticket und zahlen an der Ausfahrtsschranke mit Karte oder bar, der Automat multipliziert Ihre Entfernung mit dem Satz für Ihre Fahrzeugklasse.

Zwei Dinge, die Autofahrer regelmäßig überraschen: Die Sätze unterscheiden sich je nach Betreiber, weil das Netz auf mehrere Konzessionäre aufgeteilt ist. Und eine Dachbox kann Ihr Fahrzeug in eine teurere Klasse heben, weil die Einstufung an der Fahrzeughöhe hängt. Wie das System im Detail funktioniert, steht in unserem Guide zur Maut in Frankreich.

Spanien: mal Maut, mal nicht

Spanien ist der unübersichtlichste Teil der Strecke, allerdings zu Ihren Gunsten. Ein Teil der Autopistas ist mautpflichtig und rechnet wie in Frankreich nach Strecke ab. Ein anderer Teil, darunter etliche früher mautpflichtige Abschnitte, ist inzwischen kostenlos, weil die jeweilige Konzession ausgelaufen ist und nicht verlängert wurde.

Welche Strecke aktuell was kostet, ändert sich deshalb über die Jahre. Planen Sie Maut ein, aber gehen Sie nicht davon aus, dass jede Autopista abrechnet, und prüfen Sie Ihre konkrete Route lieber kurz vor der Abfahrt.

Parallel zu den Autopistas verlaufen fast überall die mautfreien Autovías. Sie sind langsamer, aber wenn Sie ohnehin gemütlich unterwegs sind, sparen Sie damit spürbar.

Portugal: zwei Systeme gleichzeitig

Hier wird es interessant, und hier stehen die meisten Reiseratgeber noch auf einem veralteten Stand.

Portugal betreibt zwei Mautmodelle nebeneinander. Auf den klassischen Autobahnen mit Schranke, etwa der A1 zwischen Lissabon und Porto, halten Sie an und zahlen wie in Frankreich. Auf den schrankenlosen Strecken gibt es keinen Halt: Ein Portal fotografiert das Kennzeichen, und die Abrechnung passiert hinterher. Für ein deutsches Kennzeichen funktioniert das nur, wenn Sie es vorher registriert haben.

Und dann kam das Gesetz, das die Lage verändert hat.

Seit dem 1. Januar 2025 mautfrei Die Lei n.º 37/2024 hat die Maut auf sieben namentlich genannten Autobahnen abgeschafft: A4 Transmontana samt Marão-Tunnel, A13 und A13-1, A22 an der Algarve, A23, A24, A25 und Teile der A28.

Die A22 ist die, auf die es ankommt. Sie zieht sich über die gesamte Algarve und steckt hinter fast jeder Geschichte über eine Mautrechnung, die Monate später im Briefkasten lag. Die Portale stehen weiterhin über der Fahrbahn, rechnen aber nicht mehr ab.

Wichtig ist die Kehrseite: Das schrankenlose Modell ist damit nicht verschwunden, es gilt nur für diese Strecken nicht mehr. Andere Autobahnen rechnen weiterhin ohne Schranke ab. Was für Ihre Route gilt, prüfen Sie am besten im offiziellen Portal, und wie Sie Ihr Kennzeichen dafür registrieren, steht ausführlich in unserem Guide zur Maut in Portugal.

Brauche ich eine Vignette nach Portugal?

Nein, und das ist für deutsche Autofahrer erklärungsbedürftig, weil die Reflexe aus dem Alpenraum hier nicht greifen.

Österreich, die Schweiz, Slowenien und Tschechien verkaufen Zeit: eine Woche, ein Jahr, Festpreis, unabhängig von der gefahrenen Strecke. Frankreich, Spanien und Portugal verkaufen Strecke oder einzelne Fahrten. Deshalb gibt es auf dem Weg nach Portugal nichts, was Sie vor der Grenze besorgen müssten.

Die einzige Ausnahme ist die schon erwähnte Schweizer Vignette, und die betrifft nur, wer bei Basel einreist.

Was Sie stattdessen vorbereiten sollten, ist die Kennzeichenregistrierung für die portugiesischen Portalstrecken. Sie kostet wenig Zeit, aber sie funktioniert vor der Fahrt deutlich besser als danach.

Was ins Auto gehört

Die Ausrüstungspflichten unterscheiden sich zwischen den drei Ländern, und Sie sind während der Fahrt der Reihe nach an alle gebunden.

  • Warnweste und Warndreieck sind in Frankreich, Spanien und Portugal vorgeschrieben. Die Weste gehört griffbereit in den Innenraum, nicht in den Kofferraum, weil Sie sie anlegen müssen, bevor Sie aussteigen.
  • Führerschein, Fahrzeugschein und Versicherungsnachweis führen Sie mit. Innerhalb der EU reicht der deutsche Führerschein.
  • Das Länderkennzeichen am Fahrzeug ist Pflicht, wenn Sie kein EU-Kennzeichen mit Sternenkranz führen. Welches Kürzel für welches Land gilt, steht in unserer Übersicht der Länderkennzeichen.
  • Ein Alkoholtest ist in Frankreich nicht mehr bußgeldbewehrt, viele Ratgeber schreiben das noch anders.

Bei der Promillegrenze lohnt der Blick auf die Unterschiede: Deutschland liegt bei 0,5, Portugal ebenfalls, aber für Fahranfänger in den ersten Jahren und für Berufsfahrer gilt dort 0,2. Wer mit einem jungen Fahrer im Wechsel fährt, sollte das wissen.

Die Rückfahrt

Auf dem Rückweg ändert sich an der Maut nichts, an der Planung aber schon.

Wenn Sie die Rückreise nach Osten verlängern und etwa über die Alpen fahren, kommen Sie in die Vignettenzone: Die Schweizer Vignette wird an der Grenze kontrolliert, ebenso die österreichische. Beide gehören vor die Einreise, nicht danach. Das ist der Punkt, an dem die iberische Logik endet und die mitteleuropäische wieder anfängt.

Und ein praktischer Hinweis für die letzte Etappe in Portugal: Falls Sie eine Portalstrecke gefahren sind und das Kennzeichen nicht registriert war, klären Sie die offene Durchfahrt vor der Abreise. Von Deutschland aus ist das deutlich mühsamer.

Häufige Fragen

Wie lange fährt man von Deutschland nach Portugal?

Aus Süd- und Westdeutschland rund 2.400 Kilometer bis Lissabon, aus Norddeutschland rund 2.900. Bei zügiger Fahrt und normalen Pausen sind das zwei Fahrtage, entspannt geplant drei.

Welche Route nach Portugal ist die beste?

Für Porto und Nordportugal die Westroute über Bordeaux, Bilbao und Salamanca. Für Lissabon und die Algarve nehmen sich West- und Ostroute wenig, weil sich beide in Zentralspanien treffen. Ausschlaggebend ist eher Ihr Startort in Deutschland.

Brauche ich für Portugal eine Vignette?

Nein. Portugal hat keine Vignette, und Frankreich und Spanien ebenfalls nicht. Auf der gesamten Strecke gibt es nichts, was an die Windschutzscheibe gehört. Nur wer bei Basel durch die Schweiz einreist, braucht die Schweizer Vignette.

Was kostet die Maut nach Portugal?

Das hängt an Ihrer Route und Fahrzeugklasse, weil alle drei Länder nach Strecke oder pro Fahrt abrechnen statt über einen Zeitraum. Den größten Anteil macht in der Regel Frankreich aus, weil Sie dort die längste durchgehend mautpflichtige Strecke fahren.

Ist die Algarve noch mautpflichtig?

Die A22, die Hauptverkehrsachse der Algarve, ist seit dem 1. Januar 2025 mautfrei. Die Portale über der Fahrbahn stehen noch, rechnen aber nicht mehr ab. Die A2 aus Richtung Lissabon ist weiterhin mautpflichtig.

Kann ich die portugiesische Maut später bezahlen?

Auf den schrankenlosen Strecken ist die nachträgliche Zahlung der vorgesehene Weg, allerdings innerhalb einer Frist. Das praktische Problem: Sie werden nicht daran erinnert, und nach der Rückreise nach Deutschland ist eine offene Durchfahrt schwer zu begleichen. Registrieren Sie das Kennzeichen lieber vorher.

Lohnt sich die Fahrt überhaupt gegenüber dem Flug?

Wenn Sie länger als zwei Wochen bleiben, mehrere Regionen sehen wollen oder mit Kindern und viel Gepäck reisen, meist ja. Für einen Wochenendtrip nach Lissabon steht die reine Fahrzeit von zwei Tagen pro Richtung in keinem Verhältnis.

Das Wichtigste in einem Satz

Nach Portugal fahren Sie rund 2.400 bis 2.900 Kilometer durch Frankreich und Spanien, ohne eine einzige Vignette zu brauchen – und mit einer portugiesischen Besonderheit am Ende, weil dort seit 2025 ein großer Teil der Autobahnen gar nichts mehr kostet. Drei Dinge klären Sie am besten vor der Abfahrt:

  • die Route festlegen, weil West- und Ostvariante unterschiedlich lange Mautabschnitte in Frankreich haben,
  • das Kennzeichen für die portugiesischen Portalstrecken registrieren, wie im Guide Maut in Portugal beschrieben,
  • prüfen, ob Ihre Anreise die Schweiz berührt, weil dort als einzigem Land auf der Strecke eine Vignette fällig wird.

Weitere Länder-Guides finden Sie in unserer Übersicht der Maut-Guides.

Quellen

Ramis Kalkan
Ramis Kalkan

Ramis Kalkan, Vignetim’de büyüme süreçlerini yönetiyor. Dijital vinyetlerden eSIM'lere kadar, Avrupa'daki karayolu seyahatlerini daha sorunsuz hale getiren her şey hakkında yazıyor. Ankara'da yaşıyor ve genellikle bir sonraki rotasını planlamanın tam ortasında oluyor.